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Full text of "Der internationale Pomologische Congress in Wien vom 2. Bis 7. Oktober 1873 ..."

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Der 

i Internationale pmolosische Congress 

in "Wien 

vom 2. bin 7. Oktober 1873. 

Ammo Vaihudlnngra, di« Obat- «^anb«avi88t«lhi&g 

die stattgehabten Excursionert 

Dr. Ed. Lucas. 

» , ■ <> U "' ' 

TU««, It73. 



Ravensburg. 

Druck und Verlag von Eugen Ulmer. 
1874. 

n,g,t7c,ii,,G00gIc 



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Inhaltsübersicht. 



Programm . 

Frotocoll der ~\ 

Verzeichnis dar Mitglieder das Congreeaee 6 

1. Sitzung. Berathnng Ober Frage 1 10 

Referat von Professor Belko . . . ' 11 

Referat tod Inspector Frank 13 

Referat Ton Land-wirthBohaftslehrer Arnold 21 

Vortrag de« Professor Pynaert . 26 

2. Siteurig. Hittbeilnngen Aber den Deutschen Pora otogen- Verein . . SB 

Vortrag des Professor Dr. Karl Koch 30 

Vortrag von Dr. Lqobi Aber Frage VI: Die Ursachen der Unfruohi- 

Wkeit der Obstbäume 40 

3. Sitaung 69 

Der geeignetste Dünger ffir Obstbäume, Vortrag ton Arnold . . &6 
Beratbung ober Frage II: Welche Apfel- and Birniorton sind in 10 
Haaptgegenden Oesterrei oh- Ungarns besonders verbreitet und ge- 
schallt n. a. w 6S 

Alphabetische Zusammenstellung dieser Obatsorton 71 

Welche neuere Sorten sind ausser diesen in empfehlen 1 76 

Zwanzig tod Dr. Warder empfohlene Obatsorton 81 

Zusammenstellung der empfohlenen und vom Congreas angenommenen 

40 Obstsorten, nach der Reife geordnet 82 



ivi351650 Dl ,„ 



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Internationaler 

CongresB der Pomologen, Oeoologen und Freunde 

des Obst- & Weinbaues 

In Wien vom Ä bis 7. October 1S73. 
L Programm. 

BoDMrrst»« den S. Ootober: 
Abends um 6 Uhr im Saale der Gartenban-GeseilechBft (Wien, Psrkring 12) 
Vorrersammlung and Begrleaung Ton Seite <l«r Gesellschaft. Wahl des Vor- 
standes, sowie Constltuiruug der Snoiogiaehen Sectios. 

Freitas den 3. October: 

Berichtigung dar in lern hü analen Gartenbau-, Obst-, Tranken- und Welt- 
ausstellug. Nachmittag um 1 Uhr Congress. a) Im Saal« der Gsrtsnbau- 
Gesellsehaft: Pomologen- Congraes. Tagesordnung: 1) Welche neuere Metho- 
den sind in die Praxis des Obstbaues mit günstigem Erfolg in der neueren 
Zeit eingeführt worden t bj Im Baals des Jurj-Pavillons in der Wolt-Aua- 
Btclluug; Verhandlungen der onologiachen Section. I. Sitiung. 
Bsmutna den 4, Ootoberi 

Congress, Vormittag Ton »—12 Uhr. a) Pomologen -Congress in der 
Gartenbau -Gesellschaft. 2) Welche Aepfel- und Birnsorten (je 3—5 Borten 
Herbst- oder Winterobst) sind in 10 Haupt ubstgegon den Oesterrei oh -Ungarns, 
welche dnreh Abgeordnete vertreten sind, besonders als Tafel-, Markt- und 
Handelsobst gesucht und verdienen in Besng aof Geenndheit und gutes Ge- 
deihen des Bauines, auf dessen Tragbarkeft, sowie in Betug auf Schönheit und 
Grosse der Frucht ffir die genannten Zwecke empfohlen so werden? 8) Welche 
dieser Borten empfehlen sich su allgemeinem Anbau f a. in warmen Obst- 
gegenden fWembauklima), b. in gewöhnlichen guten Obsttagen (Wintergetreide- 
klima), o. in höheren und rauheren Obst lagen? 4) Welche neueren Borten 
von Aepfeln und Birnen sind m Tafel- und Harktobst, ausserdem su ver- 
mehrter Anpflantung sn empfehlen und swar In welchen Lagen und Verhält- 
nissen f — b) Verhandlungen der {biologischen Seotion. IL Sitrnng. 

Ffir Pomologsn und Oeoologen. um 2 Ubr Nachmittag Besuch der Obat- 
nnd Weinbauscbule, sowie der k. k. chemisch- physiologischen Versuchsstation 
ffir Obst- und Weinbau in Klosterneuburg. Zusammenkunft am Frans Joseh- 
Bahnhof um */*! Uhr. 

Sonntag den B. October: 

Besichtigung der internationalen Gartenben-, Obst-, Trauben- und Welt- 
ansät ellung. 

.,,Co®gIc 



ACoxitntE de» 6. Oo tober: 
Vormittag von 9— IS Uhr: a) Sitzung de« pomo logischen Congretses in 
der Gartenbau-Gesellschaft. 6) "Walclies sind die Ursachen der in dieiem Jahre 
fast überall in gam Deutschland bo «ehr geringen Obaternto? Beferent: Dr. 
Lucas, b) Verhandlungen der önologischen Seotion, m. Sitzung. — Nach- 
mittag B Uhr: a) für Pomologen: Besichtigung der A. C. Rosen thal'acbeH 
Obitbanm-Cnlturen in Albern nächst KaMer-Kbevsdorf; b) für Oenologen; Aus- 
flug naeh VEslatv »er -BewohtifnBg der 6eWivnttergOT**oBMi Woiagärtea nltd 
Kellerei. 

±>lermla& dan" 1 ?. ÖotAbetf; 

Für Ponwikjpn; Beeichtyjung-der WeUajUBtellnng; fflf C> analogen: Vor- 
mittag Ton 9— 12" Uhr Verhandlungen, IV, Bitzung. 

Nachmittag 6 Uhr Banket. 

Vervollständigt wird dieses Vi«gramta , rfaohiienj ton den verschiedenen 
Congresa-Mitgliedern flngnnit iniin. f|>r Vir.hnuHnng bezeichnet lind, deren 
Auswahl und Reihenfolge du ComitA Hab Y«rbebttt. Es. wird^dissb*!]» ge- 
beten, die betreffenden Antrüge bu 1.- Oetohe* b**»v Conüti %nwj»*lii*m. 

Wien, den 10. September IST». 

Der Vorstand des deutschen Das Comitt der h. k. Gartenbau- 

I\mologen-Vereins:- Gesellschaft : 

Superfntend, Ob«rdleck in Jeinsen. Parfftnnäakerffreihorrv.fftittner. 

Prof. Dr. Karl Koch in Berlin, Begiernngsrath Prof. Dr. Ed. Fenzl. 

zugleich Comniiaeär Johann Freiherr Ton Mäyr, 

der dentveben Oentraloommiiiinn für Prof. Dr. Helnr. Wl£h ReloB.ha.rdt. 

Wein, Objt imd: Oemtae. Frieürleh-flerolrl. 

Dr. Ed. Lucas in EanUiagen, , BmU HooiDrenk. 

ingleioh GesohSftaf ttaret des Vereines, i A, C. B««sirthal. 

Fragen zur' Berathung durch, die Önologische Section. 

1) "Wekhe Tranben aar (.an haben tiob in den einaelnen Lander« für. tu- 
ecbjedwje ZuM/lks ,abi. besonders geeignet etv^eten. und inwi»ftm# int dM ßfiv 
sultst deroelben.iiaoh.de« einzelnen Rlimaten Terschisden.? 

2) Auf welche Weise, kanu ein« oiabeitliolio Beaennsuig dw .BebMrta« 
ersieh verdau? . - 

3) Wahl der Commiasian aur Claaaifigiciicg der i» der inbeniatünftlw 
TrauliennMiwtellnug dar, Weltunggtellung benadjliftae«. ^rwateafionen. 

ä) Wejfihe. einfache Miwipnlation des. Weines, soll dem Wiener CSSfif ohlon ' 
■werden, damit der WeiabÄiidlcr auf dem Lande entsn^eabjen^e W««m *orÄss*f 

Welch« Zbbäizq zu dem Most, oder Wein haben sieh, wo dlo Ungunst dar 
Witterung ww.t*gl eichen, eis zweckmässig ergehani 

ß) Wie weit geht uneere. KenntnisB tor den UrsHöhea der MM«hi«g>nm 
Wwntrankhejte»? 

6) Hat eich das Pasteuriairen nnd das Lüften In der Praxis, bewibjrt- a*d' 
worin bestehen die Vorthcile? 

7) Welche UntennobuDgametboden des Mostes und Weines and anf welche 
Stoffe sind für den Praktiker vorteilhaft f 



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8) Vorläufiger Bericht der in dar LSiUnog gewählten ampelogtnpkUchou 
Commitsioo. 

9) Sind lelbatit&ndige Weinbamohnlen , WeitibButereino und TVeinban- 
Verinoh «Stationen' wAMchennwertb ¥ 

Das Cotnite evr Vorbereitung der Verhandlungen der 

önologiscfien Seclion: 

Augttit Freiherr Ton Babo, PMllipp Ludwig, 

Dbeetor der nieder- öaterreichiBC.hFn fc. k. Hauptmann n. Torsten* d. Obat- 

LandM-, Obat- mai WetarKumohal» in and Weinkou-Seatio* der Jr. fc. Lmd- 

KJoBtameiibiirg. wirthsobafU-QogellBctiaft in Wien. 

Arthur Freiherr y. Xorranbrnek, Prof. Dr. I«eonn.ard BftMler, 

fe. k. MinJBterisl-SecresJr im Ackerbau- Leiter der W. k. ehern. -ptiyaiologischen 
Ministerium in Wies. ■ Voranflhstrtatiün in Kloaiernoabmrg. 

Dt. A. ZMfcrlrtUL, EedKtenr 4n .WftnUabe* in KlHtarneubtnrg. 



. IL, Protokoll der Vor Versammlung 

am S. Oktober 1673. 
PrUaidiftm: Der VieeftMeideBt d«r Gi*tetf»a*4*e«riU*!hift, Segle- ' 
rnngsratb, DavE. Fenzl. 
Vom Comlte des Pomologel- Vereins : Dr. Eil. Lucaa. 
Von der Cnologiiscrien Sectinn: Hauptmann Ph. Ludwig. 

Dei Vorsitzende begriast die Vers&mmlucg und entschuldigt 
die- .Abwesenheit den Präsidenten der Garteuba*-GBB9iisebaft Carl 
Gundacker Freiherr von Suttaer. Unter Entwicklung dar 
bereits im Eialadui^s-Piogramrae betonten Nottwerwligkeifc einer 
abgesondertes Berathung der rein pennrlogiacheu und der rein «eDOlegi- 
sehen Veriiandlungp-öegSBadÄade und der sonaoh ebeafiÜB vortretenden 
Opportunität eines gesonderten Präsidiums, schlagt der Varaitsande 
die Wahl von je 3 Präsidenten för jade der beiden Seetionea vor 
und unterbricht die Sitzung zum Betonfe der freien Besprechung 
über die. zu wählenden Persönlichkeiten* 

Nach kurzem Zwischenraums wird die SttEong wiedee aat'ge- 
nommen und Se. Eicelleaz dar Herr Carl Freiherr von Geringer 
beantragt in Folge der mit den anwesenden Pansologe» gepflogenen 
Bfickspraehe die Wahl de* Directar Dr. Edaard-Lue-n» aua liest- 
lingen als I. Präsidesien 1 ' und dar Heeren; Professor .Dr. Hael Koch 
von Berlin und Emanuel Freiherr tob Tr»tttftB»erg'. von 
Prag zu den beiden VicepraaVdenfcon der pomologiaehai Secüon, welcher 
Vorschlag mit allgemeinem Beiialk bagrüaet, auch bei der vorge- 
nommenen Abstimmung einstimmig angenommen wurde. Dr.' Lucas 

.C.oo'glc 



spricht Namens der gewählten Herren dankend die Annahme der - 
Wahl ans- 

Ebenso beantragt Herr Ministerial-Secretär Arthur Freiherr 
von Hohenbruck die Wahl des Herrn Freiherr Dael vonKoeth 
aus Sargenloch bei Mainz zum I. Präsidenten und der Herren 
Freiherr August von Babo in Klosteraeuburg und Hauptmann 
Philipp Ludwig, Vorstand der Obst- und Weinbau-Section der 
k. k. Landwirthschafta- Gesellschaft, zu Viceprasidenten der oenolo- 
gischen Section mit dem gleichen Erfolge des allseitigen Beifalles 
und der dankbaren Annahme von Seite der Gewählten. 

Zu Schriftführern dieser Section werden die Herren Dr. Veiten 
und Dr. Haas von Elosterneuburg so wie Herr Victor Hühner 
aus Znaim gewählt; für die pomologische Section vorläufig der 2te 
Secretär der Gartenbau-Gesellschaft Joseph Bermann designirt, 
welchem später, auf Antrag des Herrn Fr. Gerold, der Professor 
. B e 1 k e aus Keszthely als pomologischer Secretär zugetheüt wurde. 

Herr Friedrich Gerold beantragt hierauf die im Programm 
auf morgen um 5 Uhr anberaumte Sitzung der pomologischen Section 
bereits um 4 Uhr abzuhalten, was einstimmig gutgeheissen und an- 
genommen wird. 

Ueber den Antrag des Herrn Arthur Freiherr von Hohen- 
brnck, die in Folge der von der General-Direction der Welt-Aua- 
Btellung erhaltenen Bewilligung im Jury-Pavillon abzuhaltenden 
' Sitzungen der oenologiscfaea Section und zwar die für 5 Uhr Nach- 
mittags anberaumte, der Local- Verhältnisse halber, schon um 2 Uhr 
abzuhalten, wird nach dem von Director Goethe betonten Wunsche 
den Sections-Mitgliedeni die Möglichkeit zu wahren, auch den Sitzungen 
der pomologischen Abtheilung beiwohnen zu können , beschlossen, 
die oenologischen Sections-Sitzungen schon um 1 Uhr Mittags ab- 
zuhalten, nachdem Abend-Sitzungen überhaupt in jenen Bäumen 
aas Beleuchtungs-Schwierigkeiten unthanlich sind. 

Der Herr Vorsitzende giebt die an den Congress gerichteten 
Einlaufe- bekannt und zwar die durch Herrn Baron von Trauten- 
berg vorgelegten Gataloge des Journal d'arboriculture , herausge- 
geben vom Hortioolen Etablissement Simon Louis freres. 

Von Herrn Inspector Müller in Bamhof bei Donauwörth die 
Abbildung von Modellen künstlicher Obstbaumformen, für deren 
Zusendung in anerkennender Weise gedankt wird. 

Von Herrn J. Sieckmann in Köstritz eine neue Liliput- 



, y Google 



Georgine in grüner Farbe, eine 'höchst interessante blumiatische 
Erscheinung. 

Ferner theilt derselbe nachstehend angemeldete, in die Tages- 
ordnung einzureihende Tortrage mit: , 

Ton Herrn Professor Eduard Pynaert aas Gent: Heber die 
Notwendigkeit, die Nomenclatur des Obstes zu vereinfachen. 

Ton Herrn Dr. Warder, Präsident der Gartenban-Geselrschaft 
in Ohio: TTeber Classificirung des Obstes, namentlich der Aepfel. 

Endlich wird zur Fänzeichnung für die Eicursionen, welche im 
Programm festgesetzt wurden und ober die Theilnahme an dem 
Dienstag stattfindenden Banket eingeladen und zugleich bekamt 
gegeben, dass der Besuch der in- den Blumen-Sälen abgehaltenen 
Concerte und Abend-TJnterhaltnngen für die Theilnehmer des Con- 
greases frei ist. 

Nach geschlossener Tagesordnung und Beratbung wird hierauf 
die Sitzung der heutigen Torversammrnng aufgehoben und die Mit- 
glieder verfügen sich zu dem in den Blumenaalen des Locals der k. 
k. Gartenbaugesellschaft stattfindenden Concerte, and verbrachten 
da den Abend noch in gemüthücher Unterhaltung. 



HL Verzeichniss der Mitglieder. 

Abdallah Bey, Dr. dm Mediiin, kaia. otttnann. Oberst und Ansiletlnngs-Com- 

miMlc aus ConsWntinopel. 
Ahnday, Eduard rot), aus FelaS-Lendra in Ungarn. 
Anderson, Professor dar Botanik an der Universität von Stockholm. 
Antoine, Frans, fc. k. Hofgarten-Direotor In Wien. 
Apor, Carl, Baron Ton, k, k. EBmmerer, aus Siebenbürgen. 
ArenBtein, Dr. Joaeph, Qntibeiitaer in Stnppaoh nnd Ohef der Lendwirth- 

aobaftt-Seotion aar Welt- Ausstellung. 
Arnold, A-, Lehrer an d, höheren landw. Lehranstalt in Bitburg nächst Trier. 
Arnold, E. R. , Baumsobulbesitser in Bieder- 8 edlits in Sachsen. 
B*bo, Angnat, Freiherr t„ Direetor der Landen-, Obst* nnd Weinbau schule 

in KJosierneobnrg. 
Bat*, Friedrich, Freiherr r., Qntabeaitxer in Sassin in Ungarn. 
Baltic, Xnaeja, Btatthalterei.Rath und President der kroat. ilaTon. Landwittli- 

schafta-OeteUaehaft in Agram. 
Belgl, Josef, HSrer der Weinbau- Schale in Klöstern Buburg. 
Beck, kOnigl. Regierini garath in Trier. 
Bnlfce, Theodor, Profeator in Keasthelj, am Plattenice. 
BorcneTioxy, Edmund von, in Eperien. 
Berneh, Dr. in Baden bei Wien. 

DigifzcdbirCOOgle 



Bertram, Paul, HBrer der Weanbenschala in Klostern onbarg. 

Beyer, Gottlieb, Vorstand der landwirtschaftlichen Filiale in Wiadjnohfeätrits- 

BtUlmann, Johann, Kuaatgartner in Kasofaan, 

Bornemiaxa, Jon., Baron Y., Exoetl., wirkt, geheimer Bath, au Siebenbürgen. 

Bosso-Fedrigotti, PhiiipU, Genf ans Rorereto. 

Bt-eitwieeer, "Wilhelm, OberrBrtner ans Holodki bei Kiew in Rnsaiand. 

Bohl, Dr., Hagen in Dsidesheiaa. 

CatteU, Gottlieb, Htm der Wetntansehule in Kioat^rncnbnrg. 

Cerletti, Carl, an« Dalmatien, HBrer der Weinbauohule in Ktotterneuburg. 

Colombichio, Carl, Präsident der Comiiio Agraria in Cornores. 

TJael tod Ruth, Baron, Drreotor der Woinbau-Saütlon de« laadwlrthschafi- 

lioben Tereina von Kheinhesaen, in BCrgenlooh bei Hains. 
JWnkard, Dr., ix Deideehehn. 

DegenhMd, Wilhelm Moria, k&nigL. Hofgartner in Gross- Bedlita nächst Pirna, 
Didolic, Horco, ans Dalmatien, Hörer der Weinbausohule in Kloat erneu barg. 
Donhauser, Dr., ausübender Arst n. Obstzflehtor au Trautmansdorf in N.-OesL 
Dnmiclu, Pater, k, k. Oberlieutenant und Besitzer r. Laeroma. 
DombrowtJky, Ludwig, ans Warschau. 

Englerth, ßebaatian, Weingarten besitter aa Kanderesoker in Unterfranken. 
Enta, Frau, Di., Direetor dar Weinbausohule in Pest. 
Fenzl, Dr. Ednard, Regierung «rath, Direetor des botanischen Gartens und Hof- 

muaeums, Unirersitats-Frof. Yice-I'räs. der Gartenbau-Geiellschaf t in 'Wien. 
Fichtner, Johann, Fabrikate sitz er in Atsgeradorf, 
Frank, Christian, Inspeeior, in Trient. 
Ferenda, Ignar , Rechnung» rat h in Wien. 

Fornasaric, Andres«, HBrar der Weiubauaohuls in Klosteroeuburg. 
Fintelmann, GustaT, in Potsdam. 
Frlzzonl, Teodoro, ans Bergamo. 
Gamaaf, Wilhelm, SeoretBr des aiebenbfirgischen landwirtschaftlichen Vereine« 

and Professor sn Kolos-Honoator. 
Garnier, Johann Baptist , Graf 8taray*aoher ObergErtner sn Kagr-Bilialy. 
Gellner, Albert, Eurer der Weinbansohnle in Klosterneüburg. 
Geringer, Carl, Freiherr t., Eicellenr, wirklich geheimer Rath In Wien. 
Gerold, Friedrich, Buchhändler und Gemelnderath in Wien, Garten besits er 

in Neuwaldegg. 
Ghellinck, de Walte, r., Präsident des belgischen Arboricnltnr- Vereins »u Gent. 
Gillekens, H-, Direetor der Gartenbausolmio in Yllrorde bei Brüssel. 
Ginras, Ginseppe, an« Dalmatien, Hörer der Weinbaus eh nie In KloBterneuburg. 
Goeser, Ditua, Graf An drasay' scher Pomolog sn Parno in Ungarn. 
Goethe, H., Direetor der Landes-, Obst- und Weinbansohule in Marburg. 
Graven, Ludwig, am Zeregnyb in Ungarn. 
Greis, H. J., Pfarrer sn Neeaelbaoh. 
Grill, Hofgartner in Landshut. 
Glippert, Alois, in Innsbruck. 
Glewieki, Alezander, Handelspartner In Kasohao. 
Haas, B., Adjunot der Versuchsstation tn Klosterneuburg. 
Haber-Ltubers;, junior, Lndwig, Freiherr t., Gutsbesitzer iu linsburg. 



Httxdtl, Josef, Freiherr v., in "Wien, Mitglied der W' elt-AaBatellufigs-ComMIwitm 

und VenraltungBrath der Gartenbau -Gesellschaft. . ' 

Hajkai, J., fcrafl. EsterWij'scher Obergartner in Papa. '"' ,->.. 

Heinrich, Conrad, Instituts- Obergartner und Lehret % SiOdling, ' ■ ■ " '*• 
Hempel, Paul, Ritter v„ in Kadkersburg. 
Hengl, Alois, senior, Handelsgarten- GesehBftsleiter 5n Wien. 
Hintze, Woldemar, Hospitant der Lande»- Welnbauachnle in Ittosternettbilig. 
Hirsch, Joseph, grill. Breunner'BOher Oberglirtner in Grafenegg (IT. Oraterr.). 
Hohenbrnck , Arthur, Freiherr t., Ministerlal - Beeret fir Im k. k. ABkei-ban- 

Ministerium in Wien. 
Hoolbrenk, Daniel, Gartenbesitzer 1 In Ätetting nächst "Wien. 
Hühner, Victor, ans Znaim, 

lfoyd er, Eduard, Geheimer "Rath aus Berlin. '' 

Jahlancz, Julius, Gutsbesitier In St. Georgen and Referent des Pester 'ESrj'd. 
Jadau , Carl , Obergartner in Wersohowits in Böhmen. 
Ktraffttiann, Dr. Ferdinand, im Znaim. 

Kern, Heinrich, OhürgSrdier in der Weltausstellung, ans Frankfurt K. 'S:"'- 
Kellermann, Leopold, Handelspartner in Wien. 

Kellennann, Julius, StiftBobergartnor In Zwettl, rNle der- Österreich). 
Kienast, Josef, Stifts- Obergartner in St: Plorian (Ober-Oe«tenelcti>. '"■ l<! 
Keylwerth, Ignax, Hauseigentümer in Wien. ' ' " ' 

Kllukart, Carl, gräfl Sebonbronn'scher pensionirter Üeamter in' Minrteie«. "' 
Koch, Dr. Karl, Cniversit als Professor tat Berlin. ' '' 

Kosutany, Dr. Jonann. ' 

Koznbowsfci, Dr., Unirenitats-Profassor aua Krakan. 
Kraflt, k, k. Bittmeister au Rokittan in Böhmen. 
Rroczak, Ferdinand, Seoretar der Obst- und Weinbau -Section der BrOnner 

Ackorbau-Gesellsahaft. ' ' ■ 

Künstler, Gustav, Magistrat -Mm-kt-Commissar in Wien. ' 

Landtmann, Theodor. 

Lauche, Rudolf, KSnigl. Garten in speofor aus Potsdam. 
Lauche, Wilhelm, Kunst- und Handels gärtcor in Leiptig. ' 
Liebenstein, Freiherr t., aus Jebenhausen bei Göppingen. ' ' ' ■' 

Itfnbich, Peter, ans Dalmatlen, HBrer der Weiribaosahule in rnorftt-rneUbnrg. 
Lorenz, Anton, Weingarten- Besitzer in Horaoleti, Böhmen. 
Löwy, Dr. Adolf, Journal-Referent in Wien. '' 

Lucas, Dr., Direotor des Pomologisehen Instituts In Rentrroge». 
Luche, Francois, Obergartner bei Herrn Jürgens in ffienscadt und öttenson. 
Ludwig, Hauptmann Philipp, Obmann der Obst- nnd Weinban'Saetlttn *9r 

k. k. Landwirthsohafts-GeseHsohaft. 
Lnkasy, Alexander v., aus Pest. 

Mach, E., Direotor ihr lanaVrrthsolraftHoh eh Lehranstalt CT8t.Mlfchtffe[Vrror). 
Hader, Wanderlehrer fflr Obsteultw nnd Ponmlogre in Botzen. 
Hajer, Bforit, Hörer der Weinbauaohule ht Klöstern •ttbtrrf. ' •' ' -\ '■ 

Kalnay , Dr. in Totfaln. - ■ ■ . . 

Katkrtas, Johann'. " "'" 

Mayer, Pfarre«, Tertreter des Karntbner Gartenbau-Verein«, aus Alihof en. 



Mayer, Joinplf am Leinberg. 

Maxr, Johann, Mitglied der LanwirthsohaftR-Geaellgohaft in Lim. 

Horo, Max Bitter tob, Verteter de« Klrntknör Garten bau- Vereines ia Klogesfurt. 

Hall«, Dr. Julius, Hotar, Obmann des Weinban-Varfline« und Vice-Ptiaident 

der WeltauMtellnngs-CommisBion, in Marburg. 
Moll, Frans Baron, ani Luarini in SM- Tirol. 

Niedl, Johann, Fürst Sohwaraenberg'Boher Obergär tu er in Protiwan (B Ohmen "). 
Nowat, grossh «Möglicher HolgUrtner in Darmstadt. 
Nyeland, Stephan, Professor an der Gartenbau schule in Kopenhagen. 
Oucsltby, Mathias, Deohaat, Pfarrer in Nyitra- l'eressleny. 
Ogulliii, Anton, Realitäten besitser an Rudolf u wert h in Erain. 
Omaner, Eduard, ans Trient. 

Pal an dt, Waisenhana-Inspeotor, Vertreter desGartenbau- Vereines in fliidesheim. 
Paget, Johann, Gutsbesitzer ans Siebenbürgen. 

Patrnban, Joseph Frans von, k. k. Sectionerath nnd Trucbeess in Wien. 
Pietrisowiky, Friedrich, HofgSrtner Sr. Majestät des Kaiaern Ferdinand in Prag. 
Plcmker, Georg, Freiherr »od, Ministerialrat!! nnd Yice-Priaident der Nord- 

bahn-Direotion in Wien, 
Pokorny, Philipp, Commissi onswaarenhandl er nnd Pomolog in Wien. 
Popowicfl, Markus, Hörer der Wein bau schule in Kloateraeuburg. 
Prent eu, H., Kaufmann nnd Pomolog in Dahleo. . 

Prcttc-nltofer, K,, Gutebesitier in Vögten hof n&ohst Neunkirchen. 
Prucha, Joaeph, Enheriogl. Hofgärtner a, D. nnd Inspektor in Mezan. 
Pynaert, Ednard, Garten- Architekt nnd Professor des Garton bau- Cum es an 

der UniTer*itat zu Gent. 
Reinhardt, Dr. Heinrich Wilhelm, k. k. Uni rertiitäti- Prof essor, Hof-Mauum»- 

Cnetoa nnd Genenl-Seoretsr der Gartenbau- Gesellschaft. 
Beisflhl, Dr. Cornelius, in Wien. 
Richter, Frau, Brauerei b agitier in Giiniing. 
Richter, 0. A., Inepeotor, Ausachaasmitglied des Porno logen- Vereines, zu 

Sohwarienberg in Sachsen. 
Ritz, Louis, Mitglied dar Nor damerik, Welt auss teil ungi-Co mm ission in Wien. 
Riva, Marco Antonio de, aas Brescia. 
Basaler, Professor Dr., Vontand der k. k. chemischpjh Bio logischen Verauolis- 

atation in KloBtemauhnrg, 
Rosenthal, C. A , Haudelsgäi tner und Baumsouul besitz er in Wien. 
Rovelli, Lnigi, ans Dalmatien, Hörer der Weinbauachule in K lüsternen bürg, 
RnnkeL Joaeph, Stifte- Hof gartnar xn Kremsmünster. 
Rnpprecht, Ludwig Gutsbesitzer an Ssoitoka in Ungarn. 
Sambtiy, Graf, Hanfredo Bertoue an« Turin. 
Schilhan, Peter, grU. Siech eny 'seh er Obergärtner in Horpaos. 
Sohlrahofex * K. Gerhard, Stiftihofmeiater , Verwaltungsrath der Garteubau- 

Gesellsohaft nnd Professor an der Gartenbau- Schule in Wien, 
Schellhorn-Wallbillch, von Deideshuiro. 
Schlathan, J. A , SchlossgErtner in Johmsdorf in Mähren. 
Schleicher, Wilhelm, DirectorderLandei-AokerbansehulesnEdtbof inKiedec 

Oeeterreich. . ,-~ 

C.oogle 



SoUamberger, Robert, Gunbeeitaer und Wein- Grouhindler in Wim and Vo*lau. 

Schiffner, Rudolf, Fabrik«- und Gruahetimar in Wien, 

Seblchh, Melchior, Edler toi, Gntebeeitaer in MBdling. 

Schmidt, Julrra, Haaäel»ga>tner in Hamborg. 

Schmitt, Joseph, Kreliwundewi in Tflrabarf. 

Schorsch, Joseph, Obergärtner in Dobrawits iu Böhmen. 

Schramm, Goorg, freih. Hnber'eeher Oberglrt. mldaaberg in Nie4er-Öst«rreieh. 

Schule, Wilh., Garten- In specwr u. Tont, der Gartenbau- Sah. R Eobenhaim. 

Schäle, Wilhelm, junior, Gartenbanlehrer in Karlarnhe. ™ 

Shopets, Frau, freiherrl. Hmbj'tcher-ObergBrrner ra Petechka« in Böhmen. 

Spiegel, Edgar, Journal-Mitarbeiter in Wien. 

Stettner, Otto. 

Stift, Jokann, k. k. Hrf-Wein- Lieferant und Wein-Groeehtodler in Wien. 

Stocker, Johann in Wien. ' 

Stell, Guter, Direetor des K. Po Biologischen Institut« in Prolken. 

Streit, Carl, Secrntlr de« leadwirtheobaftbobenEreu-Vereinee für Unter- Franken 

tu WQraburg. 
Snchln, Eduard, PrSbendar nnd Delegirter der Landw.-Geaelleoh, in Agraro. 
Suttner, Carl, Gnndaoker, Freiherr t,, k. k. Kämmerer nnd Grougrund* 

Beniner, Präsident der Wiener Gartenbau- GeeeU sah aft. 
Thieme, Conrad Julius Hag., emerit. Pfarrer in Frohbnrg in Saehaen. 
Tisza, Ladielnna, Gnttbeeitier ani Cian, Siebenbürgen. 
Trauttenberg , Emmanuel, Freiherr roa, Aniachussmilglied dea Pomojognn- 

T Drein», in Prag. 
Tsehafen, in Mflhlan [Tirol]. 
Ulbrich, Direotor, Journal-Mitarbeiter in Wien. 

Tillmek, Joeeph 8., Redaetenr und Eigentliateer de« Hoapodar in Prag, 
Veiten, Dr., Botaniker an der Weinbaoachnle in K lottern enbwg. 
Walter, königlicher HofgArtner an* Charlotten barg, gegenwärtig bat den Weli- 

auHtellnnge- Anlagen in Wien. 
Warder, Dr. A., PrSeident der G arten b*n- Gesellschaft in Ohio, N. A, 
Wciaa, Karl, Fabrike-Direetor in fiennkirohen. 
Wldter, Anton, Realitäten basiUei in Wien. . 

Wimiinger, Joeeph G, Wetahlndlar .und WaingMtenbeaitaer, kaiserlich . bra- 

ailianiseher Hof-Lieferant in Wien. 
Wleaner, Edler ron, Gntabeeitier in Ungarn. 
Wolf, Dr. Jutini, an» Tarda.' 

Zochrlatut, Dr., Redaotear der Weinlanbe in Klosterneu bürg. 
Zejk, Joseph, an«. Siebenbürgen. 

Im Ganten 1TB Mitglieder, woton Ba anf da*, dentiehe Reich, S anf Bel- 
gien, S auf Italien, i au[ die Turkoi, S auf Baaaland; nnd Enariioh-Pvlen, 1 
auf Dänemark, 1 anf Schweden, S auf Nord- Amerika nnd der Beet aofOeiter- 
reiob entfallen; nämlich U ent Wien, 81 au* Nieder- Österreich, S ane Obar- 
osterreiob, 9 Tirol, 1 Krain, 2 Kärnten, 4 Steiermark, S Göri nnd latrlen, 6 
Dalmatien, 2 Croatien, 9 Siebenbürgen, 17 Ungarn, S Galiiicn, 6 Mahren nnd 
9 BOhmen. 



^Google 



10 

IV. JSrste Sitaung. '..' "/ . .. ■ - 
Freitas den 3; Oktober, Nachmittag* A% SThri' ■■' 

Unter dem Vorsitz i*a I. T^aWdeiiten Br. E. Bncas. : 

Xach der ErOBmmg der «Bhirth* besuchten- SHztrag wrlrtte *tf- 
eM eine ■fcu&ctrrft Von Herrn Proust" FrtocheTW Kenntniss des 
Congresses gebracht, welcher aus Klosterneuburg an Herrn Regie- 
rungsratb Professor Dr. Fenzl gerjcbtftt. ist, betreffs, der Ewucswb 
dorthin. 

Heir Secwtftr Sernjann liest. INeaelbe'iairtet: 

„Euer Ho oh wohl geboren ! In Erwiederung der hochgaehr-ten Zuschrift vom 
仄 worin mir Euer Hoetiwohf geboren auf Ter anlas snng der IBbl. k. k.Oarteu- 
bau- Gesellschaft in "tVien den Besäen mehrerer Herrn ans Sem eben jeUt zu- 
sammengetretenen Congresae Ton Fremden des Obst- und Weinbaues für 
Samstag den 4. Oetober, Kachmittags in Klöstern enbnrg ankündigte, habe 
ieb die Ehre inr Kenntnis* Su bringen, dass mir dieser Besuoh sehr ange- 
nehm sein wird; lob habe daher auch "Veranstaltung getroffen, dass den hoch- 
geehrten Herrn Besuchern sowohl die stiftl. Kellerräume als auch sonstige 
Sehenswürdigkeiten, die m ihrem Interesse Hegen, bereitwilligst werden ge- 
zeigt werden. Hit dem Ausdrucke der ausgeieiehnetsten Hochachtung and 
Verehrung Euer H o oh wohlge borner ergebenster Diener 

. Bert hold Fröflonel m. p. Probst.* 

Präsident: Wir dürfen wohl unsern verbindlichen I)wi fär 
das freundliche Eut#egenkonttn«ri dkffl Herrn Prebet aussprechen. 
Allgemeine Zustrmmnagi ■'"■ '' 

Es, wird, mm .zur Bacathung der 1. Frage, des Programina über- 
gegangen, welche heisat: 

.Welche neuere Methoden sind in die Prasie flffs 
Obstbaues teit" günstigem Erfolg in der neueren -Heft 
eingeführt worden? -a) in der Veredlung, b) in der Er- 
ziehung junger Hochstämme wie Formb.äume; c. in der 
Baumpflege." ■, ■ . ; , , v 

Der Torsitzende bemerkt, dass diese drei Fragepnnkte (stngü- 
ltftet werJen;< der erste durch Herrn Profaabr Belke aus Hesthely. 
der zweite flnrch Herrn Inspeeter Trank aus Trient und der dritte 
"durcn Herrn Landwirthscnaftslehrer Arnold von Bitbnrg bei Trier. 
JTachdejp in Jen Referaten dje einzelnen Unterjrageo besprochen 
worden Bind,, werde* wir an. diese noch eine, kurze Debatte knüpfen. 
Wir wollen es uns aber zur Aufgabe machen, nicht das, was 
in allen Büchern steht, von neuem hier zu wiederholen, sondern 



11 

darauf denken, die Zeit, die wir beisammen sind, möglichst nutzbar 
anzuwenden. 

Professor Belie referirt hierauf über den Punkt 1 der I. Frage, 
, über die neueren Methoden in der Veredlung,*) 
.Prelasflor-Beika fahrt» an, da« man in .neuerer üeit immer mein- 
■u der Ansieht gebwnmen sei , das* nur durch gut und taraftig er- 
zogene gesunde "Wüolinge. di» äraadlage einer tacktagfm HauMzucht 
luögliali 8« and: dam mau lieber junge und kräftige «in- "o4er höch- 
stens zweijährig» Wildlinge, ate 8— 4j6hrige anpftuz«| indem erstere 
besser und schneller anwachsen und in der Ilagel schü* in ersten 
Jahre die Oculation ermöglichen , wodurch sehr viel Zeit gewonnen 
-werde. Auch warnte derselbe vor dein zu dichten Streuen der Obst- 
samen, indem dadurch nur schlechte Bewortelung erzieh werde und 
viele Wildlinge rerltammertea. 

Hinai'ehüich der' Veredlung- führt Belktt an, daes fast alle U 
neuerer Zeit eingeführten Methoden solche seien, bei denen dae Bas 
wie das Auge unter djeBind« eingefügt werde ; so wi die Vetedllwg 
mit dem Metrogrei? eiae hieher gehörige Methode, di« neue Art der 
Oculation, welche, -Herr Spannhelx empfehle und über welche jetzt in 
BeuUingen Versuche angestellt werden und besonders dae OcuUren 
mit Reisern oder das Seitepfropfen unter die Binde, welche Methode 
gar nicht genug wegen der Leichtigkeit ihrer Ausführung und der 
Sicherheit des Wachsens empfohlen werden könne. Auch sei als 
etwa« Neues bei der Veredlung die Anwendung dicker besondere 
praparirter Wolla-änder zu bezeichnen, welche jetzt vom Po mologi sehen 
Institut , in Beitragen vielfach verbreitet werden und welche vor 
allem anderen Bindematerial den Vorzug verdienen, auch wie teil ort 
und mehrere mal angewendet werden kennen. 

Belke erwähnt hierauf die sogenannte, neue Veredlung, welche 
Herr Jelüneck in seinem Buch .Die Reform der Obstbanmnicjbt* als 
neue Erfindung bezeichnet, welches aber das alte Anschalten sei, 
.welches Christ und Lämmerhirt schon gekannt, und empfohlen, und 
von welchem letzterer in seiner Schrift ober Obetbaumzucht (1831) 
sage, dsss diese Methode die beste Beiserveredlungeart sei, bis die 
neue erfindungsreiche Zeit eine noch bessere zu Tage fördere. Letz- 
teres sei nun allerdings geschehen und das von Lucas erfundene 
Sattelschäften sei eine entschiedene and' jetzt sehon sehr verbreitete 
Verbesserung dieser älteren. Methode, des Anschalten*. 
*) Leider war sie 1, ITwrember die Hanuerift (Rem Reforeii nicht m 
unser u Händen and wir muMtau daher, um den Druck dea Berietati nicht in 
sehr aufzuhaken, out darauf beschränken, nur nach unseren. flüchtigen Setlien 
den Inhalt de> Referirien kun in geben. L, 



12 

Rednet gibt nun noch die in dem erwähnten Buch angerühmte 
neue Eriiehung der Obstbäume unter vielfacher Heiterkeit der Ver- 
sammlung kuri an. Diese neue Methode besteht darin, dass die 
jungen Wildlinge in einen mit etwas Erde beatreuten flachen Lehm- 
kuchen eingewickelt werden, sodann in ein Glashaus kommen, hier 
angetrieben werden, dann erst veredelt und ipfiter in die Baumschule 
gepflonst werden. Diese Bäume worden so tief gesetzt, dass die 
Bdelstellen in den Boden kommen und nun Bellten sie 30° Kälte 
ohne N^ehtheil aashalten. Sedner legte das 3 fl. 56 kr. kostende, 
eine Menge gani unklarer und grösstsntheils talscher Bemerkungen 
Ober die Vegetation des Baumes enthaltende' Buch, ver. 

Präsident: Wenn ich kurz zusammenfasse, was eben ange- 
führt wurde, so geht daraus hervor, dass unser Verfahren bei der 
Veredlung sich mehr und mehr dem nähert, was die Botanik uns 
als den wichtigsten und erfolgreichsten Weg lehrt. Wir setzen die 
rar Veredlung bestimmten Reiser wie Augen so viel als möglich 
dahin, wo ihnen die meisten Bilduogs- und Nährstoffe zur Verfügung 
stehen und die in neuerer Zeit eingeführte Veredlung mit Reisern, 
welche unter die wie zum Ocuiiren aufgeschlitzte Binde gesetzt 
werden, gehört, so wie die Veredlung mittelst des Metrogreff hierher. 
Die Verwachsung erfolgt hier sehr schnell und gut. 

Es wurde auch eine Schrift von JeUinek erwähnt. Dieses Buch 
enthält des Unsinns so viel, dass es betrübend ist, dass ein derartiges 
Machwerk in unserer Zeit erscheinen kann, aber noch betrübender ist» 
es, dass es selbst urtheilsfahige und verstandige Leute gibt, die es 
rühmen. 

Nehmen Sie Sätze: ■/.. B. wie: , Durch die Einwirkung der 
Elemente wird der erste Keim in Samen zersetzt" oder .Der Keim- 
stoff scheint im ersten Stadium des Keimens den ihn umgebenden 
Elementen gleich zu sein.* (Allgemeines Gelächter.) — '■ das über- 
steigt doch alles Maas des Unvernünftigen. Wenn der gute Mann 
sich herausnimmt zu behaupten, wie wir hörten, ein auf jene 
Weise gezogener Baum halte 30 ° Kälte ohne alle Schäden aus, so 
muss man dies als Unwahrheit erklären. Keine Kunst bringt uns 
so weit, solche Baume au erziehen. ... 

Director StolU Proskau: Ich mochte mir die Bemerkung er- 
lauben, -er bat vielleicht 80° Celsius gemeint, das sind in Beaumur 
24°. Die Erziehungsart wird eventuell diesen Kältegrad auszubauen 
bewirken. 30°, dieser Kältegrad findet ja in Böhmen gar nicht 



13 

statt. — Dagegen wird bemerkt, dass nirgends in dem Bach Jellineks 
von Celsius-Graden etwas bemerkt ist t 

' Der Vorsitzende ersucht diejenigen Mitglieder des Congressee, 
welche zur lten Unterfrage noch Bemerkungen machen, oder weiter 
debartiren wollen, sich zum Wort zu melden. Da sieh Niemand 
meldet, wird zur zweiten Unterfrage übergegangen. 

Herr Inspector Frank aus Trient referirt hierauf Aber die 2te 
ÜBterfrage 
l) über die neuere Praclik in der Erziehung junger Hochstämme 
wie Formbäume. 
Trott den verschiedensten Versuchen in Bezug auf rasche Erzio- 
hung starker dauerhafter Bäume ist bis jetzt immer dasDittrich'sche 
System, welches durch uusern verehrten Herrn Präsidenten wesent- 
lich verbessert nnd allgemein verbreitet wurde, das empfehlens- 
werthesto geblieben. — Wie bekannt besteht dieses System in seiner 
Hauptsache in einem jährlichen Backschnitt des ßtammtriebes. Wir 
vermindern durch diesen Rückschnitt die Länge des Bäumchens und 
somit die Zahl seiner seitlichen Augen. Durch dieses werden sich die 
wenigen gebliebenen seitlichen Augen nm so besser entwickeln; wir 
bekommen nicht nur einen kräftigeren neuen Längstlieb, sondern auch 
seitliche Triebe, welche, wie bebannt, durch ihre Bl&tter zur Ernährung 
und Erstarkung des Stammes wesentlich beitragen. Anders dagegen 
ist es bei einem nicht zuruckgeschnittenen Bäumchen; wir werden 
zwar in der Spitze eine starke Vegetation bemerken, jedoch die seit- 
lichen Augen kommen wenig oder gar nicht zur Entwicklung und 
somit bleibt das Bäumchen schwach, was bei der Methode des Bfick- 
schuitts niemals der Fall ist. 

Wie stark nun dieser Bnckechnitt ausgeführt wird, hängt ganz 
von der Vegetation der betreffenden Sorte ab, mit welcher das Baum- 
elten veredelt wurde oder von der besonderen Beschaffenheit des 
einzelnen Exemplars. Wir werden eine schwach wachsende Sorte 
stets stärker inruckschneiden , als eine andere, welche sich durch 
starken Holiwuchs auszeichnet, letztere schneidet man natürlich langer. 
Als weiterer Vortheil des Buckschnitts ist noch anzuführen, dass 
wir gerade durch diesen den Baum auch nach Beliehen erziehen nnd 
formtreu können, was jedenfalls eine Hauptaufgabe unserer neue- 
ren Baumzucht ist, indem ein Baum ohne bestimmte Form eine zwar 
früher angekaufte , jetzt aber fast unbrauchbare Waare geworden ist. 
Das Form Iren der Bäume in der Baumschule darf als einer 
der wichtigsten Fortschritte bei der Erziehung junger Obstbäume 
bezeichnet werden; 



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14 

0m einen Baum schön iu forairen ist es jedoch nicht genügend, 
mit einem Eflck schnitte im Frühjahre, wir .müssen hier auch den 
Grünscbnitt oder Sommerschnitt mit benfitzen, um die Form, d. h. 
die einzelnen Acsto in eine gewisse Symmetrie oder in's Gleichgewicht 
ttt bringen, um ihnen dadurch eine möglichst gleichmäßige oder der 
gewünschten Erziehung!; form entsprechende! Stellung m geben. 

Was bei der Erziehung junger Bäume in neuerer' Zeit ganz be- 
sonders mit sehr gutem Erfolg« angewendet wurde, ist das Belegen 
des Bodens der Baumschule nach der Anpflanzung mit irgtnd einer 
Streue, wie: strohiger Mist, Gerberlohe, angefaulte Abfälle aus 
Scheunen ohne Urfkrautsamen etc. Es bat diese Decke nicht allein 
den Vortheil, den Boden im Sommer vor den heissen Sonnenstrahlen 
nnd trockenen Winden zu schützen, sie dient auch in zweiter Linie 
als Düngemittel, indem durch denfiegerr diese Decke stets ausgelaugt 
wird; sie erhält, was ihr Hauptzweck ist, den Boden locker und 
gleichmässig feucht. Ganz besonders im ersten und zweiten Jahre 
nach der Pflanzung wirkt diese Decke Beirr woblthätig. Da wo man 
Gorberloh» zur- Verfügung hat, Ist diese anderen Matt ml ion vorzuziehen. 

in neuerer Zelt wurde von Herrn Dr. Lucas eine neue Anpflan- 
zungs-Art der Baumschulen,' welche sicli ganz besonders auf Gemeinde- 
baumschnlen bezogt anempfohlen, welche wogen ihrer grossen prak- 
tischen Bedeutung hier Erwähnung verdient. 

Sie beBteht darin, dasS man dio Reihen 'der anzupflanzenden 
Bäume so weit auseinander pflanzt, dass es möglich ist, noch einen 
regelmässigen Zwischenbau von Gemüsen u. a. w, zn betreiben. 

Es erwächst nicht nur dadurch der Vortheil, dass sich das Land 
gleich verzinst* sondern die Bäume entwickeln sich durch die fleissige 
Bearbeitung des Gemüses rascher und Bchflaer, und ich möchte dess- 
halb diese Methode sowohl Gemeinden als auch besonders Geistlichen 
und Lehrern auf dem Lande und allen, deaen, welch» gleich von 
vorn herein einen Ertrag von dem angepflanzten Grundstock wünschen 
müssen und nicht 6—7 Jahre darauf warten können, aufs Wärmste 
empfehlen. In der neuen Schrift des Herrn Dr. Lucas,, „die Kreis- - 
oder Bezirksbaninschule", ist diese neue Methode der Anlage der 
Baumschule mit Zwiscbenbodenbcnuizung genau beschrieben. 

Präs.: Herr Frank hat uns den kräftigen Bückschnitt der 
jungen Banane enypfohlBn, wodurch natürlicherweise ein vollkommeneres 
WarielTermÖgen und eine kräftigere StammbildUng erzielt wird. 

OdttoBI sich Stimmen früher dagegen aussprachen, zeigt sich doch, 
dass sich diese Methode in den meisten Baumschulen Bahn bricht, 
weil jeder Baum zu cht er sieht, dass er schneller zum Ziele kommt. 



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15 

Es -verdient diese Methode allgemein auch in den hiesigen Ge 
senden* wo sie weniger bekannt -zu sein schönt, empfohlen zu werden; 
denn es steht fest, dass.wann wir junge, kräftige und. gehörig er- 
starkte Bäume haben , diese viel besser asr Und fortwachsen , als 
jene, au deren Erziehung wir 10— 12 und mehr Jahre brauchen, wie 
es öfter stattfand und. wohl auch jetzt noch vorkommt. 

Es wurde dann noch das Bedecken, des Bodens ura die frisch- 
gepflanzten Baume herum erwähnt , . .■ 

Ich möchte nur ganz kurz meine Erfahrungen von diesem Jahre 
da anfügen. Ich habe eine Kirschanlage gepflanzt auf einem Boden, 
wo Baumlöcher nicht gegraben werden konnten, und durften.. Ich 
musste die Bäume oben aufsetzen. Ich habe Erde angehäufelt und 
diese mit einigen Gabeln Dünget: überdeckt. Den Bäumen wurde 
gut eingegossen, und ein zweites Mal dann nachgegossen. Die Pflan- 
zung konnte erst spat geschehen und ich. habe mit bangem Barse« 
auf ihr Gedeihen gesehen.. . ... 

Die Bäume sind herrlich -gewachsen. Dies wurde erreicht durch 
Überpflanzung und Bedeckung., eine vortrefflich« Praxis. 

Eine Erfahrung., auf die ieb in jüngster Zeit aufmerksam, ge- 
macht worden bin, und die an betreffender Stelle weniger beachtet] 
worden ist, will ich Ihnen noch rnttzuibeilen, mir «rlaniba». 

Ich ba,b,e nach Tirol, in eine günstige Gegend Bäume, zu seudeö. 
gehabt. Sie kamen, dort spät erst, an, doch,, der Besitzer dieses Gutes;. 
pflanzte sie sogleich und schrieb mir- damals , er danke mir: für die 
schönen Bäume. — Vor mehreren Wochen sehrieb er mir wieder,: 
die.Ba.ume,, die er vorigen Herbst von mir bezogen», seien, sehr schöft 
gewesen, aber aehr schlecht gewachsen. Ich bat um nähere Nachrr 
richten, .und es. stellte, sich he rau *:i w °her das kam. Die Bäume. 
waren, gapflanzt worden, nachdem der Boden etwas gefroren war. 
Es haben sich EiskrystaUe im Boden gefunden, und da war 'er jeden- 
falls ganz erkältet . , .... . 

Ich., habe vor einer Iteih'e. von Jahren mitten im Winter 5 Bäume 
gesetzt, blos um.daa Pflanz,verfahren zu zeigen, und alle 5 ginge», 
xu Grunde, Die Kinde, wurde allmählig fleckig, und es trieb kein 
Auge aus, Das hat- sich in Tirol auch gezeigt. Daraus. reauHirt,. 
dass es vorteilhafter ist , selch« Bäume , welche mau. spät erhalt,, 
lieber gut einzuschlagen, . und. erst, im, Frühjahr zeitig zu pflanzen,; 
wobei wir .-dann .die Wurzeln friecb, anschneiden., 

Gegen diese Regel .wird aehr häufig gefehlt, und es beruht das 

Google 



16 

Mißlingen mancher Pflanzung darauf, dass vir den Baum in 
Boden setzen , der im Spätherbst durch vorhergegangenes Schnee- 
wetter und Fröste schon zu sehr erkältet ist. 

Es wird nun Aber die 2te TJnterfrage die Debatte eröffnet. 

Herr Bndorf Schiffner: Ich erlaube mir, zwei Punkte zu 
erwähnen : 

Ich habe BB.ume aus aller Herren Länder bezogen und zu Hunder- 
ten. Ich habe eine ziemlich bedeutende Baumschule und die Erfah- 
rung gemacht, dass unveredelt« Bäume, die ich mehr oder weniger 
als Naturbäume (Mutterbäume) betrachte, wo die Samenerziehung 
von mir selbst vorgenommen wurde, viel mehr Obst geben und dass 
diese Wildlinge bedeutend zunehmen an Wachsthum. 

Es scheint daher, dass die Acclimatisirung hier ein bedeutendes 
Agens sei, denn diese acclimatisirten Bäume haben die andern an 
Wachsthum überflügelt, während die andern klein geblieben und 
nicht so vollkommen geworden sind, als diese. 

Wir haben zu kämpfen mit schlechtem Boden, wir haben viel 
Schotter und wenig Humus und müssen künstliche Mittel anwenden. 

Ich stimme dem Herrn Frank bei rücksichtlich des Ueber- 
legene des Bodens mit Dünger. Ich möchte nur beifügen, dass, 
wenn der Boden keine besondere Ernährung gestatte, dies nicht ge- 
nügt; wir sind gezwungen, mehr Nahrung zuzuführen und im Juni, 
Juli und August mit flüssigem Dünger zu begiessen. 

Es ist dies den Schriften des Herrn Dr. Lucas entnommen, der 
in diesen Monaten den flüssigen Dünger empfohlen. Ich halte es 
für ausserordentlich wirksam und vortheilhafl. Man soll auf den ' 
Dungstätten Cisternen machen, da setzt sich durch Regen eine dün- 
gende Flüssigkeit zusammen. Mit dieser werden dann die Bäume 
begossen. Man hat das Dungwasser auch genüscht mit der Gülle 
aus Stallungen. Doch daraus könnten Nachtheile entstehen. Mit 
jener Flüssigkeit aber ist gar keine Gefahr verbunden , und wenn 
Sie diese Düngung an Ihren Bäumen anwenden, so werden Sie sich 
Überzeugen, dass sie von ausserordentlichem Yortheil ist. 

Ich habe noch andere wesentliche Vortheile dadurch erreicht, 
nämlich; Bäume, die meine Torfahren gesetzt haben, durch Düngen 
in kleinen Gruben , die man gewöhnlich mit der Hacke um die 
Bäume macht, zur Fruchtbringung gebracht. 

Herr LadislausTisza, Czan: Erlaubende mir, dass ich Ihnen 
einige hieher gehörige Erfahrungen mittheile: 



...Google 



n 

.. JJneMem loh einen. Bait VoirgenTMimw httts, unstte ic% einen 
ungefähr 10 Jahre alten Baum der Orleans Beinette entweder ab- 
schneiden 1 oder vereeiaen. Ieh wiMte das letalere. Am 17, August, 
*d einem sehr wamean-Serwiiertage, wurde der Baum heransgehoTMn,' 
wiedef eingesetzt und die Erde daim gehörig mit Dinger abwiegt. 
Er ist schön gewiebsah .und letrt in bestem Gedeihen. loh vir so 
gjack-lieh einige Aejfel von ümi tu uMn gehrten Herrn Prts*-* 
dantMa BcMckeni m Wbne». •■ ■ - ■ ■■■■■:■, 

Dasselbe ist nfir g&ebchei hei einer Bebiiiia, die ich m 
18. August herausheben and Tenwtw» muBsbe, und zwar gase gegörf 
dto Willen meines dwnatigen 'Gartawa* «Ines früheren Zöglinge un- 
seres- Äasideoten ,'■ dos jetalgen tnetltatBobsigartner and Lehrers in- 
KeloezmoMSWr bei Elweenbnrg. '■.'."/. 

Ich habe jenen Bama ■nät- eigenen Händen ausgegraben und* 
versetzt und « iat mir dadurch gelungen, meinem damaligen Gärtner 
i* Beweisen , ■ an« man' hni Sommer gan» wohl Bann** versetzen 
wen» ßie »in gehörig mit Dünger bedeeXt «erden; Die«»' 
igeA Ihnen an machen, 'mein« Herren, habe ich fttr meine' 
MiehS ■ gehalten. ■ ' : >■*» - 

-Fräs,; leb. Btimme iAH dem Gesagten völlig onere*«, doch ad* 
der Beschränkung , dnss der Somntertoieb bereit» abgeschlossen ist,' 
un^sieEndknospe' gebildet, sonst möflhtediePfianBiing nicht immer 
gerttten. Hier wiu* der Trieb jedenfalls so weit ausgebildet und 
iüBÜä&b gelang dieses Verpflauien im August , m belaubtem Zustand, 
wnan' ''die' sorgfaltige Behandlung' nnd das Bedecken der Brde mit" 
Dünger allerdings' auch wesentlich mit beigetragen haben. 

'Me Darlegung den Herrn Vorredners Ist Bebt interessant' ■ und 

• Herr 'Wilhelm Schleicher: Ich erlaube 1 mir, nachstehende 
Mlttfheiluag zu machen. Wir haben Bedeckung 'in unseren Baum- 
schulen eingeführt und auf die Lohe unsere Aufmerksamkeit gerichtet.' 
Sie hat eich aber nicht bewftbrt. Wir haben daher Mergel ge- 
nommeH, der häufig verwendete Kalkmergel, der bei uns in bester 
Form' vorkommt und in einem halben bis einem Jahre an der Luft' 
zerfallt nnd diesen aufgelegt-, 'besondere wo Zwischenräume waren. '■ 
Der Erfolg war ein sehr guter. ■ Wo die Mergerplatte war, war 
AU*' auffallend besser gewachsen und dann gibt es weniger Arbeit! 
Biese Methode , deren Versuch ror 8-4 Jahren gemacht worden 
ist} wird jetzt bei firiscngepflannten Bäumen regelmässig angewendet. 



Durah Anwendung des Mergels- .findet r auch , eine VefebessiBraug 
des, Bodens statt.' ■ i- .- '! ■. ' . ■■•''■'. 

, .Präs,:: Nach neuem geogooHUeehenVeniiohfln wird die! Tem- 
peratur de« Bodet« durch die. M«rgel«ng -nicht unbedeutend erhöht 
und biedurch auch, die Wurzelbildung jedenfalls sehe gefördert.' 

Herr Professor Bai k,e: Ich erlaube tau, Ihnea eine andere Me- 
thode der Erziehung bekannt zu gebe*, ..die : wir in Klostemöabiirg 
Gelegenheit haben werden kennen zu lernet, r. Bei wird dort .ein, Ver- 
fahren angewendet, .welches sonst foer Stefnebet den Harzfluss hervor- 
ruft. Die Veredlung wird 2nial yorgenommea bei ÄöpMa und Bim en, 
-.., Dasselbe habt), ich auch in Karlsruhe kennen gelernt, . .Ob ■« 
aber ebenso gut ist, als der. Btteksehni«, möchte ich bezweifeln, 
man erlangt keinen Vortheil dui-ch-- die Zwiac-henteredlueg- ,...«*, ;is^ 
nur- eise VenaehruBg der Arbeit dureh 2xoaliges Veredeln. 
.. Ich kann nur. einen kräftigen KückBchnitt' empfehlen. 

Herr Breit wieser aus Kiew: Ich wiU nur etwas erwähne«, 
was: der Herr Präsident schon berührt h*t v . nämlich, die fQ ßtt Q 
Herbstpflanzungen. ■..— Ich, bin in .einem : s*tbx, kalten Klima, und 
die Transporte von Bäumen aus dem Auslande sind oft 'sehr spät 
angekommen; mauchwal war es oft nicht; mehr möglich, sie noch 
zu pflanzen. loh habe äe indess, so lange es. ging., .immer noch 
einpflanzen aber dann atieh kräftig wschlemmea laasan,, denn durch 
die Einechlemmung , setat sieh die Erde an die Wurzeln und {wenn 
es dann friert, .kann der Frost nicht leicht zu den Wurzeln dringen. 
Durch diese Einschwemmung sind mir meine Bäume sehr schön ge- 
wachsen. ..■ 

Präs.: Die Wärme dee .Bodens übt, wie erwähnt, einen sehr 
grossen Einfluss auf die Neubildung der Wurzeln aus. Im Marx 
und halben April ist die Bodentemperatur in der Tiefe die durch- 
schnittlich niedrigste und also keine zuträgliche zum Pflanzen, wäh- 
rend im Herbst die Bodentemperatur in 2 — 3' Tiefe verhältnismässig 
eine höhere ist 

Es ist leicht möglich, dass bei Kiew die'Bodenwänne selbst im 
Januar noch eine für die Wurzelbildung günstige ist und nach der 
besonderen Beschaffenheit des dortigen Bodens ist diese Zeit vielleicht 
die beste , weil dort Schneelagen später die frischgepflanzten Bäume 
schützen. Es ist dies eine wichtige Frage, welches die beste Pflanz- 
zeit ist und fast für jede Gegend treten hier nach Massgabe der 
herrschenden Boden- und TemperaturTerkältnisse Modificationen ein,: 

Google : 



«flö ^dweMbea Sltfle •*» Büseland und' immer beöe-fiäftigt mit Ohst-s 
baumzucht. ••" ''"'' "' " ■ *" ; " '-' ■■' '- 

t- -■■'•• ; Wäa MJft Pflege der' Bäumö betrifft, sowohl auf festen Standorten 
ÜB»atKfti'iB den* iBaumsehnlen ,' möchte iot noch 1 eine Methode' in 
■Etw8ftrHr% briogeii 1 , ' oftmikk da« Eintaäohen der Wtmela Tordäm 
fftamsni in lehmigen Böden, 'der mit Wasser au- einem Brei vir-' 
Krischt fei" '''■'■■■ •' -■ -■ - ,! '■'■ ■■ '■■■-''■''>■[ 

•&■• Wir haben gröretentheils- sandigen ; Boden und'Wasser mangeflf 
tr& 1 's*#r.''Se)bat im Vorjahre ■ hatte ich nicht' hinlänglich Wasser, 
hat meine pflanzen zu begießen. ' Da habe ich das Von Cr. Lucas früher 
empfohlene Verfahren angewendet in : grossem 1 'Massstabe, und 1 mit 
g*feem forolgl Ich pflanze 10000 Wildlinge jährlich und sie Wachsen 
au« sehr' gut. Ich habe mit dieser Methode sehr' gute- Erfeige ; efu 
»htW ; and' tnftchte- sie daher auch hier bestens empfehlen,' 'i : - '■''■> 

Bett- flofgärtner Grill, &andshut, bemerkt, dass er jaa&SMi 
tO,Ö**:Wildlinge zu pflänaen habe, welche' er durch Eintauchen ; itt 
Lehmbrei in einem trockenen Lehmboden pflanzen mnsse und habt* 
M'&aSfr 1 Praxis eahrigute' Erfolge gehalti : ' ■''-■■ 

-■'■■■iBery Gaätetibwlabrer Schäle, Carisruhe,' bemerkt gegen Bette,' 
*asst im La'ndWtrfewh.: Garten- zöCarfsrube die'Doppelveredlung nicht 
allgemein sondern nur mehr als Ausnahme and bei' 'einzelnen Sorten 
angewendet werde: Wolle martdie Schlage gleichmaesSg abräumen, 
so sei" diese Methode nöthig , denn wahrend die Goldparmäne ii 
3^4 Jahren Stamm und Krone ausbilde; sei- dies- bei dein Edel* 
borsdorfer erst in 0—7 Jahren der Fall , und' bei 'solchen ' langsam 
wachsenden Sorten werde die Stammbildung 'sehr befördert , wo« 
maß- fiine etarkwachsende Sorte zuerst 'veredle und dann die schwach- 
wachsende Sorte erst in die Jfronenhohe veredle. Für höhere Lage«,' 
bemerkt derselbe schliesslich, eigne sich indess die Kronenverediurig nicht. 

Herr Kroczak aus Brünu: Ich mochte hinsichtlich der Be- 
deckung mit Stroh und Dünger Bedenken äussern. Insekten, Regen- 
Würmer legen mit Vorliebe ihre Eier und ihre junge Brut in frischen 
Dünger hinein. Wir könnten da sehr leicht an die Stämme unserer 
Obstbäume solche Insekten hinziehen , welche den Wurzeln der 1 
Bäume u. s. w. Schaden brächten. 

Es wäre daher angezeigt, wenn Strohdflnger- verwendet würde, 
dass derselbe dann mit Erde bedeckt werden soll, wo er 'dann wenig«» 
von Insekten heimgesucht werden wird. ' ' "* •■' ''' 

, Google 



■.3r*s.t.Ifth möchte dagegen bemerken^ |d«s bei dem Unjlegeu 
eipef, dünnen S*ren,nra frwehgepflanzte Bäume wenig Schaden iw» 
Insektes zu fürchten ist. . : 

J)afn> birgt die Erfahrung einer langen Beihe Ton Jahren aas 
Frankreich, Italien., wo kein. Baum eingesetzt wird, ohne dass. rnae 
djfl;Bp4eiJ, danach mit Streu deckt; tob einem Düngen der Bannte, ist 
daher keine. Bede, sondern nur von einem Schatz bot Erhaltung d« 
Feuchtigkeit des Bodens. Aber da Dünger gewöhnlich und übfiraH 
in Bauernhöfen, leicht au erhalte« ist, so wird dieser .ineisi angc- 
wen4et, Dans dadurch Insekten angelegen werden können, das geh* 
ich, vollkommen; za; doch habe ich noch siebt bemerkt, dass irgend 
w* durch Insekten ein Schaden herbeigeführt wurde. 

, Herr Palandt von Hildeshahn: Ick muss dazn bemerken, dass 
ia^GflgeodeP, W* viele Maikäfer vorkommen, via bei uns, dieAueieni 
des Herrn Kjrosjak richtig ist. Denn ich habe schon zn lOöt» 
Jungs ötflnanoe dadurch retloren, dass ich sie mit Lohn -umgeben 
habe, da. das Weibchen- da Maikäfers gar so gerne dabineinfcDbrt 
um E[e* zn legen, Man mnss da sehr vorsichtig sein. ,- 

Ein anderes Mitglied bemerkt hierin: Ich haha dieselbe Erfafa- 
rniig bei -Jiohe gemacht; ich habe eine schwache .Decke Ten iLohe 
gemacht und als ich dann im Herbst diesen Hfigel zerstörte, fand 
ich. «ine. Menge tos Maikäfern darin. 

Professor Koch, Berlin: loh habe gefunden , dass in Betreff 
der Deckung beide Theile sehr recht haben. Es kommt darauf an« 
an welchem Zweck man deckt 'Dr. Lucas fahrte an, dass man im 
Frankreich viel mit einer humosen Streu decke; sie decken dort blos 
deswegen, damit die -Sonne nicht einwirken kann; das ist dort sehr 
nothwendig. Etwas, anderes ist, wenn wir starker decken, tun auch 
Nahrung zuzuführen.. Da ist das ganz richtig , was Herr Kroczak 
gesagt hat, dass es eine Mass» von Insektes gibt, die wieder andere» 
herbeilocken. Der Maikäfer ist der gefahrlichste und thut grossen 
Sehaden und auch andere Insekten sind gefahrlich. ■ - . . 

Herr Hooibrenk ans Wien fuhrt an, dass in seinen Gärten in 
Hietaiug trotz der Deckung mit Lohe weder Insekten noch Enger- 
linge vorkommen; gegen letztere habe sich die Lohbedeckung sogar 
als yortheilhaft bewahrt. 

Präs.: Es geht aus unserer Debatte hervor, dass wir bei der 
Bedeckung der frischgesetzten Obstbäume wie Wildlinge mit einiget 
Vorsicht Terfahren müssen. 

n, g ,uc,.ib/G00gIc 



■ ■'Es' soll aber nicht hfer' Votf KrttUtrtmg- die Bscte 1 sein', BSttdern 
ton Schutz. Ob vir hiezu halbverfuitlten Mist oder etwas anderes 
nehmen , bleibt sich schliesslich ziemlich 'gleich. ' Der Mist soll nur 
«ine schützende Deci-ung geben gegen zi grosse Bnrflrmang des 
Bodens durch die Sonne und zur Erhaltung der Feuchtigkeit. 1 

"Wir gehen nun zur Sten tJnterfrage Aber, welche Herr Land- 
wirtbschaftslehrer Arnold aus Trier' einzuleiten die Oute haben wird. 

Harz Arnold aus Trier erstattet hierauf das Befer&t: 

Die Frage, worüber ich tu referiren habe, ist eine so umfassende, 

dass, es mitBücksicht auf unsere beschränkte Zeit geboten erscheint, 

nur die wichtigeren Momente hervorzuheben. Als solche führe ich an: 

a) Die Pflanzung. ' 

b) Den Sommerschnitt und Sommerterjüngung. ' 

c) Die Düngung. ' - 

Blicken wir auf den Standpunkt zorüek, auf dem die 'ObateuHur 
tot nur 10 Jahren stand, so können wir unmöglich verkennen, dass 
ein bedeutender Fortschritt in verzeichnen ist.' 

'In Betreff der Pflanzung möchte ich zunächst hervorheben, dasa 
man allseitig die alte schlechte Methode verlassen hat, in klein« 
Pflanzlöcher in machen. Wahrend man früher sehr häufig 
die betrübende Wahrnehmung machen konnte , dass die Baumgruben 
nur gerade so viel Baum hatten, nm die Wurzelkrone in sich auf- 
nehmen zu können, treffen wir jetzt die freudige Erscheinung, dass 
die üeberseugung eich allerorts Bahn gebrochen hat, 'dass eihe Haupt- 
bedingung für das Gelingen der Pflanzung in der Errichtung einer 
ordentlichen ' Baumgrube zn suchen ist.' Ich habe häufig : gesehen, 
dass die Baumgruben 1,85 Meter wert Und 0,76' Meter 1 tief gemacht 
'■"' -wurden^ selbstredend' genügen Kr gute, tiefgründige Ackerboden 
1,10 Meter Weite und 0,60 Meter Hefe. Wir' sehen ferner, dass die 
Obstsaefiter sien nicht »ehr' tue Motte VBrtirieawn '&•*(*, Compost- 

- ''-erde herbettuseUSm wad mit der Erde: gut zu -mischen , Womit die 

Bsnmgrubeh angefüllt werden sollen, wogegen 1 früher so- häufig der 
■' Missgriff begangen wurde, die Baumgruben gans mit Cetipetterde zu 

- -füllen, in Folge dessen soth wendig erweise der Wuehs '-des Baumes 
'«locken nMsste, sobald die Wörtern «6 die OrubftnrttriVr , eise an 

■' ' : seMeflhte Eule Juwift«.' * ■ >' : -' ,: ' v ' »"'■" ■ 

- ' ' Als «ine weiter« wichtige Tetoesdernngf' mSehfer Jen' die' Hügel« 
1 pflafrwtag erw«men.' : «Mfte'Ut-bekaiurtliOh- 1 da am Platzt, wv der 

"- " >*»*«h' iv ' geringer' ftefc; ■■ etwa. Trti Ö,TO IWtw, ' e^ow ikrtslgl^a;' «der 

• ■i*häh daf wW'üeli 'stauendes ÖWndWawfisr ■ heffistfitj' -Der' BWaaV wird 

auf das flache Land gesetat und nun Erde ring*** »*g«fel**i ae 



„. ;da*s .«,;■* Bausiaoheibe mn 0,60 Steuer. -H,4h«. ; und , etwa : , 2^0" Meter 
.. .- Breite ßa^stelit. Ueber. das Bede etwa der Banjnach* jbe raitfluinosej 
. . Streu hat mein Freund Fra*k. i heie,ii» bprjpk>$. ■ : < ~„ ;i 

t, ,, Ich gehe iwn^ demSommerachnitt uudzuideDYerjßngung 
ftber. Während früher durchgehend« : im Winter und im Frnbiabjr» 
., das Ausputzen der Säume geschah, ist man jetzt, angeregt der et 
, ., die ausgezeichneten Resultate, welche unser verehrter Herr Präsident 
" " im Pathologischen Institut in Reutlingen 'erzielte, iu dem viel zweck- 
mässlgeren Somme'r-Ausputaen übergegangene' -Hasseln* ge- 
schieht entweder gjejch nach der Obsternte, oder im Falle, dass 
einzelne Baume kein Obst tragen, schon im Sommer. Die Erfahrung 
hat ,e ciataut die Zweckmässigkeit des Sommer-Ausputzens bewiesen; 
ich. hebe beispielsweise nur die bessere und raschere Verwachsung 
der Wundränder hervor, sowie, den -Umstand, dass w^r im Sommer 
am Leichtesten zu beurtheilen vermögen, welche Aeste und Zweig» 
j. .enttarnt: werden müssen und welche nicht, Dass der. Schnitt im be- 
v .laubten. -Zustande des Baumes ausserdem ein. Mittel zur Erhöhung der 

Fruchtbarkeit ist, setze ich. als bekannt voraus, . . 

„. , Die Yeijungung. der Bäum« wird bekanntlich dann ange- 

„ J , . .wendet, wenn das Gleichgewicht des Baumes dadurch gestört ist, dass 

derselbe nur Fruchtholz , aber keine Hoktriebe mehr bildet, wie wir 

, dies bei besonders fruchtbares Sorten, wie Goldparmäne,, "Winter- 

dechantsbirne etc. sehen können. Dadurch nun, dass die Aeste der 

t Krone auf >/i bis V ihrer Länge zurückgc schnitten werden, .erhalten 

wir' wieder eine Menge junger, kräftiger Holztriebe. Früher hielt 

man als beste Zeit zur Vornahm« dieser Operation den Spätherbst, . 

allein wie Ihnen bekannt sein wird, .hat Herr Dr. Lucas auf, dem 

, grossen Ba.uio.gnte ,dea Pomologischen Institutes seit einigen Jahren 

,,. .ganz auffallende Erfolge dadurch erzielt, dass er die . Verjüngung 

( gehonum. Mitte A,na;nst vernahm. ,. _ .1 

-. u<r>,. Ich, .toniiie nun, zu der Düngung der Obstbäume. 

, :■■ Wahrhaft erfreulich ist es für den Pomoiogeu, dass die aLteAu- 
. sjqht, der Bsum bedürfe, keiner, Düngung, oder .dieselbe Mn*de:noch 
iv sogar, «endlich einmal als «überwundener Standpuuktbezeiqb.net werden 
: . ,.ikaqn. Es ist" dies in erster Reihe den seit Jahien. fortges eisern. Er ~ 
n wahnungen .und Belehrungen .unseres verehrten t Herrn Präsidenten 
durch Wort und Tbat zu verdanken. Man hat ite umnnstösslich 
-I.- ripmtig anerkannt, dass der Baum ebenso gut eine Düngung noth- 
(.,.. wendjg hat, ine' jede andere Culturpflanze, ja, dase sie. iu noah:'höhe- 
-.■i^qmörad« bei-ihm.nethwendig ist,- da derselbe auf seinem Standorte 
i-r-vstejwn bleiben «nw, ako die Vortheilo der logenoncnton Fruohtfolgo 
ob pKM.&i&w tau». '. ■ , -j ... '..■■•:■. v :.t ...:. 

, y Google 



Nehmen. wir die chemische Analyse des 1 Hblies und der TnicH 
asHilfe,, so finden wir xndemv data nie 'löBÜflhen mineralischen .'Nahr- 
e>offa, welche der Baum bedarf m: . bweaHen XaU päd PhosphoiBfifl» 
— meist nur in geringen Mengen im Soden vorbanden sind, also 
■ durch zweckmässige Düngung angeführt weiden müssen,, wenn wir 
reiche Fnichternten haben wollen.. 

Heber die Art und Weise der Düngung ist in dem vortrefflichen 
Werke ,Die Lehre fom Baumschnitt* von Dr. Lucas dos Notlüge 
gesagt and verweise ich desshatb ' darauf, loh habe am Rheine vielen 
- Obstzuchtern die Düngung empfohlen tmd -ohne Ausnahme die besten 
*Bessltate gefunden; besonders möchte ich herrerheben, dass durch 
die reichere Ernährung die Blirthen widerstandsfähiger gegen schlechte 
Witterung werden und die Fruchte sich 'bester ausbilden. (Bravo.) 

Herr Begienmgsrath.Beck von Trier: M. H.!' Unsere Frage, 
die besprochen werden soll, lautet: Welche neuere Methoden sind 
in der Praxis des Obstbaues in der Banmpflege eingeführt worden, 
und der Herr Vorredner bat darauf Bezug genommen; nun ' aber 
glaube ich nicht gegen die Tagesordnung zu Verstössen, wenn ich 
erwähne, dass die Frage nicht nur eine technische, sondern auch in 
administrativer Hinsicht besprochen werden soll. 

Die Regierungen haben allerlei Ansprachen erlassen, die Bäume 
besser zn pflegen , und wir sehen dennoch , dass die an den Staats- 
strassen befindlichen Baume meistens schlecht sind. 

Wir haben im Begierungsbezirk Trier 6i Meilen Staatsatrassen, 
134 Heilen Baairkestrassen ,,, die aus dem Provinwalfond erlalten 
werden müssen. 

Es bat sich die Regierung die Aufgabe gestallt, mit gutem 
Beispiel voranzugehen. — Es ist da die Kleinwirthschaft , die ans 
vorzüglich hindert. Es ist ein Unterschied , wenn die Regierungs- 
behörden mit Grossgrundbesitzem und wenn sie mit kleinen Grund- 
besitzern zu thun hat, welchen, sie durch gute Beispiele voran gehen 
muss, wie das Königreich Württemberg sie uns, gegeben hat. 

'■ Wai in dieser Hinsicht im Regierungsbezirke Trier geschehen 
ist« hat. die König!. Regierung in ein*r kurz gefassten Schrift drucken 
lassen und ich werde die Ehr* habe», era in der Versammlung ver- 
tbcilen zu lassen. 

Daraus werden Sie die .Maanegeln kennen lerne«, den Obstbau 
hh ; gross* Mastetaha mftnmra. Wir haben in 10 Jahren 240 Mor- 
gan in dem 191 □Meilen grossen Regierungsbezirk bebeut, dann 



«4 

von 61 laafondeii Meilen Stsataltrasse'v 18 ]| eilen* vdbttddig ange- 
pflanzt, wir haben 18,8*0 Thlr. für > Bemropfkniiungen aufgegeben. 
Nimmt man den Aufwand ffir den Baum Eti2ÖSgT. an, 8o-smd"über 
28,099 Bäume in den lefeten führen I&59— 1872 gepflanzt worden. 

Diese- Schrift 9611 zugleich dienen ah Einladung'; nämlich ich 
bin beauftragt worden von dem' CongreM, der" Pomologeri und öeno- 
logen, der im Jahre 1869 in Bingen tagt«, als Geschäftsführer dieses 
Congresses Sie zu dem nächsten Congress 1874 nach Trier einzuladen. 
Dann kommt hinzu, dass die Deutsche Pomologenyersanimlußg im 
Jahre 1872 in Brannschweig beschiosa,, . gleichzeitig mit den süd- 
deutschen Wein- und Obstproduoenten in Trier zn tagen, und diese 
(braunschw.eiger. Versauuoiiuig hat mion ebenfalls zu ihrem Gesehafts- 
f iihrer ernannt., . 

Wir werden die Ehre haben, die'Pomologen und Öenologen 
Deutschlands und anderer Länder bei uns zu sehen. — Im Auftrage 
der Stadt Trier, der Königl. Regierung, sowie des Casinos des land- 
wirtschaftlichen Tereins für Bheinpreussen und des Gartenbauyereins 
zu Trier, habe ich die Bitte auszusprechen, dass Sie uns im nächsten 
Jahre zu diesem Congress zahlreich besuchen mögen. Die Stadt 
Trier, die sich als alte römische Stadt noch fühlt, bietet Ihnen sehr 
■viel Alterthümer. Die Umgebung von Trier mit dem reizenden 
"Moselthale ist eine der schönsten Stelleu Deutschlands. Die Wein- 
kultur erstreckt sich hier auf 18000 Morgen und der Mosel- und 
der Saarwein ist ein sehr beliebtes Getränk. Sie finden bei uns eine 
reiche Obstkultur. Und bo glaube ich-, ■ dass die Versammlung- zu 
Trier Ihnen Anknüpfungspunkte in grosser Zahl bieten wird, irad 
dass Sie mit- Vergnügen sich fhrer erinnern können. Ich erlaube 
mfr nochmals meine herzlichste Einladung anzusprechen. - (Bravo.) 

Präs.: Ich danke dem Herrn Geschäftsführer 'der Versammlung 
m Trier Namens des Congresses für die freundliche 'Einladung va& 
denke, dass recht Viele von Ihnen mit mir den gleichen Wunscn 
hegen, dieser freundlichen Entladung zu- entsprechen: — ' 

Bind Herren hier, die über diese neuereu Methoden .'in der 
Bstamkurtur sieh äussern wollen? ■ Da sich Niemand 1 znm Wort 
meldet, Bchheese, ich diei Debatte und wir haben den ersten Gegen«, 
stand unserer Tagesordnung beendet, und zwar wie. loh glaube ans-) 
Ährlidi und za üleeföger Zufriedenheit. - V ■■'■- r i ...-■ -1 
- .Ich mochte ni» -die Veraaininrnng fragen , ob iah Herrn Dr. 
Bynaeit' .<wn iGoht .einlade >d*f v .«men;. Vortrag] üb* id& JkTotfc; 



«Bndigkfrt einer w V»r»irif»ßh>nn|: A^Artstnoaunhuis/tar" 
jetetitiu halten. <Ang«oimtifln.) 

1(a IVofessor Pjoaert tnis'Gent: ' ' : / , .'. 

"•■' ' ' Meine Herren! Ks erscheint meines Erachten« ganz Überfrossig, 
-''die IJriankCmnirichkeiten nnd Folgen einer fehlerhaften Hikd compli 
'•> Wirten- Heraeftoiatür ausführlich %a beatithuen. flelehrte Und Fach- 
.■" > ' niäöiwr Werden wir uns wohl alle Aber diesen Pttnkt einig; finden. 

Dennoch dürfte '-tt nichts de stow eniger unbestreitbar Sein, 1 dass 
' "'eben Unter des letzteren, namentlich den Baomschnlbeeidern und 

- ' .des Erteogern neuer Obstaorten, den Segeln' der Wissenschaft nicht 
'genügend Rechnung getragen wird. 

'••'•' •' Ich halte es ftr- einen nflteliefaen Gegenstand , meine Herren, 
"■ wenn ich diese Versammlung, -welche eo ■ viele Männer unter sioh 
lählt, deren Hamen in der Potnologie und ObstbaumtucM als Autori- 
täten gelten, ersuche, sich misdesteus in der Form eines Wunsches 
1 ; "'■ luetimmend xa den Antrfigen, welche iah Ihnen "vönuiegen' die Ehre 

haben werde, in äussern, ■■■■.-■' 
■■' Die Frage der Komenelatnr ist' sowohl : ih der Fontologie, als in 

■ der Botanik ton grosser Wichtigkeit und der Einflnss auf die Fort- 
' schritte ■ der Cuitur und Kenvtniss guter Varietäten -wfrd wohl lon 
■* ' Niemanden' besweifelt werden können. 

1 Man beklagt sich daher schon längere Zeit wohl nicht mit Un- 
recht über die Verwirrung, welche in der Benennung einer grossen 
> ! Anzahl dieser Varietäten herrscht. 

Diese Frage steht anderseits auch mit jener der Classification in 

innigem Zusammenhang. Läset diese bei dem gegenwärtigen Stand« 

unseres Wissens auch noch mehr oder weniger tia wünschen übrig, 

eo erietiren doch Obst* Gattungen , ftr' welche eise wissenschaftliche 

"' ' 'Hiatheilung angenommen werden konnte. So lassen sich dieFßrsiche 

■' ebne die mindeste Schwierigkeit in eigetitHehe fürs lohe, inBroghons, 

- ■ ' at g*atlbä*tige <Neetatisen) und MHrhhaarige, nicht vom Kern gehende 

(Paries) abtheileni In diesem Falle wäre es stete 'Yettheilhaft,'dem 
_;,.; jfamen darj.Variatiätreine: Ben-arichn,ung : T«iao8g«lten n- las- 
... , ,-sen, welch« die Abtheilung, welcha^sie, angehört, cr- 
... i( kennen lässig 

Gau etwas anderes aber Ut es unserer Meinung nach, wenn es 
..sich um Gattungen handelt, Ober welche die Gelehrten steh noch 
'■'" 'nicht' geeinigt 'haben.' '.""'.' .' 

v ' ,r """''Wir nennen in dieser Beziehung tor Allem die Birnen und Aeprel'. 
'■'''■''Is'tietrfir der «fiteren meinen wir wäre es'senr torthüilliaft (selbe«- 
• "" «rBtfin«}ci «irTöeZukolifl},- fto Sorteafcensmiun^tn wi*>B*£abottei 
■i''^Bi^i ( ;Srt^■'V;Oblsrt^,.i%eM■e'yÄ^G^nBm^;:u. u.mr.ydnd awi ** 



-. :. Aejtfeto iffie .von Oalvifi»; gsiaatie.'Sfiiiib&Qr'u. ii.«y «Ml denen bis 

m einem gewissen Punkt wirklicher MimlMmo«h. gfitriaben worderr ist, 

gänzlich fallen zu lassen. Diese ^Benennungen bei nesen 

■. Vari,ei i ä..t ep,. nicht JUS'Lr. wiiiT^ndeu., wäre, bereits ein 

;;. ei;8tJä ; T ( S eli ritt zw, y.ereiufaeh.nng der Nomenclatur. 

- : : Welcher Wer.th .ist anoh diesen Ausdrfle ken iwalegrai, wenn wir 

, f . in demSvrmym-VeraeiclmiBse gewjew.Birnea gleichzeitig; als Beurra, 

.-,: Dopenne" «der Bergamotte. bezeichnet linden? . ■: 

. Was die Benennungen selbst betrifli, so rand die. kürieaten wohl 

die besten. .Man darf nicht vergessen, dass,wjrk]ich.gute und .empfeh- 

lenswerthe Obstsorten sich bentantage ungemein schnell nach allen 

,„- Wettgegenden verbreiten und dasa Namen, welche einmal die Grenze 

. überschritten haben, um so eher verstÜMmelt werden, je. länger 

■ sie sind. . 

Merzen wir also die unnützen and üb er flüssigen Dinge aus. 
' : Vermeiden wir mit gleicher Sorgfalt, die WiederjiQlungöB. Warum 
nennen wir die Birne Souvenir de Simon Eonyiftr.ata.tt Simon 
BunviBt kurzweg?,! Und ..würde : eine .Simon Bourier* bezeich- 
, nete Varietät schon eristiren, wie es wirklich der Fall ist und in 
ähnlicher Art bei vielen anderen Birnen der Fall ist, so Beweist 
dies eben den Doppelgebrauch von Wiederholungen, welche, nur Ter - 
wixrungen herbeiführen und die Schwierigkeiten des Studiums der 
,- : Pomologie vermehren, -wie wir denn bezeugen müssen, <iass dieses 
Studium nur durch die wachsende Ausdehnung der NomeneUtur und 
die Anstrengung, welche sie dem Gedächtnias auferlegt, so trocken 
geworden ist. 

Wir -verlangen endlich, data in den Catalqgen bei allen Varietät- 
Namen auch stets der. Käme, des Erzeugers oder des ersten 
, Autors, der sie beschrieb, angegeben werde — und. .halten es für 
, überflüssig, die Nothwendigkeit dieser Vorsicht au besprachen, welche 
die Herkunft beachtenswerther , in den Sammlungen ihren; Kam; ein- 
. nehmenden Fruchte überzeugend beweisen «oll. 

■ Präs.: Sie gestatten mirwohl, meine Herren', dem sehr wohl- 
gemeinten und ffir Belgien tfnd Frankreich ungemein wichtigen Vor- 
trag des Herrn Professor Pynaert nur kurz zu entgegnen , dass wir 
in der Deutschen Pomologie jene von unsern Nachbarn so unbestimmt 
gebrauchten Familiennamen für das Obst prjcisitt haben und diese 
Namen nur in einem bestimmten Sinne gebrauchen- ,. Ich erinnere 
mir an .die Familiennamen CalyUl und Beinette, .welche in der Deutschen 
Pomologie sehr streng geschiedene. Begriffe bilden,-. ip^rtnkreiph und 
Belgien aber.gar. oft TensechsBlt, werden. , -8e : wurde ■%. iB, iitidem 



2! 

Bivor*isehen\ ANaan der : BemdlGgie nun' JLotiieL SternsqiwrUia i<Jdi 
Üalvitt*. atsil*.*l)gjebtt4it;TiBi »IsÄeuwtt&etäiW beschrieb«. Bergt/r 
motte und Butterbini sind 'boi^bnn vollkommen verschiedene Bfgriät*, 
die ersteten sind Tundliche oder s^felfonnige: schmelzend» Birnen, 
die zweiten habijn. bei igbsicher Fleisi&beschaffenheit stete eine irtagt 
liche Fora. ;-„■/-.. ■■- •'-.■■ . 

Was die; langen Kamen betrifft , so haben vir seit 1860 .; als 
das .Handbuch der Obstkunde gegründet wurde, genau ; dasselbe, tu 
ans Pjnaert empfiehlt., beachtet and i. E. dem Grossen böhmisohen 
Sommer Kosenapfel den Namen Böhmischer Kosenapfel , aus 
der Englischen rothem liimunönreiaietto blos eine Limoneiueinette 
gemacht. Das Illustrirte Haadbueh gilt für uns in Deutschland als 
die- «tissehachaftliche Grundlage für unsere Ponroäogie.-- Wir haben 
im ;Handbuch auch den -Erzieher oder ersten Autor j der .die erste 
wissenschaftliche ^Beschreibung lieferte, so weit es möglich war. dem 
Kamen beigefügt und dies namentlich bei neueren Obstsorten beob- 
achtet. "* ' v >.' --■ ...... ■■ 'l". , 

. 'Wir haben aber auch mm für die sämmtlichen Obstarten gute 
nnd brauchbare Systeme aufgestellt und verehren in unserem grossen 
Diel einen Linne der.Obatsorfenknnde und Systematik. - Die Klassi- 
fikationen Diela .habe ich gesucht zu erweitern und habe für die 
Aepfel und Birnen je 15 Familien, in welche sich alle vorkommende 
Sorten einreiben lassen, festgestellt, für welche airgemeine äussere nnd 
innere Merkmale, entecheidand sind, abar wir haben auch zugleich 
12 Klassen fürdie Aepfel, wie für die Birnen blos nach.der äussern 
Form und der Rai&eit, also, gleichsam ein küustlidies System, neben 
dam .auf natürliche "Verwandtschaft oasirten andern System, so daaa 
Vir, wie in der Botanik, zweierlei systematisch« Eintheilungen . nej>ea- 
sinandfir haben. -Sie find«n in mehreren meiner Schriften dies* 
Systeme g»nau erörtert < . f i ■■■<■■ 

.Bin .Aufgeben dar .festgestellten Familiennamen. w& Butterbjr», 
Fiaachenhin), Grüne Laugbirn. oder , Rosenapfel, Reinette, Streiflieg 
wfade, bei m# .nicht' zweckmassig, ja sogar gar nicht möglich -sei«. 
Im iGogonthsil suclwa wir diese Familiennamen, weil .sie, fbej ims 
baftfnuttaBegrHft hahoi^deB Kamen der neu zu beuajinffliden Sörüen, 
soviel als möglich beizufügen, z. B. Oberdiecks Reinette , Bremer 
Buttetbim n. R-yw, ■■ -.■.-,- : ,. " . .i :.:., i. '. 

Die von dieser Regel .abweichend gebildeten Decaisne'schen 
Namen sind trotz der Berühmtheit des Autors und den herrlichen 



AbbittuiigeB und > vm^fFliehen BescnneihungBn tawuVhia yrtafc voei 
kninerä andern Auto» 1 angenommen .worden andl» keinem der mir 
Zäunten Bnmnsefcnnmeataiögej zum finden/ v* <•<.'■' 

Prot Koch: Ich möchte wohl AenmibTiden Anaftlhrnngeu des 
Hjttrn Dr. Lucas Reeht geben, halt« aber 1 demungflftchtet: den von 
Herrn Pynaert angeregten Gegenstand für sehr wichtig; wir sollten 
die Hände nicht ruhen lassen und ans verständigen , ' noch ehe" wir 
ere* einmal in Belgien zusammen kommen. Streben, wir lieber gleich 
«ine thnulicbe Vereinfachung an — behalten' wir »her gangbare! und 
bewährte Namen! 

■ "Prof. Pynaert: Ich anerkenne vollkommen die in den Werken 
des Direktor Lucas so richtig durchgeführten Grundlagen derBe- 
neniwmgon — aber es list dtess meinen Landsleuten fremd nnd das 
kante von mir Gesagte gilt namentlich ihnen, da eben die Belgier 
eine Hauptnrsache der Gonfusion sind, und das gegen sie Vorgebrachte 
sollte durch die Unterstützung einer Versammlung von aUgBBCubr 
neten Pomologen aus allen Ländern ein moralisches Gewicht erhalten. 
Uebrigens habe ich meine Bemerkungen auch nur für die Zukunft 
machen wollen* und stimme- vollkommen Dr. Lucas bei, dass'die 
bereits bewährten alten Namen beizubehalten sind; wie irrationell 
und willkürlich man aber fortwährend bei uns au Werke geht, kön- 
nen unzählige Beispiele beweisen, wo' ich Ihnen nur die ein» mit 
dem Namen der Obsttochter Gregoire verbundene Reihe von Famüien- 
benennungen (seiner Frau, .Tochter, Sohn, Cousin, Neffe etc.) «rt- 
wähnen will. .-.".;■ r , ■■ 

- Herr Gerold konstatirt ebenfalls eine unter den heaerto A.eofel'i 
Benennungen herrschende Confoeion, gegen welche eine anzubahnend* 
OonformitätNoth thue und nachdem Herr Prof. Koch nochmals am? 
die anzustrebende wissenschaftliche Begründung einfacher Benennungen.' 
zurückkommt, und namentlich die Birnen nach dieser Richtung ola»-^ 
sifleirf, zu wissen wünscht, auf die Entwicklungsgeschichte 
dar Früchte hinweist, wird ein diessbeKuglioher Vorlag des fcTantt 
Professor auf 1 die morgige Tagesordnung' tu setzen -beschlossen untt 
werden' am Schlusso der heutigen Sitzung noch jene Herren bestinmit,! 
w<*cfc& als Referenten aber Pankt 2 r 3 ond.4 W börickten stetig*-! 
ftiögstt bereit erklären. ■!>:-■-• "■■ .■■•;■ u\ü.-.-\ u-.i . . . -.- -.'.; i-'-tm 
Die Vorschläge Pynaerts fanden allgemein8''A*erke«rjBög. r ii 



i -v ,.- y. Zweite 5itzung. , 

Beginn der Sitzung um 9 Uhr 20. Minuten. . 

Den Voratz führt der I. Präsident Dr. Lucas, welcher naieh 
einigen geschäftlichen Micthäloflgeß aber die abzuhaltenden Eicur- 
sioeen das Wort ergreift | um dem Congress zunächst einige kurze 
MitUwilnngen nherden Deutschen Pefnologenverein zu röachm 

Vorher' Verliest der Herr Seeretftr. Bermann die Namen der bii 
dahin mscriburten CongraKmitglwder und ea wird beschlossen, tüte* 
liste »fort 4r«Ün m lassea, damit sie jedes Mitglied sobald ata 
mögUeii «halte» könne, 

, Pr4s.t Ich möchte mir erlauben, den verehrten Anwesenden 
einige Worte über denReutschen Pomologenverein an sagen » 
der durch' zwei Vcratandsinitglieder in Ihrer -Mitte vertreten i3t und 
drei Abgeordnete hierher, geschickt hat , ntmlich : Herr Arnold!, 
Lehrer an der Höhern Landw. Lehranstalt, in Bitbürg bei Trier'; 
Hm Professor, Bei fce aus KoBztiiely imd Herr Inspeotnr Frank aus 
T«MBt.. '..■." 

:. . DetPesMlogenrereM hai seine segensreiche Thätigkeit ober ■ alla, 
Länder, wenn er "sieh auch nur .Deutscher Pemologanvereia' nennt, 
SM^ebreitett «Ad wir schätzen vm gtteklich ans Qesterreieh-Üngani 
eh» namhafte Zahl Mitglieder onset nennen so dürfen. 

Die Th&ügkei« dieses Vereins ist jedoch zu wenig bekannt; ich 
habe daher eine kleine Zahl Einladungen cum Baliritte mitgedacht, 
nm diä Herren, die. den Verein noch nicht kennen, damit bekannt 
ab machen. Sein. Stieben ist/ die deutsche Obstknnde vorzugsweise 
es heben, eine klare Systematik zu verbreiten und allgemein gütige 
Namen überall einzuführen; es ist das die Grundlage einer rationellen 
Obstcultur und der Hauptinhalt seiner Statuten. 

Er geht aber noch weiter; er hat, ohne dass es in den Statuten 
steht-, die Beitrage (1 Thlr. jährlich) zum grossen Tbeil auf die 
Herausgabe' werthvöller Bücher als Vereinsgaben verwendet, und in 
diesem Jahre wird auf Veranlassung des Vereins eine solche ausge- 
geben und 'allen Mitgliedern zugesendet werden, Sie ist eine der 
wertvollsten, die' wir bis jetzt gegeben' haben, betitelt: „Der Obst- 
schutz' , L Abtheilung: Der Schutz der Obstbäume und deren 
Früchte etc. von Herrn Professor Taschenberg in Halle, der sich 
najoentikh in dieser Richtung um den Schutz der Gartengewächse 
dsich sein« Entomologie fßr Gärtner grosse Verdienste erworben hatt 

i. oby Google 



Ein zweiter Punkte, dejj^h, ^ßegjjnii'.dor Tagesordnung zur 
Sprache bringen muss, ist folgender: die fragen zwei, drei, Tier 
sind von durchgreifender Wichtigkeit 'für de» Obstbau im den : «5ster- 
rieuAiseh'ei Staate». . > ■ . ■ • ./ ■■•' 

•■• IfieBo Fragen konnten, weil die Sitzung tu» 9 Uhr angesagt 
war* 'nicht genügend -vorbercitttt ■worden-iind es ist dar Wunsch tob 
mehreren Kpfereijfcen , die Tagesordnung titdeUe geändert Iwerden'. 
üiid- aoliten wir: hat der früheren Bedingung' atehaniblaihen ,■' dass 
Jeder Früchte yoa äen'Sortan, 'die;er zu inennen hat; ■ wwreigiih wAU; 
was ich rnr äusserst; wiefctig' heute., se.:ware iiane 'Petaegimg :d»r 
Fragen 2. 3 und 4 für die nächste Sitzung durctaawiwinwendig, ■; 
: Die Versammlung beschtiesst die :Berathung: derl Fragen' 2, 3 
und 4 auf drt.näohste Sitinng au Verschieben. - ■.<~!i ■■'■' v:< 

■ "Wir geben dann , wenn die Versammlung ■'sostiinint , zw 
lötzten; Frage . £i ober; denn, die 5. Frage wird wahaschelnlich' wegfli 
Maagel'^ Zeit. ausfallen mnaWBj ,■. *• ■ . ■■•'■ rsii i: . .<■'.! 
Dia 6.;Erage; „Welches» sind die UrsKithan :d«r inl di«i 
sem Jahre fast überall in ganz Deutschland so. 'sehr 
geringen" O&stei'niä". ist von "darehgreifendwvWiciitlgktiit und 
jMeaie 'daher/ den Vorsehlag machen, in: die BeMthing .dJeier^Srajki 
beut» mitzugehen', nachdöm mi des Vortrag über <4ie Ifatmckluag 
der ObstfrÜchte gehört ilmben, :W*nn sich ikeiiiB : Stimme! dagegen 
erhebt, : ee werde ich .ddmgemttss vorfahren f und in. -der Weise die 
Tagesefrddong .fiader«; .ich würde dann nur, weil jci. das Befurat 
übenwames haha, 8© lange der Vortrag des Hra, : Prof; Koch dduertj 
heute den Vorsitz führen nnd .ihn' data am Herrn Proßnaör Eoett 
öbertrageu. Ich; ersuche Hrn. Prof. Koch, seines Vortrag über die 
Entwicklung der Obst fruchte' zu halten.' . 

Professor Dr. Koch: ' 

Ich wiederhole , meine Herren 1 dass ich für meinen Vortrag nicht 
genügend vorbereitet bin. Wie Sie gestern -gehört,, wellte ein Anr. 
derer diesen Vortrag halten, war aber leider nicht gekommen. Für, 
die Nomenclatur der Früchte ist ihre Entwicklung so ausserordentlich^ 
wichtig, dass wir ohne sie zu keinen Resultaten kommen werden. 
Ich glaube, es' liegt im Interresse unserer Sache, d. h. einer ratio- 
nellen Nomenclatur, wenn ich zunächst Sie nur auf einige Funkte, 
welche bei der Untersuchung zur Unterscheidung der Fruchte besonders 
wichtig sind, aufmerksam mache. ' 

Ich habe Ihnen gestern gesagt, dass eine Untersuchung, dW 
nur rem «tatus quo, das hebst Tom Fertigen ausgeht, eigentlich gar 

. . i ., Google 



3* 

. k«wre Unfcrau*hi«g f i«t. jSTaeere s*r«hiudone,n,.I'ri1ötte B^id kein« 

..Arten,. j», ai?lbst .stuia.lVÜ. nicht einmal Ab- und SßiehirteB, «ordern 

,..jn der liege} our vermischte- Individuen . {Sorten, .wia. wjr, . «(gen), 

die alflKuiw^duütö .weit ,m^ ;d«tt äiißwrw J^)VteHe^.,iijit^r*orfeu 

.sind T als Abarten, wiM«. Pflanzen, ,und daiier auch mehr 7-u Vor- 

■ äu£err.Kgeii.gtffleigt. Die Eioflü&sa de* : Temperatur sowohl, »1$, auch 

der aaaägm ( Witierna**whäItaisBe ..».. veraoJuedeoen J*br^n auf 

*l#a Bodua.fiind s^.jrowi, .daei der staina qo» «iaer fertige .Erueht, 

. ah*o im .reifen Zustande, qteht fonw dBraelb* seia.kaa». . fip, -hangt 

,[■■*•». g*pannten jffnMOtea ab; nad zeigt -aieh, in den -vw^kiftdeneii 

. Jabran auch, yerscMeden. .Treokne und ftMotU Wäp»* haben ,«mea 

. grossen Einfluss auf die Beschaffenheit, besondere .auf den Gpckmack 

d« Fruste, aber selbst d»a. äussere Ai^el^en,; yer.A^lwa;;^ Farbe 

,, kann «ich andern.. . , . : i . -. ,-- , . ■; 

..Ta .selbst -die Ernährung dar Fruchte . auf einein and demselben 
. .Baum-Inditiduani ist picht dieselbe und übt ebenfalb) sieht geringen 
.Einfkwa auTdje äussere Form, noch mehr aber auf ojeBeacha^Eeriheit 
, ,4er., Frucht ,aus. , Die Bim. am oberen Theile. des Baumes: iat bei 
l . «invmflecnstan^ni ej»e ; gar» andere, als. die na den untersten Awten, 
and schmeckt vor Allem viel besser. Gewiegte... Pomologen haben 
t schon, dergleichen Früchte .fljr verschieden .gehalten und jede mit 
«inem besonderen, tarnen versehen. ._.",. 

._ ..Natürlich ist. auf-eine und .dieselbe, Sorte der Einftass verschjede> 
■, ner Standorte and i Jnder noch grCssej-, . Selbst die Franzosen klagen 
„ wehen darüber, das» viele wohlschm eckende Bimen des Südens in 
der Nähe von Paris ihren 'WQhlgeechmaek verlieren, : Um- so,melir 
. ist dieses der Fall, w.cnn dergleichen Birnen in unserem rauheren 
,-KÜma, angebaut werden. Umgekehrt ändert die Beschaffenheit, haupt- 
sächlich der Geschmack mancher Früchte, besonders der Aepfel, 
wenn sie nach dem Süden verpflanzt werden. perBorsdorfer, welcher 
bei Bozen gezogen wird , bat weder den Wohlgeschmack noch die 
Daner dessen, wie wir ihn aus dem Korden Deutschlands kennen. 
Er ist im Fleische weicher , weniger gewurzhaft und . dauert kaum 
bis Weihnachten, Selbst die fertige Frucht ändert eich noch oft 
durch die sogenannte Lagcrieife. 

Eine gute .und brauchbare Beschreibung muss aber möglich machen, 
die Fracht aas allen den Veränderungen und Abweichungen beraua 
stufenden; dies kann aber nur geschehen, wenn ich nach konstantes 
Merkmalen suche, .d. b. wenn ich bis an dem Standpunkt in ihrer 
Entwicklung zurückgehe,, wo die äusseren Verhältnisse noch, gar nicht 
«der kaum eingewirkt haben,, also der Zustand der Frucht einer be- 
stimmten Sorte bei allen Individuen noch derselbe ist, 

. .Google 



32 

- Teil weiss, ich kann dergleichen Stadien, wo AM Mikroskop eine 
wichtig* Solle spielt, tou einem Praktiker, imaal wenn er dabei 

'■' HandelsgBrtner ist und von seinen Baumschulen leben' soll, nicht 
verengert, er muse eich mit dem, was durch Ändert 'rar sicheren 

'• Erkennung der Früchte bereite' vorgearbeitet : iet, Begnügen, wird 
daher «icher dankbar sein, wenn ihm bessere Merkmale, als die, 

■ welche allein dem statas quo entnommen sind, geboten werden. 
' Mit meinen Vorsehlagen in einer besseren und sicheren Nomendatur 
wende ich mich haTiptsJehlioh nur an gut gestellte Liebhabet, die 
bei einiger Vorbildung auch Last und ' Liebe iu wwBeupehsftrlchen 
Untersuchungen haben, bber auch -an diese mache ich keine grosso 
Ansprüche. Ich verlange , dass diese Untersuchungen id der Eut- 
wieklung der Frucht erst mit dorn Jahre selbst beginnen, wo die 
Frucht auch rar Beifo kommt, üntersnehnngen froherer Zustande, 
die 1 nnd mehrere Jahre mrückgehen muaste», mögen sie dem Bo- 
taniker vom Fache aberlassen. Leidet ist aber anch Ton -diesem so 

-Viel wie 'gar nfehts geschehen, so 1 wichtig nnd interessant es- auch. 

1 "i. B. war« , m ersehen , welche Bedingungen in der P1Iani<i in er- 
füllen sind, bis die Trag-Knospe einer Blraensorte naeh'-2i , S'und * 
Jahren Brothen herrorbringt. ' '"■ "' ' 

Untersucht man im Anfange des Jahres, wo ich die Frucht «- 
halte, die Blüthe, so findet' man, 'daes die Vertiefung, fit welcher 
die Stempel liegen, bisweilen noch sehr unbedeutend erscheint, dass 
also das-, was wir im gewöhnlichen Leben Fruchtkneten nennen, sich 
erat allmahbg bildet, um schliesslich die Gestalt ru -erhalten, wie 

'■■es sich bei der Entfaltung der BlQthe raigt. 

Ich habe bereits wahrend der 6. Versammlung deutscher Pomo- 
' logen in Brannschweig im Octoher des vergangenen Jahr es bei Gelegenheit 
eines besonderen Vortrages über die Entwicklung des Kernobstes, 
den Ich hiermit nochmals der Beachtung der Pomologen empfehlen 
will, bereits gesagt., dass die Entwicklung der Birnen Uhd Aepfel 
eine ganz andere ist , als die beim Steinobst urfd bei den meisten 
anderen Obstfruchten. W ir . haben' es hier nicht mit einer Sehten, 
aus dem eigentlichen Fruchtknoten hervorgegangenen Frucht zu thun, 
mit dem obersten, hohl gewordenen Theit des Fruchtstieles, sondern wie 
hei der Feige, mit dem sogenannten Fruchtbecher.- ■ Der Untere!) ied awi- 
schen Feige und Kernobst liegt nur darin, dass bei enteren die ganzen 
Blflthen, respl Fruchte vom Fruchtbecher eingeschlossen sind, bei 
dem Apfel und bei der Birne aber nur die Fruchtknoten, mp. Früchte. 
Gans so ist die Bosenfrucht beschaffen, nur dass hier die' kleinen 
Früchte lose und unabhängig von einander im Frnehtbeeber sich be- 
finden , bei jenen aber unter einander und mit der in'nern Wand des 

Google 



Fruchtbochers in einem Ganzen verwachsen sind. Auch die Stachel- 
beere and Kornelkirsche ist ein solcher Frnehtbecher, der aber nur 
die Ei'cben, reep. die Samen einschliesst. 

Im gewöhnlichen Leben nennt man alles Ton den Pflanzen Frucht,, 
was gegessen wird. Der Landwirth hat seine Hackfrüchte und be- 
■eichnet die Kartoffelknolte erst recht als Frucht Hit dergleichen 
Vulgär-Begriffen kann sich aber die 'Wissenschaft nicht betauen, 
sie muss auf festen Füssen stehen. 

In West-, aber noch in Ostindien werden Fruchftäume kultivirt, 
wo der oberste Theil des Fruchtstieles , wie er ist (also ohne erst 
mm Frnehtbecher in werden), fleischig und ähnlich einer Pflaume, 
saftig ist, während die eigentliche harte Frucht darauf sitzt. Diese 
wird von den Eingebonwn, zumal sie sehr giftig ist und als Ele- 
phantenlauB eine Zeit lang als «in Arzneimittel benutst wurde, weg 
geworfen, wahrend der Stiel bei ihnen als die wahre Frucht gilt. 

Ich komme auf das zurück, von dem ich ausging, dass namlick 
der fertige Zustand, besonders einer allen möglichen Ginwirkungen 
und Veränderungen ausgesetzten Knltorfrucht nur in einzelnen Fällen 
nnd im Zusammenhange mit denen, welche der Entwicklung ge- 
nommen sind, sichere Merkmale zur Unterscheidung gibt, dass diese 
dagegen um so mehr Werth haben, je weiter zurück man die Ent- 
stehung nnd Ausbildung der. Frucht verfolgt. Ich glaube, dass bei 
unserem Kernobst es genügt, wie 'ich bereits ausgesprochen, wenn 
wir mit der Untersuchung der vorgebildeten Frucht behufs Aufstellung 
einer einigermassen sichereren Nomenclatur mit demJahre beginnen, 
wo Bie ihrer Beife entgegengeht, es wurde selbst ausreichen, wenn 
die Untersuchung kurz vor der Entfaltung der Blflthe, also ziemlich 
spat im Jahre, begänne. Eine einfache Lupe, mit der jeder Gärtner, 
wenn er nnr einigermassen auf Bildung Anspruch machen will, um- 
zugehen verstehen mnss, reicht dabei aus. 

Ein Umstand von grösster Wichtigkeit für die Feststellung der 
Sorte, zunächst des Apfels, ist bis jetzt von den Poroologen gänzlich 
Übersehen worden, obwohl ich schon vor länger als 20 Jahren darauf 
aufmerksam machte und v. Flotow in seiner Arbeit über die Obst- 
frflehte ihn ebenfalls anerkannt hat. Auch neuerdings wurde er in 
einer Abhandlung der pomologischeu Zeitschrift wiederum iur Sprache 
gebracht. Man -nimmt nämlich gewöhnlich an, dass in jedem Fache 
eines Apfels nur 2 Samen enthalten sind. Das ist nicht richtig. 
Ich babe bei einigen Sorten deren mehr und zwar 3 bis 5, v. Flotow 
selbst 7 gefunden. Hier wäre also ein festes Merkmal, was nie 
schwankt , gegeben und damit ein gewichtiger Eintheilungsgrnnd. 

Das während der Blüthezeit so sichere Merkmal ist aber illuso- 
L,*OQlC 



xiach, wenigstens Ar den weniger im Untersuchen Bewanderten, im 
Zeit dar reifen, also fertigen Frucht. Selbst wo nur 2 Ei'cbon oder 
Samen ursprünglich vorbanden, lind« kommt du eine oder andere, 
bisweilen kein», von. beiden zur Entwicklung, wahrend dieli'cben zur 
Zeit der Rlilthe stete wenigstens, angelegt flieh, vorfinden. Eine Unter- 
suchung gibt stete hier genauen Aofschlnas ober ihre Zahl. 

form und Stellung der Kelchblätter wahrend der Blüthe- and 
Frnchtseit ist ferner ausserordentlich wichtig, ebenso, ist die Art und 
Weise der Bildung der Vertiefung (des Nabels, wie nun gewöhnlich 
sagt) an der Basis de« Apfels von grosser Bedeutung. Von ihr hingt 
in der Begel die Lange des Fruchtstieles ab und ist keineswegs von 
■p untergeordneter Bedeutung, wie manche meinen. 

Ton sehr grosser Wichtigkeit ist. der Theil der Höhlung des 
FrnchthecberBj wq der, eigentliche Fruchtknoten mit den Ei'fihen und 
. amter den Samen sich, befindet. Dieser Theil der Höhlung wird um 
so breiter, je mehr die, Samen. reifen und nimmt immer den breite- 
sten Theil der reifen FjTuclit ein. Es ist dieses von ganz besonderem 
W«rtlie bei d.cn Birnen, da. davon (ob unten, in der Mitte oder oben) 
ihre ganze Gestalt abhängt. Der übrige darüber und darunter lie- 
gende Theil der Höhlung verwächst entweder im letzteren Falle oder 
bildet nur eine dünne Bohre, in der die 6 Griffel (bei dem Apfel in 
eine Säule verwachsen oben aber frei, bei der Birne getrennt) 
Ijegen, Die Lange, dieser beiden Theile ist der aufmerksamsten 
Beachtung werüi. und in der Eegel auch bei der fertigen Fracht 
ziemlich konstant.*) 

Ich habe nur einige Momente der besonderen Beachtung werth 
gehalten , es gibt aber deren gewiss viele , die sich noch von, selbst 
bei den Untersuchungen finden werden. Bevor ich aber meinen impro- 
visirt.en Tortrag eclilieaae, sehe ich mich gezwungen, einen Gegen- 
stand, nachdem ich schon mehrmals über das unwissenschaftliche 
mich ausgesprochen, nochmals zur Sprache in bringen. Ich meine 
die jetzt so beliebten Durchachnitts-Zeichnungen der Früchte, Dass 
sie, wenn sie ordentlich gemacht sind, der Gestalt der Früchte meist 
eine sichere Handhabe geben, unterliegt keinem Zweifel, sie sind aber in 
der Segel sowohl nach falechen Prinzipien, als auch zum grössten Theil 
recht schlecht gemacht. Diese meine Behauptung stützt sich darauf, 
dass wohl kaum ein Durchschnitt in dem Ulustrirten Handbuche vor- 
handen ist, der nicht zu gleicher Zeit auf mehrere andere, sonst 
ganz verschiedene Früchte passte. Beispielsweise besitzen wir vom 
sonst so leicht zu unterscheidenden Gravensteiner-Apfel etwas flach- 
gedrückte, rundliche und etwas in die Länge gezogene Früchte. Mau 



*) Vecglelohe Koeala DaadrelogU, I. Band, fteito 200. 



:, Google 



S6 

«Isrf l sklt deasfcsib- «ich* wnndem, fMi darrten auöh dl» Lfinirs- 
eetetiöiB versshleäen- ausfeilen ■ und dslwr in diesem All« mm Fest- 

■stetfe'a-doF KraeH' W viel -als ntohte beitrage*. Umgekehrt' sind im 
Illüstrirten Hana b*ebn viele LaögsduH^taii*» *on besttnratai' Apfel- 
rfWrten vorkomfeii, welohe zu ylliieher Zeit auf «ine dieser Formen 
dfca- flwrensteiöers pssson. 
"' Wotkflem erkenne auch ä£ti, wre -bereite auch schon ausgesprochen, 

'dre Langsdnrchschnitte ftlr ein sehr zu beachtandes und für die 
Somonclatuf des Obstes brauchbares Moment, insofern sie nutabene 

1 gat gemacht sind. Regel dabei ist, dass ein Durchschnitt so ge- 
macht werden inuss, dass anf der einen Seite wischen zwei Kelch 
blättern,' auf der andern mittendurch ein Kelchblatt geschnitten 
Verden muss. Bor anf diese Weise erhalte ich auch, insofern der 
Apfel sieb regelrecht nach allen Seiten ausgebildet hat, was leider 
Jm Interesse des Durchschnittes keineswegs immer der Fall ist, ein 
'Fach im tönern mitten durchschnitten , gegenüber erscheint dagegen 
■die Scheidewand in 2 Platten getbeüt. Man nehme aber einmal das 
BUistricte Handbuch, and. man wird finden, dass x: B. im II,- Bande 

: die meisten Birnen nicht richtig durchschnitten nind, weil 2 Fächer 
mit Samen gesehen warfen, Bai den Aepfeln ist es «war in die««r 

( Hinsicht etwas besser , man betrachte aber einmal den Kelch und 
■die Höhlung bis zum Kernhaus, wie oberflächlich und schlecht diese 
in der Zeichnung durchgeführt sind. Man kann sich, verzeihen Sie, 
meine Herren, etwas Höheres in der Durchführung nicht denken! 
Man sieht auf den ersten Blick, dass der Zeichner, dem man die 
■Zeichung des Durchschnittes anvertraut hatte, auch nicht die geringste 

" Kermtniss davon besitzt, wie eine Frucht beschaffen irt.- DasStaob- 
bflndel fehlt ganz und gar oder ist nach eben mit wenigen Strichen 
angedeutet. Die Höhlung «wischen Kernhaus nnd Kelch sucht nun in 
4sr RegtL vergebens. .Der so gewichtige Kelch ijt nicht weniger 
«cU«eht wüggekommen. , 

Wenn man pomologwober Seits behauptet, das« man zu Ijäogs- 
durchschnitten sich sogenannter Mittel- oder Normal-Früchte bedient, 
so mag dieses oft der Fall sein, aber nicht immer, abgesehen davon, 
daas man sich bisweilen darüber streitet, wie eine Normalfrucht be> 
schaffen sein soll, also nicht einmal hier im Klaren ist. Aber selbst 
der Durchschnitt einer Normal fr ucht reicht nicht aus. Die Nonnsir 
fruchte ähneln keineswegs sich immer in der "Weise , um stets die- 
selben Lfingsdurchscbuitte zn geben. Nach meiner Ansicht' mnsa 
man möglichst viel Exemplare durchschneiden und nun erst sich das 
Mittel rationell zusammensetzen. Dabei inuss man mit dem Bau der 
FrMht genau bekannt sein nnd darf beispielsweise bei den Längs- 



whnitts-Zekhnmgni 8un nicht in der Loft Mhwtben lassen; na» 
■mos» ihnen den richtigen AabeftwigspDnkt geben, wenn nun ihn. 
wehrend des Schnittes verändert hat Kin SimheqhuttiaBM daher 
ideell oder •ehemansoh «ein, .wenn, er belehren ioU. 

Erlauben Sie mir nochmals auf du, von dem ich ausging, rar 
die Notwendigkeit einer Entwicklungsgeschichte der Fracht wenig- 
stens von der BlOtheseit an, inrucksukommen. Ich sehe, de» meine 
Ansicht wenigstens tb eil weise Beifall gefunden hat, nnd bitte die- 
unter den Pomologen, die auch Zeit nnd die durchaus notwendige 
Liebe snr Sache haben, im nächsten Jahre mir die Resultate ihrer 
Untersuchungen, wenn sie diese erlangt haben, direkt oder indirekt 
durch meinen sehr geehrten Freund, Herrn Dr. Lucas, mitntheüeu. 
Lassen Sie sich aber nicht abschrecken, wenn Ihnen die Resultate 
im ersten Jahre nicht gleich anfallen. Auf einen Hieb fallt kein 
Baum, Uebemehmea Sie auch nicht sn vielerlei Fruchte für ihre 
Untersuchungen, machen Sie diese aber ordentlich und tot Allem 
gewissenhaft. (Brato.) 

Herr Gerold: Wir haben eben einen interessanten Vortrag 
gehört ' aber verschiedene botanische Gegenstände. loh ransa aber 
doch' widersprechen, dass es nämlich unrichtig wäre, Durchschnitts- 
abbildungen von Frachten zu machen. -Für uns Laien ist es von 
Wichtigkeit, über die Art dieser Technik informirt zu sein. Diese- 
Ab Bildungen werden nicht gezeichnet, sie werden durch Nnturselbst- 
druck genommen. Sa kann der Betreffende eine schlechte Frucht 
auswählen, aber das ist ein Fehler. Ist die Frucht aber vollständig- 
ausgebildet, so muss sie naturgetreu gegeben werden. Das ist nicht 
ohne Wichtigkeit, sie so zu haben; möchte es also nicht beseitigt 
wünschen. Der Vorredner sprach noch Aber die Constantheit der 
Entwicklung. Da möchte ich denn sagen, wenn ich in den Garten 
mich bemühe, so finde ich zufällig, dass das, was heuer schön blüht, 
nächstes Jahr nicht mehr so schon sein wird, so z. B. war Gold- 
regen bei mir voriges Jahr gar nicht und heuer sehr schon. Daran 
sind klimatische Verhältnisse Schuld. Die Entwicklung ist durch 
Boden, Lage, klimatische Verhältnisse eine verschiedene, desshalb- 
aber soll man jedoch alles nicht ad acta legen! Ich will dem Herrn 
Vorredner nicht nahe treten; ich hin nicht Fachmann, aber meine- 
Meinung zu äussern hielt ich mich für verpflichtet. 

Professor Dr. Eoch: Herr Gerold stimmt mir ja in Allem, was 
er sagt,. ganz bei, auch ich habe von den Veränderungen einer und 
derselben Fruchtsorte, gesprochen, auch ich erkenne die Einflüsse der 



S7 

Witterung»* und Boden-Verhaltnisse vollständig an. Eben deashalb 
halte ich unsere gewöhnlichen Dnrchsehmtts-Zeichnnngen fax un- 
tauglich, weil sie nur das Bild einer» wenn auch Normal-Frucht 
geben. Gerade der Einfluss der Witterung»- und Bodenverhältnisse, 
die Herr Gerold mit Recht annimmt, widerspricht seiner eigenen An- 
sicht. Ich will, wie oft schon gesagt, keine Dnrehschnitts-Zeichnimg, 
welche nur einem Individuum entnommen nnd datier individuell ist, 
sondern das Mittel vieler bei genauerer Kenntnisades eigent- 
lichen Banes der Frucht. Hein Durchschnitt ist ideell oder 
wie man gewöhnlich sagt, schemeüsch. 

Präs.: Es ist, m. H., ganz und gar ausser meiner Tendenz, 
in irgend einer Weise dem widersprechen zu wollen, was mein Freund 
and Gönner Hr. Prof. Koch vorgebracht hat Wollen wir uns aber 
die Frage vorlegen: was ist möglich? Ein Ideal su erreichen, meine 
Herren , ist dem Mensches gar zu selten vergönnt , und was uns 
unser verehrter Professor Koch schildert, ist ein Ideal. Sie wissen, 
welche unendliche Schwierigkeiten es jetzt schon hat, eine Obstsorte 
mit möglichster Genauigkeit und Sicherheit zu bestimmen. Wollten 
wir unsere pomologischen Lehrbücher so einrichten , dass sie die 
Durchschnitte der Blüthen und jungen Früchte von Monat zu Monat 
hatten, und dies alles müsste dargestellt werden, so- wurden 100 Sorten 
in den Beschreibungen und Abbildungen so theuer kommen , wie 
gegenwartig 1000 Sorten. Kehren wir lieber zur Wirklichkeit zurück. 
Das IUustrirte Handbuch, welches grösstentheila Naturselbstabdrucke 
von normalen Frachten — ich betone das — von mittlerer Form 
einer gewissen Obstsorte enthalt, gibt uns damit den Umriss, also 
die Grösse, an Bild des Kernhauses, der Vielzahl oder Minderzahl 
oder des Fehlens der Samenkörner, wenn die Kammer leer ist, eiu 
Bild der sehr charakteristischen KelohrOhre und — was Prof. Koch 
mit allem Hechte betont hat — ob das Kernhaus ober- , mittel- 
oder unterstandig ist. Dass die Form der Frucht genau von clor 
Lage des Kernhauses abhängt, ist über allen Zweifel erhaben. Wir 
kennen Früchte wie z. B. die Glanzreinette mit oberstandigem oder 
auch ober-mittelständigem Kernhause, welche oben die grösste Breite 
haben, wahrend wir bei allen zugespitzten Früchten fast regelmassig 
das Kernhaus unterhalb der Mitte der Frucht stehend finden. 

Auch die Form der GefSssbündelringe ist von durchgreifender 
Wichtigkeit. Wir können zwei ganz Ähnliche Sorten wesentlich 
unterscheiden , wie diese Gefassbandelringe gebildet sind. 



Uh, will euo Sorte beispielsweise anittkreo — dfr..$o4dgellM Sflnuncp* 
ceiaetfce— -ein« Sorte, welche in der AqsstellMg in mindestens 10 ver- 
schiedenen äusseren Ansicht« m finden ist, theilö mit Jtost bekleiden 
und' «wz rauh , theüs goldgelb und sehr schön gebildet , i so • du» 
mau »e für eine gans andere Frucht kalten sollte. Wenn iah mm 
all« diese durchschneide, so sagt mir überall das oliventSrmige «der 
elliptische Kernhaus ganz bestimmt, dass ich es mit dar Goldgelben 
Sem iner- Kainette su ihun habe. Diese ist ein grosser Schritt vorwärts, 
dessen wir uns in Deutschland rühmen dürfen. Sie neuesten Werke Dow» 
nings undLeroys dagegen enthalten nur Umrisse der Erflehte. Nichts 
aber ist unbesUadiger T als der Umriss; denn es übt, die Cultnr der 
Bäume hierauf einen so grossen Sinftuw aus, ferner, je nachdem die 
Frucht von einem jungen oder alten Baume ist, dann je nach tiem- 
Zustande der Ernährung des Baume» etc. ist der Umriss verschieden. 
Das vortreffliche Werk über Aepfel von dem berühmten Porno» 
logen Dr. Waider ans Ohio, den wir in unserer Mitte haben,, enthält 
ebenfalls Durchschnitte mit sehr genauer Zeichnung der jnnern Theil» 
jeder Frucht ; dies ist ganz besonders anzuerkennen. 

Wir haben es uns seit mehr als 5)5 Jahren zur Aufgabe gemacht* 

die Kelchröhre, das Kernhaus, die Beschaffenheit der Stielhohle, niehC 

aber den Stiel zu studiren; denn dieser ändert gar zu sehr ab und 

ist nur bei einzelnen Sorten z. B. dem Grossen Bohiiapfel, eonetanV 

. Die allgemeine Form der Fruoht . ist bei allen Beseüreibiingen 

t der Frucht vorzugsweise zu beachten; denn sie gründet sich auf di« 
Lage des Kernhauses, was wir als das stabilste zu betrachte* haben,, 
worin ich mich der Zustimmung meines sehr geehrten Freundes 
Prof. Koch erfreuen darf. Seit der Begründung des Illustrirten 
Handbuches haben wir sehr genaue . Längsschnitte y on normalen 
Früchten gemacht und gezeichnet. Wenn wir nun den Schnitt se- 
treffen, dasa auch ein Kelchblatt gespalten wird, dann wird &e> 
Zeichnung correct ausfeilen; dann sehen wir eine Kammer geöffnet,, 
wahrend der Schnitt zwischen zwei anderen Kammern hindurchgeht. 
Allein das gelingt nicht immer und vielleicht nur bei 80% der 
Versuche. Wenn wir beim Durchschneiden den Punkt nicht gans 
genau treffen, so werden wir beide Kammern geöffnet finden, di* 

' eine grosser, die andere kleiner. Dadurch entstehen die oft abweichen- 
den, anatomischen Durchschnitte. 

Eines habe ich noch auf dem Herzen] ich möchte mich übw 
die Vorgänge aussprechen, welche auf die Beschaffenheit des Fleisches 

, Google 



einen ISnÖuss haben. Dabei müssen wir zwei gans verschiedene 
Dinge unterscheiden, nämlich den physiologischen und den chemlsetfen 
Fröcess bei der Entwicklung der Fracht.. Der öhemi&cne Vorgang 
besteht darin, das» die Frucht ihre ihr mögliche vollkommene Zart- 
heit und Süsse des Fleisches erhält, und dann etwas ganz änderet 
darbietet, als die unreife Fracht. Das hängt mit der Temperatur 
nnd den Witterungsverhaltnissen zusammen. Dieses alles KU be- 
schreiben ist nun sehr schwierig. Wir müssen desshalb immer die 
Gegend, das Klima bezeichnen, wir geben ferner an. ob die Frucht 
in einem normalen Jahre, ob sie an einer warmen Wand erwachsen 
ist, ob sie von einem Hochstamme oder Zwergbaume herrührt Unsere 
verehrten Gallegen in Frankreich und Belgien dagegen schildern uns 
zumeist, nur Obst, welches unter ganz besonders günstigen Verhält- 
nissen sich entwickelt hat. Wir in Deutschland thnn diess nur aus- 
nahmsweise und begnügen uns mit der Frucht , welche in einem 
normalen Jahre an einem kräftigen Hochstamme , der schon eine 
Reihe von Jahren getragen hat, oder an Pyramiden gewachsen ist 
und beschreiben dieselbe. Indem wir den Durchschnitt geben, geben 
wir nur Typen der Frucht und nicht Portraits. Wir schneiden die 
Fracht durch, tragen die Farbe in einem schmalen Streifen an der 
Frucht auf und überlassen es jedem , sich daraus selbst mit HiMe 
der Beschreibung das Bild heraus zu entwickeln. Uns muss aber 
daran liegen, allgemeine Typen zu geben, den typischen Charak- 
ter einer Frucht festzustellen. 

Das wollte ich Urnen zur Rechtfertigung unserer seitherigen 
pomologischen Bestrebungen sagen und bemerke weiter , dass uns 
kein Vorwurf desswegen trifft, weil wir deo vortrefflichen Vorschlagen 
unseres sehr geehrten Herrn Prof. Koch noch nicht gefolgt sind; 

Es gibt nur ein einziges englisches Werk; welches über 150 Jahre 
alt ist, wo die Frucht im unreifen Zustande dargestellt ist. Es ist 
mir sonst weder ein französisches noch ein deutsches Buch bekannt, 
welches auf die Intentionen des geehrten Herrn Vorredners mehr 
einginge. 

Hiermit wird dieser Gegenstand verTassen nnd nach der beschlos- 
senen Tagesordnung tu der Berathung der 6. Frage übergegangen. 
Da Dr. Lucas das Referat darüber hat , übernimmt Prof. Dr. Koch 
das Präsidium. 

II. Präs. : Die 6. Frage unseres Programme« faeisst: Welches 
sind die Ursachen der in diesem Jahre fast Überall in 



40 

ganz Deutschland so geringen Obsternte? loh < 
Herrn Dr. Lucas, diese Frage zu beantworten. 

Dr. Lucas: Meine Herren! Wenn wir diese hochwichtige 
Frage in Berathang ziehen, so liegt es wohl nahe, uns zunächst 
aufragen: welches sind die Hauptursachen der Fruchtbarkeit 
bei ungern Obstbäumen? wir werden dann die Ursachen der Un- 
fruchtbarkeit weit klarer beurtheilen können. 

Zu einer normalen Fruchtbarkeit unserer Obstbäume ist 

1) ein gesundes und normales Wachsthum erforderlich. 
Das begreift allerdings sehr viel in sich; 

2) was schon Lindley in seinem vortrefflichen Werke .Theorie - 
des Gartenbaues 1 angiebt, Anhäufung von Beservestoffen in 
der Pflanze. Keine Pflanze tragt Samen and Fracht, wenn nicht 
.durch eine vorhergegangene Vegetation eine grossere Menge tob 
Beservestoffen in ihr angehäuft ist; sie kann wohl blühen, wenn der 
Beservestotfe nur wenig vorhanden sind , kommt aber zu keinem 
Fruchtansatz. Damit steht im Zusammenhange 

3) ungestörte Function der Blätter, ungestört durch In- 
eecten, ungestört durch widrige Witterungseinflüsse, namentlich aber 
auch ungestört durch Pilze, die wir leider in vielen Theilen Deutsch- 
lands im Jahre 1872 in grosser Menge auf den Blättern unserer 
Äpfelbäume hatten. Es war das der Blattpilz Cladosporium dentri- 
tieum, welcher eine noch nie gekannte Verbreitung gefunden hat. 
Die Blätter konnten demnach ihre Functionen, Anhäufung von Be- 
servestoffen, nicht genügend erfüllen. Dieser Pilz kommt zwar jedes Jahr 
vor, aber erst beim Lanbabfallc. Wir hatten aber in Württemberg und 
Baden, auch in einigen Gegenden Baierns, schon im Juli eine Menge 
halbgelber Blätter an den Apfelbäumen. Untersuchten wir sie, so 
-fanden wir einen Pilz, welcher schwarze, grauliche und auch weiss- 
liehe Flecken verursachte. Dieses Jahr -ist der Pilz nur auf einzelne 
wenige Bäume beschränkt. Wie gewöhnlich ist er jetzt wieder beim 
Laubabfalk bemerkbar; im Sommer dagegen war er ausserordent- 
lich selten. 

4) Nicht zu üppiger und doch genügender Trieb. 
Dieser Trieb Hegt nun allerdings in einem gesunden und normalen 
Wachsthum. Dennoch muss dieser Punkt besonders hervorgehoben 
werden. Wir wissen, dass bei Bäumen in der Nähe von Spargal- 
beeten, wo die Wurzeln immer Dünger in grosser Menge erhalten 
und bei Bäumen, welche unvorsichtig gedüngt worden sind, dass 

D« i , Google 



41 

»eh da ein enormer Holrtriob entwickelt. Die Blatten werden abge- 
stoasen und die Beservwtoffe werden nach der Spitze geleitet und 
rar Erzeugung neuer Triebe verwendet, anstatt sich abzulagern and 
zur Bildung tob Trieben, Bluthe und Fracht des nächsten Jahre« 
zu dienen. 

5) ein warmer Nachsommer. Zur Bildung von Blüthen- 
knospen gebort eine höhere Temperatur des Nachsommers and des 
Herbstes als zur Bildung tob Holzknospen. In ganz Deutsehland, 
soweit Weinbau betrieben wird, gilt das Sprichwort: „Nach einem 
guten Weinjahre folgt fast immer ein gutes Obstjahr.'' 
Das Sprichwort will sagen, dass durch die hohe Temperatur des 
August und September, welche nothwendig ist, um einen guten 
Wein zu erzeugen, auch eine weit grossere Menge von Knospen so um- 
gebildet werden, dass sie in den Zustand der Blüthenknospen über- 
treten, die vorhandenen Safte ziehen sich mehr in die Astringe, welche 
wir unterhalb der Blnthen finden, welche daher eine reichliche An- 
häufung von Reservestoffen enthalten. 

Wir sehen dann, dass nach einem solchen warmen Herbste die 
Bäume im Frühjahre nicht nur reichlich blühen, sondern auch ge- 
wöhnlich reichliche Früchte ansetzen. 

6) In einem gesunden und normalen Wachsthurn liegt ferne»- 
noch, dass der Baum die genügenden Nährstoffe im Bodeu 
finden muss, sonst kann er sich nicht genügend und vollkommen 
entwickeln. 

Ich gehe nun zu den Ursachen der Unfruchtbarkeit 
über und diese sind 1) ein nicht normaler, und zwar zu 
schwacher Trieb. Ein zu schwacher Trieb wird bewirken, dasS 
die auch schwachen Blätter keinen genügenden Beservestoff bilden 
können: ein solcher Baum wird zwar blühen, aber keine Fruchs 
ernähren können oder die Frucht wird klein bleiben, so dass es, 
gleichgiltig ist, ob er trägt oder nicht. Ja mau wird sogar diu 
Früchte zweckmässiger wegnehmen , um die wenigen Säfte auf die 
Bildung von neuen Trieben zu verwenden. 

2) Mangel: an mineralischen Nährstoffen, namentlich 
an löslichem Kali und Phosphaten im Boden. — Unsere älteren 
Baumanlagen leiden gar oft an dieser Bodenerschöpfung und wachsen 
und tragen in Folge derselben nur wenig und liefern nur noch nach 
langen Intervallen und zwar nur in ganz besonders günstigen Obst- 
jahren, nocb Erträge. Das Düngen der Bäume hat zumZwecke, 

.Google 



4ß 

*ä normale. Wachstbu.ru zu erhalten, das schwache zur 
at»rlt«ö. 

8) Der Trieb kann aber auch zu stark sein. DisFolgsn davon 
habe ich schon früher barührt. Wir finden bei Bäumen, »eiche 
unm&saig gedüngt worden sind, welche in einem fiberhumosen schwam- 
migen Boden gewachsen sind, nur eine fortwährende Neigung in» 
Bolz zu treiben. Solche Bäume bleiben unter allen Umstanden un- 
fruchtbar. Damit hängt Busammen ein Uebersohass an organischen 
Nährstoffen. Man glaubt gar nicht, wie man durch eine unge- 
ordnete Düngung, durch Zufuhrang von nur an Stichstoff reichen 
und an mineralischen Nährstoffen firmen Dnng9toffen an die Bäume- 
wShrend einer längeren Periode, auf die Unfruchtbarkeit derselben 
hinwirken kann. Aber nicht - blos die Fruchtbildung, sondern auch 
die Gesundheit der Bäume leidet dadurch. Die Fruchtbarkeit hängt 
wesentlich ab von einer normalen Ernährung, welche nicht darin be- 
steht, dass wir der -Pflanze eine Menge stickstoffhaltiger Nährstoffe 
zufahren, sondern, dass zu diesen Stickstoff- und kohlenstoffhaltigen 
Nährstoffen in genügender Menge und in richtigem Verhältnisse- 
mineralische Nährstoffe hinzukommen. Dadurch wird 

4) ein jeder Ueberschuss von stickstoffhaltigen und 
organischen Nährstoffen Unfruchtbarkeit zur Folge- 
haben. Eine fernere Ursache der Unfruchtbarkeit ist 

5) eine feuchte und kühle Herbstwitterung. Das steht 
mit dem früher Gesagten in Verbindung. 

6) Die Störung der Vegetation durch Pilze, Insec- 
,ten etc. 

7) Auch eine unmittelbar vorhergegangene reieho 
Obsternte und dar dadurch veranlasste Verbrauch der abgelagerten 
Nährstoffe und in Folge dessen ein Mangel daran, kann eineUrsache- 
der Unfruchtbarkeit sein. 

8) Störung der nöthigen Winterruhe der Bäume. Es ist 
ja bekannt, dass in manchen Gegenden, in denen die Winter so mild 
und wann sind, dass der Trieb gar nicht zur Bube kommt, die- 
Obstbäume vollständig unfruchtbar sind. Auch um einen Obstbaum 
gut im Winter zu treiben, um aussergewobnlich frühe Ernten mit . 
Hälfe von Glashäusern zu erzielen, rouss er vorher in seine voll» 
Winterruhe gebracht werden. Wenn wir daher im Winter zu wanne 
Witterung haben und die Bäume, die in unseren klimatischen 
Verhältnissen für sie nothwendige Winterruhe nicht erhalten können, . 



... Google 



uad &» Sftftv *»!<**' fr Wit«er rufasn Bottton. ärii üb frflh- fbe- 
w«g»n, wie 2. B im Vorig« Winter, «0 ist dieser Umstand eben- 
falls: als eine -Ursache der Unfruchtbarkeit zu betraöhtec. *) 

All Idtxie Ursache nennen wir 

■ 6) Frosit wahrend, der Blätuezeit oder gleich nach. der- 
selben. Man wird vielleicht einwenden, da« ich Unrecht habe, eine 
Ursache der Unfruchtbarkeit, welche die ganze Welt als erste Ur- 
sstohe derselben betrachtet, zuletzt anzuführen. Sie werden indess 
wissen, dass der Frost fix sich allein ms eise völlige Missernte nicht 
geben kann, sondern es mästen andere Ursachen mitwirken. Der 
Baum Bittss sehen geschwächt «ein, wenn- der Frost so heftig wirken 
soll, dass alle Fracht« vernichtet werden oder dass eiiie Störnag der 
Vegetation derart eintritt, dass die Blüthe abgeworfen wird. _ Wir 
wissen ja, dats die Biätbe nicht an einem Tage abschliesai, sondern 
längere Zeit dauert. Es darf Dicht verkannt werden, dass die zu- 
letzt 'angefahrte Ursache Ton grosser Bedeutung für die letzte Miss- 
ernte war, aber sie war gewiss nicht die einzige Ursache derselben. 

Wenn wir uns nannech die Frage vorlegen, was in diesem Jahre 
die fast überall beklagte Unfruchtbarkeit bewirkte, 
bo dürfen wir nicht verkennen , dass in vielen obstbautreibänden 
Landern zunächst die alten Obstanlagen, wie.diess aueh in 
NiederüBtermich com ZheU dar Fall sein soll, in Folge der Ab- 
nahme der Bodenkraft in den letzten Jahrzehnten weniger Er- 
trage gaben, als früher. Wir haben in Württemberg, special in 
der Nähe von Reutlingen grössere Flachen, wo alle Baume all- 
mählich ausgehauen werden, .weil man sagt, dort wachst kein Obst 



*) Wie abnorm die Witterung im Winter 1STI/7B war, ergibt lioh atu 
folgender Zoaammenatellung, welche iah dem verdienten Met ercolo gen, »einem 
Onkel H. Luoah In Arnstadt verdanke. 



387» 


Tag« w»t«T | Tege abev 

der MJttaUeraperstnr 
am 83 Jahren. 


1373 


Tage rat» | Tage «fcwr 

der Hitteltenperatu 

uns 33 Jahren. 


Horember 


9 


311 


Januar 


!: e 


361 


Dezember 


« 


MI 


Februar 


10 


18! 








Man 


14 


17! 








April 


191 


11 








Mai 


27 1^ 


* 



,.. Google 



44 

mahr. Das Heraushauen ist ein grosser Fehler. Ein Dangm das 
Untergrundes würde von ausserordentlicher Wirkung für die Wieder- 
erlangung der Fruchtbarkeit «ein. Wir wollen uns nicht verhehlen, 
dnss die Abnahme der Bodenkraft eine sehr weitgehende Ursache 
ist und dass in Folge der Abnahme der Bodenkraft, da letztere ja 
nicht unerschöpflich ist, die älteren Obstanlagen aufhören, uns rauhe 
Ernten zu geben. 

Im Jahre 1847, wo alle Verhältnisse so günstig waren, haben 
wir trotz des Sehneewetters und Frostes wihrend der Blftthe eine 
sehr reiche Obsternte gehabt, dann haben wir im Jahre 1849 schon 
wieder ein gutes Obstjahr gehabt. Seit der Zeit sehen und hören 
wir, dass in dem grOssten Theile von Deutschland nnr mittelmftssige 
Ernten vorkommen und in den letzten 8 — 10 Jahren wurde in vielen 
Gegenden aber fast gänzlichen Mangel an Obst geklagt. 

Die zweite Ursache ist entschieden in der sehr kahlen und 
feuchten Witterung des Nachsommers vom Jahre 1872 zn 
suchen, in Folge deren sich wohl Blflthen bildeten, aber -nicht ge- 
nügende Reservestoffe abgelagert waren und die Blftthe auch schon 
nicht gehörig ernährt war. 

Die dritte Ursache Hegt in der Erregung der Knospen 
in abnormster Weise durch einen Winter, welchen wir zu den 
allerwunderbarsten zahlen dürfen, welchen wir erlebt haben. Diese 
abnorme Witterung im Januar, Februar und März erweckte einen 
zu frönen Trieb, welcher sich zwar nicht dnreh Ausbrechen der 
Knospen zeigte, aber dadurch, dass sich die Binde sehr frflh löste. 
so dass, wenn man einen Baum im Januar ausputzte, schon in dieser 
Zeit Saft floss. Dieser abnorme Zustand konnte nicht ohne Nach- 
wirkung auf unsere Obstbäume bleiben. 

Als vierte Ursache musste die in dem letzten Drittel des 
April besonders zwischen dem 2ö. und 29. dieses Monats eingetretene 
gros» Temperaturerniedrigung doppelt nachtheiüg wirken, weil der 
Trieb durch die vorhergegangene warme Witterung schon zu sehr 
angeregt war. 

Nehmen wir diese 4 Ursachen zusammen, so kann es uns nicht 
wundern, dass 1873 für die meisten Gegenden Deutschlands eines 
der schlechtesten Obstjahre gewesen ist, welches wir erlebt haben. 
(Anhaltender Beifall.) 

IT. Präsident: Es wäre wünBchenswerth, sich weiter über diesen 
Punkt auszusprechen. Es herrschen wahrscheinlich noch andere Ur- 

>, Google 



Sachen, die, wie ich mir zu sagen erlaube, du Unglück mit hervor- 
gerufen haben. Ich eieuehe daher die Herren, die sieb an der De- 
batte betheiligen wollen, ihre Erfahrungen mHsuthoiles. 

Herr Kroczak (ans Bronn): Ich glaube auch die dauernd 
kalte Luftströmung all Ursache der Unfruchtbarkeit m meiner 
Gegend angeben tn »ollen. Sie war eine nicht gewöhnliehe. Dar 
iNerdostwind, der aber die ganie Gegend gestrichen ist, scheint die 
Zerstörung dar Mathen verursacht iu haben, und folgende Umstände 
durften, meine Ansicht begrindan. . Gewöhnliche Seife wirken in 
Niederungen zerstörend; bei aas jedoch kam die Erscheinung tot, 
dass Niederungen ihre Bhlthezeit vollendet hatten und dort voll- 
hlngende Obstbäume prangten, besondere die Haosxwetsehe, die bm 
ans viel gebaut wird, wannend auf den Anhöhen eine gänzliche Zer- 
störung sowohl der Blfltnen jus dar Fruchtansätze stattgefunden hat 
Ich habe ferner in einem gegen Nordost gelegenen Waidanthetle die 
Beobachtung an Buchenstöcken gemacht, dans nach diesen Tagen, 
wo diene kalte Luftströmung vorherrschend war, alle jungen Buchen- 
«»trieb* gegen Nordest förmlich wie Terbrunt waren, wahrend 
alle andern gegen Südost verschont geblieben sind. Folglieh durfte 
die Ansieht' vorherrschen, dam diese kalte Luftströmung, wenn wir 
meteorologische Berichte za Ratbe ziehen, eine der Hauptursnehen 
sei, warum uasern Obstbäumen die Fruchte geraubt wurden. 

Herr Gerold: Meine Herren! Bei mir- ist eine waldige Gegend, 
die ziemlich viel Niederschlage hat, allein leider stets bis lang im 
April und Mai von Nachtfrosten und Frühfrösten heimgesucht wird. ' 
Zun Beweis diene, dass wir bis Ende September bereits 2mal Frost 
gehabt Die Blüthen fangen nun bereits Ende April an nnd ihre 
Entwicklung dauert sehr lange. Ich glaube daher, dass die Lange 
der Bluthazeit, der ausgedehnte Zeitraum nachtheilig ist für den 
Ansatz der Fruchte. Vieles vergilbte und brachte es nicht zur 
Frucht. loh halte daher die ausgedehnte Bluthezeit für sehr 
nachtheilig. 

Herr Arnold (aus Trier): Meine Herren! Es dürfte überflüssig 
erscheinen, über dieses Kapitel noch weiteres mitzutb.ciJ.en. obschon 
mich darauf einzelne Erfahrungen hinfuhren. Zunächst meine ich, 
wäre der 2. Funkt von grosser Tragweite, die vorzugsweise auf einer 
Anhäufung von abgelagerten ßeservestoffen und Fruchtbarkeit beruht: 
Ich erlaube mir, darüber meine Beobachtungen mitzutheilen. 

Wir haben das Plateau am Laacber See zu benutzen. Der 

Google 



46 

Boden ist reich in Phospborsß.ure nnd Kali. Gleich daneben liehen 
Obstbäume nnd alle Besucher staunten- ober ihre FrfteMe pnd ich 
kann Ihnen die Varekharung gaben, da» Hera im Laibe lach**, wem 
man diese fülle von Früchten, sah; 

Eine Vieitelstnnde weiter hatten "die Baume kein* Flöchte-' fiiehr. 
Wie wellen Si» dieses auffallende -Ereignias erklären, da« US« die 
Obstbaum* reich vßUhingen und dort gar nicht» ist. Mit allem önmd 
«■an., da der Frost da wie dort derselbe war, an? *a B<od«ner- 
«ahrung hingewiesen, werden, dann auch! aaf die'Düngiing. 

Gerade in diesem- Bezirke herrscht', eine heaandt» ¥oorUebe für 
Obstbäume , und haben mr verschiedene Versuche in* Betreff -dar 
Ddmjung gemacht. Vorige* Sommer v»de> Parth(en : Bänme ge- 
-demgfc lud zwar anm 2., zam 8. , anm 4sea mfcM-gawwngl ' Gerade 
am 20. April hattan wir in der Anstalt den Besnah dös 'Regierunge- 
«ollegiums Ten Trier. Das Morgens lag der Schnee 8-^-4 Zelt hecti. 
Mittags kam die Red» darauf nnd. man, mehrte, dasB'.das Obst vefr- 
eaftndig' wt-toren sei. Ich wagte jedoch >« bemerken, dass schon 
im Jahre. 1847 derlei Ereeh einwogen, da gewese«. srnd, wirfcMckftr 
Schnee schadet nicht, ioh stellte da: die Behauptung auf, dasB-tröt« 
■dieses Frostes doch wohl Obst sein werde. Ich wa*de allseitig aus- 
gelacht und die Erfahrung hat' es dcnnaoh bewiesen. Ich bedaure, 
-dass der Herr Begiemngarath Beek heute nicht 'hier hat , der dies* 
bitte bestätigen können. Wir sind an Binnen vorübergegangen, 
die am 128. April als beschädigte beserchnet wurden, und diese waren 
die einzigen, die Obst hatten, die anderen hatten gar nichts. Es ist 
allerdings kein wissenschaftlicher Beweis dafür, dass die Aufnahme 
dieser unorganischen Nährstoffe absolnt nothwendig sei; aber so lang«, 
meine Heroen, uns die Wissenschaft rächt Fingerzeige an die Hand 
gibt, müssen wir unsere praktischen Erfahrungen verwerfchen. 

Es würde zu weit führen, aas anderen Theilen der Rheinprovmz 
Ihnen Mittheüungen zu machen; sie- sind schon veröffentlicht worden. 
Ich kann Ihnen nur die Versicherung geben, dass wo wir diese 
Düngungen eingeführt haben , wir in diesem Jahre 
brillante Resultate hatten. . 

Ich habe Hm, Dr. Lucas Früchte hingeschickt znr Bestimmung, 
und glaube Herr Dr. Lucas wird es Ihnen bestätigen , dass die 
Früchte in der Ausbildung nicht zurückgeblieben sind. 

Dr. Luou bestätigt die vollkommene Ausbildung nnd Schönheit 
dieser Fruchte. 

, DptzdbyGoogle 



47 

Heer Wilhelm' Sehleich.er aus Nied^eröstetteicb.: Ich erlaube 
mir die Bemerkung zu machen, das* bei uns nicht allein die starken 
Froste schuldig waren an dam Misslingen dar Obsternte, sondern 
voiragiweise das kohle lang anhaltende ^Regenwetter. 

In manohan Gagenden hat die Bttthe gar nicht stattfinden 
kannm, weil das Begenwetter so lange geiaaert hat. Das erklärt 
vielleicht auch, wanun in wn*ei«r Gebü-gsgegead heue« Leute reehi 
viel Obst haben, wahrend in den Nwdenragw, wo der Bogen. : nicht 
aufgehört hat, und dar N«tel liegen gabtieba«, han.Ohst ist 

Nicht zu übersehen durfte auch sein, das* tbdÜvew anoh der 
Insekta-nfr aas Schuld ist. Durah das kühle und feuchte Wetter 
sind heuer zwar Massen von Insekt« au Gründe) gegangen. Was. indeas 
kleine Insekten sind , nie der .Rüsselkäfer und andere , die haben 
immer bedeutenden Schaden zugefügt und das, was übrig geblieben 
ist, temiiihtea geholfen. Sa kann nie gaaog darauf . hiagöwiesea 
weiden, dass wi* die kl «deren Feiade, die kaum aichtkas «ad, aus- 
zurotten streben «aussen, was wir. mit allen Gaset»« Aber Abrau- 
pung eto. nicht etreiehen, sondern, »eine. Benno, wie müssen tot 
allem Andern trachten, die Vögel an schonen- - 

Baron Trauttenberg; Gestützt auf die Worte meines Vor- 
redners, erlaube ich mir, Einiges über den Vogelschutz zh sagen. 

Wir haben hier in -Oeeterreich das beste Gesetz für den Vogel- 
schutz , auch die' dazu bestellten Organe. Aber «nsere autonomen 
Gemeinden, welchen hier fast die gante Executive zugewiesen ist, 
thun leider der Mehrzahl nach sehr wenig. Eine besondere Berück- 
siebtiguag des Vogelschutzes würde dadurch in indirekter Weise ein- 
treten, dass man dem Marktverkauf der .Ameiseneier allge- 
mein verbietet. Ich halte: die Ameisen für eine Art Waldpoliaei. 
Es sind in unserer Mitte mehrere Forstmänner , welche mir bei- 
stimmen werden, wenn nicht, mich gütigst widerlegen wollen. Die 
Ameisen vernichten eine Menge unseren Waldern schädliche Thiere. 
Es ist, glaube ich, einVanirtheU unserer Gärtner , dass die Ameisen 
.schädlich seien. Wir haben ihnen im. Gegentheile zu verdanken, 
dass viele Blattlause und manche andere Insekten vernichtet werden. 
Hört nun der Verkauf der Ameiseneier auf, so entfallt jedes Gesetz 
wegen Sehnte der Insekten und Vögel von selbst; denn Niemand 
kann eine frisch gefangene Nachtigall, Niemand; eine sogenannte 
Bastardnaehtigall ohne Ameiseneier ernähren. Da nützt kein künst- 
liches Futter. 

Dpi-zcdbir Google 



48 

Es wäre sonach, wie ich glaube, unser OongrwB berufen, die 
betreffenden Regierungen nicht nur hier in Oesterreich, sondern auch 
anderwärts inf du Verbot des Verkaufes der Ameiseneier auf den 
Markten aufinerScsam n machen. Freilich wfirde dadurch manche 
Familie brodlos werden. In Böhmen z..B. liegt im Sohottenhofner 
Bezirke das Städtchen „Bergstadt unserer lieben Frau'. Dieses 
Bergstadtchen schickt im Sommer seine brodlosen Bewohner bis nach 
Italien , um dort Ameiseßeier zu sammeln und sie nach Böhmen 
zurückzubringen und 4a zu verkaufen. Es wäre sowohl der Verkauf 
von trockenen als von frischen Ameiseneiern zu Terbioten. 

Wie mit den Ameisen, so steht es auch mit einem anderen. 
Insekt, der Eintagsfliege, welche an der Bube sehr häufig ge- 
fangen wird. Da wird der ganze Strom beleuchtet, die Fliegen ver- 
brennen sich an dem Feuer die Flügel , werden dann zusammenge* 
kehrt und auf dem Harkte als sogenannte Wetsawttnner verkauft. 
Wird dieser Verkauf eingestellt, so hört der Fang der Insekten ver- 
nichtenden Vogel von selbst auf; denn ihr Fleisch ist ja so gering, 
dass sie dieses wegen Wohl kaum mehr Jemand rangen wird. 

Herr Tisza: Dr. Lucas hat anter Anderem auch die normale 
Vegetation der Baume als eine Hauptsache zur Fruchtbarkeit und 
den Gegensatz als grosses Hindernies derselben angefahrt. 

Sei es mir nun als Liebhaber und Fachmann erlaubt , einige 
Erfahrungen über diesen Gegenstand , die jetzige Obsternte Ihnen 
vorzutragen. 

Ich habe bei meinen flirten und in der Gegend, wo ich wohne, 
d. i. im Siebenburger Theile Ungarns gefunden, dass an der heurigen 
schlechten Obsternte die grosse Kälte vom verflossenen 
Winter, welche bis auf 27° Reairmur gestiegen war, Mitursache 
ist; denn dieser heftige Frost hat eine schlechte Vegetation 
der Obstbäume hervorgerufen , wovon die natürliche Folge eine 
schlechte Ernte sein musste. 

Nachdem diese Dinge logisch zusammenhangen, werde ich mir 
erlauben, Einiges über das Leiden' der Baume durch die grosse Kalte 
zu erwähnen. Ich habe in meiner Praxis einen grossen Fehler heraus- 
gefunden, dass wir nicht gehörig beachten, in welcher Lage wir 
unsere Obstgarten anlegen. Im vorletzten Winter habe ich 
erfahren, dass wenigstens bei uns die beste, aller Obstanlagen' 
eine nördliche oder höchstens eine nord westliche. Lage ist.. 
Ich glaube die Herren werden mit mir darin übereinstimmen, da». 

GooqIc 



die grosse Killte an und für sich nicht unsere Bäume zu Grunde 
richtet .und Ursache der Unfruchtbarkeit wird, sondern vielmehr ein 
schneller Wechsel de* Temperatur, wenn z B. auf eine 
grosse Kälte gleich ein starker Sonnenschein oder eine unverhütniss- 
mfissig hohe Wanne eintritt. 

Ich besitze einen Obstgarten in einer positiv Östlichen Lag«, 
einen nach Süden, gelegen auf einem Weinberge und meinen eigent- 
lichen Obstgarten auf einer nicht sehr steilen Anhöhe, welche nach 
Korden abfällt. In den beiden ersteren habe ich gar keine 
Frucht, während der letztere sehr schöne Früchte tragt. 
Darüber, dass die Bäume nicht durch eine grosse Kälte an und für 
sich , sondern durch einen schnellen Wechsel der Temperatur za 
Grunde gerichtet werden, kann ich Ihnen ein sehr treffendes Beispiel 
geben. 

Ich habe gerade unter meinem Wirthschaftahofe einen Zwetschen- 
garten , welcher mit Pappelbäumen eingezäunt ist. Viele dieser 
Bäume, gerade an der Sonnenseite, Bind ausgestorben; diejenigen 
Zwetachenbäume, wo die grössfcen Pappelzweige im Winter die Sonne 
abgehalten haben, sind aber nach dem grossen Froste gesund geblieben. 
Wo 2 oder 3 Pappelbäurae abgestorben sind und der Sonnenschein 
nicht abgehalten wurde, sind die Zwetschenbäame abgestorben. 

In Siebenbürgen war im April auch grosser Frost. Wir haben 
an unserer Obsternte gänzlich verzweifelt , . ein grosser Theil der 
BJüthgn war ganz schwarz. Es ist darnach ein kalter Regen einge- 
treten , welcher 2 bis 3 Tage gedauert hat Nach diesem Regen 
wurde dje Temperatur allmfihlig wärmer und wärmer, wir haben 
die Bläthen wieder untersucht und fanden sie gesund. Durch diese 
allmählige Temperaturveränderung ist nns ein grosser Theil der 
Einte gerettet worden. Wäre sofort -nach der Kälte eine warme 
Temperatur eingetreten, so hätten wir die Frucht verloren. 

Hofgftrtner Kunkel von Kremamunster: Nach meinen lang- 
jährigen Erfahrungen kann ich die Bemerkungen meines Herrn Vor- 
redners bestätigen. 

Wenn wir nun die Ursachen der letzten Missernte ergründet 
haben, so glaube ich, ist es auch unsere. Aufgabe, dafür zu Borgen, 
so weit es in unserer Macht steht, einem solchen Uebel zu be- 



Ich mochte dieser Frage auch noch eine andere Seite abgewin- 
nen. Ich habe heuer die Bemerkung gemacht , data von gewissen 

n . nbyGctoglc 



50 

Sorten, welche gleichzeitig geblüht haben an verschiedenen 
Bäumen, ob diese nun Hochstämme, Zwergstämme oder Pyramiden 
waren, ob sie früher oder später geblüht haben, einige sehr viele 
Früchte tragen , während andere daneben stehen , die keine tragen. 
Ich erwähne z. B. die Goldparmäne , die Muskatreinette , Eibstons 
Pepping. Von diesen Sorten steht nicht ein einziges Exemplar in 
meinem Garten, welches nicht mit Früchten überfüllt wäre. Selbst 
der Danziger Kantapfel und Köstliche von Kew sind voll mit Früch- 
ten. Solche Bemerkungen und Erfahrungen sollten wir nicht , über- 
sehen. Es muss doch ein Unterschied sein in den verschiedenen 
Sorten, indem die eine mehr, die andere weniger empfindlich ist 
gegen Witterungseinflüsse und es wäre gut, diese Sorten zu erforschen 
und sie bei neuen Pflanzungen zum Anbau zu empfehlen, besonders 
den Anfängern , welche sich nur neue Sorten anschaffen ,, und die 
alten erprobten Sorten häufig übersehen. 

Ich habe in der Richtung das heurige Gircularschreiben den 
pomologischen Vereins 'mit grosser Freude begrüsst. Wir Ausschussr 
mitglieder wurden aufgefordert, unsere Erfahrungen bekannt zu geben 
and dem Vereine mitzutheilen , welche Sorten nach den Erfah- 
rungen des Jahres 187? besonders fruchtbar waren und sich 
hart zeigten und daher zum Anbau empfohlen werden 
können. Ich habe mein Referat eingeschickt und es freut mich 
zu sehen, wie auf diese Weise günstige Resultate erzielt und unser 
Obstbau, welcher Böit einigen Jahren fast' gar keinen Ertrag liefert, 
gehoben werden wird 

Für Oberösterreich ist der Obstbau von grosser Bedeutung. JJficht 
umsonst heisst Oberösterreich ein Obstgarten. Die Zahl der Bäum« 
ist dort sehr gross und wir dürfen mit dem fortgeschrittendsten lande 
in dieser Beziehung einen Vergleich nicht scheuen. Für uns hat' 
das Obst ein besonderes Interesse, weil nicht nur der Obstwein un- 
sera gewöhnlichen Haustrank bildet, sondern getrocknetes Obst auch 
als sehr beliebtes Nahrungsmittel dient. 

Ich möchte bitten, diese Sache noch ferner fortzuführen, damit 
wir günstige Resultate erzielen können. 

Dr. Lucas: Was unser verehrtes AusschnssmitglieÖ erwähnte,' 
ist im Werke und ich denke, dass wir im Laufe des Winters aus 
den Resultaten der Berichte, die uns von 64Pomologen eingeschickt 
wurden und noch werden, finden werden, welche Sorten eine besondere 
Dauerhaftigkeit in' der Tfiüthe gezeigt' naben, was schon Diel bei 



51 

gewissen Sorten als charakteristisch erwähnt. Bei den neueren Sorten 
kennen wir fliese Eigenschaft noch nicht so, wie bei den altern. In 
Württemberg' nnd da wo Mostobst an Strassen und freien Platzen 
gezogen wird, wird ein besonderer Werth auf eine gewisse Dauer- 
haftigkeit der Blüthe, besonders aber anf spatblühende Sarten gelegt. 
Dieses Jahr zeigte sich aber, dass viele spätblühende Sorten mit 
ihrer Blüthe in eine ungünstige Periode fielen. Doch das ist eine 
Ausnahme. In der Regel sind diese Sorten, wie die Goldgelbe 
Sommer Beinette, der Königliche Kurzstiel, die Matäpfel, besonders 
aber der von mir erzogene Spätblflhende Taffetapfel (der immer erst 
Anfang Juni blüht) Ton ausserordentlichem Werth, weil sie fflr 
<He Wärme in den Wintertagen und besonders im Frühjahr weniger 
erregbar sind; weil ihre Winterruhe länger währt, sind sie dauer- 
hafter und weniger empfindlich. 

* Meiner Ansicht nach ist dies von grosserem Werth, als zufällige 
Unlstände , welche eine spätere Blüthe veranlassen. Solche Sorten 
dauern länger aus. — Jede Gegend hat späthlGhende Sorten. Ich 
habe "heuer sehr wenig Obst geerntet; aber der Spätblflhende 
Taffetapfel, der wie gesagt nie vor Juni blüht, dessen Blüthe 
erst eintritt , wenn alle anderen Bäume längst abgeblüht haben, war 
in keinem Jahre schöner als in diesem; so trug auch die Gold- 
gelbe Sommerrein'etto und der zu den Matäpfeln gehörige 
Schickenapfel Teichlich. " 

Es ist eine Hauptaufgabe fflr den Pomologenverein, solche Sorten, 
die durch späte 1 Blüthe und Dauerhaftigkeit in Holz und Blüthe 
während der ganzen Vegetation im Stande sind, ungünstigen äusseren 
Einwirkungen zu trotzen, zu ermitteln. 

Dass wir bei unserer Notirung Über' die Obsternte auf dauer- 
hafte Blüthe und diese Eigentümlichkeit auch in ungünstigen Ver- 
hältnissen immer Bücksicht nehmen sollen, versteht sich von selbst, 
muss aber immer wieder in's Gedächtniss zurückgerufen werden. 

Herr Breitwieser aus Kiew: Nach allen Erfahrungen und "* 
nach den Beispielen Ton der Unfruchtbarkeit dieses Jahres glaube 
ich, dass jenerHerr, welcher von kalter Luftströmung sprach, 
eine berechtigte Ansicht habe. Wir haben während der Blüthezeit 
bei uns keinen einzigen Frost gehabt, und desshalb glaube ich, dass 
sich die Frtcnt nicht bilden konnte , weil die kalte Luftströ- 
mung dein hindernd entgegen gewesen. 
'Prof.' Dr. Pi'efcfuskj- in Eldena: Was zuerst die Obsterträge 



52 

1873 anbelangt , so haben wir im Allgemeinen auch in Pommera 
über eine geringe Ernte zu - berichten. Der Mai an eich war als 
Blfttheeeit sehr ungünstig. Wir hatten Schneefalle zu notirea. Trote 
dieser ungünstigen Witterungeverhältniäse zeigen sich hie und da 
sporadisch Garten, wg Fiel Obst vorhanden ist. 

Ich möchte 3 -Falle anführen, wo Obst vorhanden, die gewiss 
belehrend sein durften. An Strassen 1) ist sehr wenig Obst; mehr 
Obst ist 2> in den Gärten, die dem Feldbau mehr überwiesen 
sind, wo Yerhaltnisemassig wenig gedüngt wird, wo der Boden aber 
dach umgearbeitet wird; und 3) in denjenigen Garten-, wo der 
Boden bearbeitet und dann noch mit Jauche gedüngt 
wird« ist so viel Obst wie noch. nie. Wenn ich die Düngung 
als dasjenige Verfahren in der Land wirthschaft und dem Gartenbau 
auffasse, wodurch nicht nur fremde Nährstoffe von aussen zugeführt 
weiden , sondern durch welche assimilirbare Stoffe dem Boden auf- 
geschlossen, werden, so kann, wenn ich dieselbe nebst Umgraben, den 
.Boiden lodern u. a. w. zur Anwendung bringe, hiedurch den Pflanze» 
nur. in ihrer Ernährung der bedeutendste Vorschub geleistet werden. 

Ich wollte Sie besonders auf das Umspaten der Baume, soweit 
die Wurzeln reichen, aufmerksam machen und ich selbst wurde tot 
vielen Jahren durch die Vortrage unseres Herrn L Vorsitzenden ange- 
regt, mein Augenmerk in dieser Richtung auf die Obsten! tur zu lenken. 

Was den Vogelschutz anbelangt, so ist vom Vorredner ge- 
sagt worden, es sollen polizeiliche Verordnungen Hilfe bringen. Ich 
niöohte mich vielmehr auf die Selbsthilfe .berufen; zuerst dadurch, 
dass wir unsere Jugend in den Schulen mit den nützlichen Vögeln, 
welche Insekten vertilgen, bekannt machen. 

IL Präsident Herr Prof. Koch.: Wenn Sie mir gestatten trollen, 
möchte ich, obwohl der Gegenstand der Frage schon sehr ausführlich. 
auseinander gesetzt worden ist, noch einige Punkte herausheben, auf 
die noch nicht genug Gewicht gelegt ist. Vor Allem komme ich 
dabei auf die schlechte Behandlung , ich möchte manchmal auch 
sagen , auf die ganzliche Vernachlässigung der Obstanlagen. Wir 
wissen, was der Bodenbau durch Liehig geworden, und dass man 
wieder geben muss, was man durch die Ernten genommen. Wenn 
in Württemberg so und so viel Zentner Kali durch den Verkauf 
des Obstes weggenommen ist, so muss man doch daran denken, wenn 
man weiter Obst haben will, dem Boden dieses Kali auf die eine 
oder andere Weise wieder zu geben. Man denkt aber nicht daran. 

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55 

Ferner müssen wir bedenken, dass wir zum grossen Theii jetzt 
nur geschwächte oder kränkliche Baume haben, weil wir im Jahre 
1869 und 1870 so harte Winter gehabt, dass alle Obstbäume mehr 
oder weniger litten. Hat man etwas dafür gethan, dass die Beschä- 
digungen beseitigt oder doch wenigstens gemildert wurden? Es 
kommt noch dazu, dass der letzte Winter mit dem darauf folgenden 
Frühjahr so abnorm und der Gesundheit der Bäume so nachtheilig 
war , dass man sich nicht zu wundern braucht , wenn die Bäume 
noch kränker wurden und schliesslich in Betreff des Ertrags ihren 
Dienst völlig versagten. Nur im hohen Norden, wie in Ostpreussen 
und Schweden, hat man mittelmäßige , selbst gute Ernten gehabt, 
weil der zuletzt genannte Einfluss wegen der Lage des Landes sich 
nicht geltend machen konnte. 

Man hat ferner grosses Gewicht auf die FrühlingafrQste gelegt. 
So wenig ich auch sonst hierin unserem Altmeister, Herrn Super- 
intendent Ob'erdieck beipflichte, so hat er doch darin Beeht, dass 
der Schaden bei den Obstbäumen Oft viel weniger in den NachfrCsten 
im Frühlinge , als vielmehr in der vorausgegangenen harten Kälte 
zu suchen ist. Meiner Ansicht nach haben auch in diesem Jahre 
die Spätfröste weniger , hier und da vielleicht gar keinen Schaden 
gethan. Nach meinen Untersuchungen erfroren die Fruehtknospen 
nicht im Frühjahre, sondern schon in den Tagen vom 10. — 12. De- 
cember, wo fast durch ganz Europa, selbst im Süden, plötzlich hef- 
tige Kälte eintrat. Diese Tage sind besonders im Westen: in Hol- 
land, Belgien und Frankreich, verhängnissvoll geworden, denn es 
erfroren ausserdem in Messen vor Allem die immergrünen Gehölze. 

Dabei war der Vorherbst feucht , nass und kalt gewesen , so 
dass die Zweige sich nicht gehörig entwickeln konnten, um solchen 
Frostangriffen, wie sie an den genannten Tagen des Dezembers statt- 
fanden, zu widerstehen. Es fehlten auch die Nährstoffe, welche in 
doppelter Richtung wichtig sind , einmal eben als Nährstoffe und 
dann weil sie schlechte Wärmeleiter sind und damit das Kambium, 
also die weichere Bildungsmasse des thätigen Zellgewebes , geget| 
Kälte schützen. 

Schliesslich fibergebe ich noch einige Exemplare von dem Lucai- 
echeft Berichte über die diesjährige Obsternte. Nicht nur diejenigen 
Herren, welche Im Ausschüsse sind, sollten Materialien zu diesem 
Berichte einschicken, sondern Jedermann, 'der Liebe, zur Sache hat,' 
üüd sieh dazu berufen fühlt. Je mehr Material wir zu verarbeiten 



54 

haben, desto eher werden wir annähernd daa Wahre herausbekommen. 
Schliessen Sie diesen noch an: Notizen über die einzelnen Sorten., 
namentlich über ihre Ertragsfahigkeit , ferner über' die Einflüsse- der 
Witterung, des Bodens u. a. w. 

Dr. Lucas: Der Ihnen vom Herrn Vorsitzenden Professor Koch 
übergebene Bericht hat viel Nutzen gestiftet. Es haben sieb da, wo 
eis Bedürfnis» nach Obst herrscht, die Leute zu rechter Zeit vor- 
gesehen und es sind auch sehr wichtige Ratschläge durch die 
Fresse befördert worden, wie wir den Obstwein mit wenig Obst und 
ohne zu hohe Kosten herstellen können. Der württembergische Eimer 
Obstwein, welcher bei gewöhnlichen Verhältnissen 17 bis 20 ff 
kostet, hätte heuer nach den Obstpreisen von 1873 60 fl. gekostet, 
das ist für einen Landwirth eine viel zu hohe Summe. Als Obst- 
händler in betrügerischer Weise Obst zu billigen Preisen bekommen 
wollten, da hat diese Blättchen unseres Vereins gezeigt, dass das 
Obst in diesem Jahre einen höheren Werth hat, weil es in den 
meisten Gegenden fehle. Man bat also zu rechter Zeit erfahren, 
dass in vielen derjenigen Gegenden , wo mau das Obst zum täglichen 
Bedürfniss braucht , kein Obst vorhanden ist. Diese konnten sieb 
mit Obst versorgen. Westphalen ist ausserordentlich reich an Obst. 
Dorthin sind die Obsthändler gegangen , nachdem sie diess durch 
das Blättchen erfahren haben. Wir haben in Häutungen grosse 
Wagenladungen westfälischen Obstes , welches zur Bereitung von 
Obstwein verkauft wurde, erhalten. 

Ich halte es der Thätigkeit unseres Vereins würdig , jährlich 
solche Berichte sowohl von den Ausschuss- als auch von den andern 
Mitgliedern einzufordern, um schon am 1. August sagen zu können: 
bo und so steht es mit der Obsternte in den verschiedenen Gegenden 
Deutschlands. 

IL Präs. Prof. Dr. Ko ch : Ich habe noch etwas im Interesse unseres 
Vereins mitzutheilen. Als mir von Herrn Dr. Lucas dieser Bericht 
zugeschickt wurde, bin ich mit der Beichsanstalt für Statistik ver- 
mittelst des Heim Geheimerath Dr. Meitzen in Verbindung getreten. 
Unter den Gegenständen , welche die Beichsanstalt mit besondere^ 
Aufmerksamkeit behandelt, befindet sich auch der Obstbau. Auf 
diese meine Zusendung der Lucas'schen Schrift über den Ausfall der 
Obsternte in diesem Jahre und auf meine Mittheilung , dass auch 
der Deutsene Pomologen- Verein die Statistik des Obstbaues zu seinen 
wichtigsten Aufgaben zähle und alle Jahre Berichte über den Aus.- 



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55 

fall der Obsternte ausarbeiten, werde , sprach Herr Geheimeraih 
Dr. Meitzen den Dank aus. Gern werde er weitere Mitteilungen 
entgegennehmen, und im Interesse der statistischen Wissenschaft sich 
freuen, wenn dadurch eine dauernde Verbindung mit dem deutschen 
Pomologen- Vereine, wie sie bereits mit dem Vereine der deutschen 
Rübenzucker- Fabriken eingeleitet sei, herbeigeführt werde. Ich glaube, 
dass wir ein solches Entgegenkommen von Seiten der statistischen 
Beicbsanstalt nur dankbar begrüssen können, aber um so mehr 
müssen wir uns bemühen, auf diesem Felde der Obstbanstatistik auch 
etwas zu leisten. Nochmals wende ich mich daher vor Allem an die 
Ansschuss-Mitglieder , ausserdem aber noch an Alle , welche dem 
Pomologenverein angehören, mit der Bitte, den Vorstand durch da- 
rauf bezügliche Mittbeilungen fortdauernd zu unterstützen. 

Wir sind am Schlüsse der heutigen Sitzung angelangt, und 
ich mochte Sie bitten , zur 3. Sitzung vollzählig zu erscheinen , in 
welcher wir die Fragen 2, 3 und 4 über die besten, einträglichsten 
Obstsorten, welche in den obstbautreibenden Ländern Oesterreieh- 
Ungams gewonnen werden, und dann über die noch etwa zu pflan- 
zenden neuem Sorten zu berethen haben werden. Diese Frage ist 
nicht nur für Oesterreicn und Ungarn, sondern für alle Lander wich- 
tig. Ich ersuche desshalb besonders diejenigen Herren, welche die 
fieferate zu übernehmen die Güte hatten, pünktlich zu erscheinen. 

Ob wir auch noch die 5. Frage über Maschinen und Gerathe 
zur Berathung bringen künnen, ist zweifelhaft, da wir voraussichtlich 
nur mehr eine Sitzung halten können. 

. Damit wird die 2. Sitzung geschlossen und die 3. Sitzung des 
Congresses auf Montag den 6. Oetober anberaumt. 



VL Dritte Sitzung. 

Die Sitzung wird durch den I. Presidenten Dr. Lucas um 
9 Uhr Vormittags eröffnet 

Präs.: Ehe wir zur Tagesordnung schreiten, sollte eine 
Frage beantwortet werden, welche von einem unserer verehrten 
Mitglieder gestellt worden ist , deren Beantwortung dasselbe in 
seinem und im Namen anderer Herren wünscht, die Frage näm- 
lich , welcher Dünger für den Obstbau wohl der ge- 
eignetste ist. Es ist nun allerdings nothwendig, als Ergän- 

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56 

zung zu unserer früheren' Verhandlung über das Dungen über- 
haupt, auch über die Arten des Düngers zu sprechen. Ich darf 
wohl Herrn L and wirthschaftsl ehret- Arnold bitten, diese Frage 
zu beantworten. 

Herr Arnold: Diese Frage ist zwar schon in dem Lahr- 
buche des Herrn Dr. Lucas „vom Baumschnitte" kurz und gut 
beantwortet Indess will ich Ihnen mittbeilen, welchen Dünger 
wir am Rhein verwenden und wie wir ihn bereiten. 

In den pomologischen Monatsheften vom Jahre 1870 ist die 
Gülle als die beste, Methode des Düngen« angegeben. Wir 
wenden auch die Gülle an und erzielen damit die besten Erfolge, 
nur bei Aprikosen nicht, nicht bei Pfirsichen- und Sösakirschep. 
Da haben wir schlechte Resultate erzielt. 

Unter dieser Gülle ist aber nicht etwa Jauche zu ver- 
stehen; Wir bereiten sie auf folgende Weise: Wir nehmen ver- 
rotteten Stallmist, weichet* von möglichst vielerlei Tarieren ent- 
standen ist, lassen ihn in Fassern oder Gruben mit 3bm1 bo viel 
Wasser als Mist vermischt (jähren und zwar bei warmer Teaape- 
rätbr 48, bei kalter etwa 72 Stunden lang. Diese Brühe wird 
-dann mit dem Wasser untereinander gemengt nnd an die Bäume 
herangebracht Die Locher an den Bäumen werden s /, bis l 1 /,' 
tief gemacht, so dass der Dünger nicht bis an die Wurzeln kommt. 
Bodann werden je nach der Grösse des Baumes 5— 10 Giess- 
kannen von dieser Flüssigkeit hineingegossen. " ' 

In den letzten Jahren haben wir, da die Chemische Analyse 
nachwies, dass Phosphorsäure und Kali absolut nothwendig sind 1 , 
diese Substanzen jedoch im Stalldünger in dem richtigen Ver- 
hältnisse sich nicht vorfinden, Holzasche und Knochenmehl 
zugegeben. Der Erfolg dieser Düngung ist ganz enorm. 

Die meisten von Ihnen, m. H., werden wohl im nächsten 
Jahre zum pomologischen Congresse nach Tarier kommen. Da 
können Sie an Hunderten von Bäumen die Resultate sehen. Wir 
haben unseren Dünger für das kommende Jahr in 3 verschiedenen 
Garten angewandt, einen Plan angefertigt, in. welchem alle Bäume, 
welche in der erwähnten Art gedüngt wurden , nummerirt sind. 
Ich werde einen solchen Plan an den Hrn. Dr. Lucas für die 
Tlrusf riiten Monatshefte für Obst- und Weinbau' einsenden und 
Sie werden dii Gelegenheit haben, zu vergleichen. 

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57 

Was diese unorganischen Nährstoffe, nämlich Kali und Phos- 
phorsaure anbetrifft, so habe ich mir Knochenmehl und Kali- 
dünger gekauft. Das Resultat war aber nicht sehr günstig, weil 
ich gefälschte Waare bekam. Wir brauchen in der Rhemprovin/ 
lOmal mehr Knochenmehl, als alle unsere Thiere Knochen reprä- 
sentiren und da ist es leicht erklärlich , dass man gefälschte 
Waare bekommt. Wir haben es nun seit 3 Jahren versucht, uns 
das Knochenmehl selbst zuzubereiten, was ich aus einer russischen 
Zeitschrift zuerst kennen lernte'. Die Methode der Zubereitung 
ist folgende: 

Man kauft sich Knochen, zerschlägt sie mit einem schweren 
Hammer, nimmt alte Tonnen, in welche man unten auf dem 
Boden J /j" hoch Aetzkalk bringt, darauf kommt >/ 3 " von diesen 
gestampften Knochensplittern , dann */j" hoch Holzasche. Dan 
setzt man eo fort, bis die J Tonne voll ist. Weiter ist nothwendig, 
dass dieses Gemisch 2 Monate lang mit Wasser oder besser mii 
Jauche feucht gehalten wird. Nach 2 Monaten sind die Knochen- 
splitter so weich, dass man sie zwischen den Fingern zerbröckeln 
kann. Die Splitter bringen wir dann auf eine GypemUhle. Gerade 
dieser Dünger hat sich bei uns als der beste bewährt; wir sind 
uns dabei auch gewiss, dass wir keine verfälschte Waare haben, 
und diese Selbstbereitung des Düngers möchte ich Ihnen beson- 
ders empfehlen. "Slaclien Sie nur einmal einen Versuch und icii 
bin fest überzeugt, dass sich diese Art des Düngens auch bei 
Ihnen einbürgern wird. Ich hoffe, Ihnen nächstes Jahr meine 
Behauptung durch Thatsachen zu erweisen, indem ich Ihnen die 
prachtvollen Früphte zeigen werde, welche ich erziele. Wir habe:i 
bei der Düngung zwei Zwecke Im Auge, nämlich die grössere 
Tragbarkeit der Bäume und die bessere Ausbildung der schon 
vorhandenen Früchte. Wer durch längere fceit Beobachtungeil 
angestellt hat, kann nicht' mehr zweifeln, dass die Bäume, welche 
massig gedüngt werden, bedeutend schöner sind, als jene, zu 
welchen kein Dünger gekommen ist. Es liegt das in der Natur 
der Sache. - 

' Die Wirkungen des Kalks anlängend, erlaube ich mir zti 
bemerken, dass mir vor 2 Jahren , als ich Holland im Herbst 
bereiste, die Holländer: erzählten, dass sie an ihren Kirschbäumen 
grosse Löcher graben und aufgelösten Kalk nlneingiessen und 

Gooolc 



£8 

dasß sie gar keine tragfähigen Kirschbaume hätten, wenn sie diess 
nicht thäten. Sie werden auch immer, wenn Sie unsere Früchte 
chemisch analysiren, darinnen einen gewissen Procentsatz Kalk 
finden. Beim Steinobst liegt diess auf der Hand. 

, Baron, von Liebenstein aus Württemberg ersucht, das« 
der ober die Düngung von Herrn Arnold gehaltene Vortrag auch 
in ,die Ulustrirteu Monatshefte aufgenommen werde, worauf Ar- 
nold Über Ansuchen des Präsidenten einen kurzen Artikel für 
dieselben zu schreiben verspricht 

Herr v. Schickb: Ich setze in die Vortrefflichkeit dieser 
Düngungeart keinen Zweifel ; es wäre auch interessant, zu wissen, 
in wieferne diese Dungungsart in den verschiedenen Gegenden 
einen Unterschied in den Resultaten zur Folge hat... Für die 
Pomologie berühmte Länder, wie Württemberg und Oberösterreich 
führen statistische Daten an und es wäre wünschenswerth, zu 
wissen , ob diese Resultate der besprochenen Düngungsweiae 
gegenüber verhältnissmassig bedeutend oder gering sind. Mein 
Bruder hat bei Linz einen Obstgarten, für welchen der Dünger, 
Gülle , 5 bis Omni verdünnt wird. Bei 6 bis 7 Bäumen sind 
ausserordentliche "Resultate erzielt worden. So hat ein Baum, 
welcher 60— 70 Jahre alt ist, 22 Butten , das sind ungefähr 
3—4000 Aepfel getragen. Das scheint eine grosse Anzahl. Viel- 
leicht könnte man durch' die besprochene Art des Düngens ein, 
noch grösseres Resultat erzielen. 

Präsident: Die Bäume, von welchen der Herr Vorredner 
sprach, sind mit Jauche gedüngt worden. Diese enthält Kali 
neben harnsauren Salzen. Das Kali nun äussert, wenn es in 
richtiger Menge darin enthalten ist, seine volle Wirkung. Durch 
die Übrigen ammoniakalischen Verbindungen aber werden, sofern 
dieselben vorherrschen, oft Krankheiten veranlasst, wesshalb hei 
Anwendung von Gülle immer einige Vorsicht zu empfehlen ist. 

Ich kann Ihnen aus meiner Erfahrung einen Fall erzählen, 
wo der Wasserabfluss ans einer Küche an einen Baum geleitet 
wurde. Der Baum, der sonst immer gesund war, trug in Folge 
dessen Fruchte, welche, von innen heraus faulten. Nachdem das 
Wasser weggeleitet worden war, .waren nach 2 Jahren die 
Früchte wieder gesund ( und icrj habe nie mehr faule Früchte 
erhalten. Ein Pomolog in Prag hatte eine schöne Topfobst- 

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50 

Orangerie; er düngte die Baumchen, stark mit den sehr Stickstoff- 
reichen Gersten keimen , die sich beim Malzen ergeben. Seine 
Früchte waren fleckig und von eiaero durchaus unedlen Geschmack. 
Dieses war eben eine Folge einer zu grossen Menge ammonia- 
kaliscber Dungstofle. 

Bei allen Versuchen über die Düngung der Obstbäume stellt 
sich immer mehr heraus, dass durch das Zusammenwirken 
von mineralischen und organischen Dungstoff en nur 
allein diese ■ gunstigen Resultate erzielt werden , von welchen 
unser verehrter Freund Arnold berichtet hat. 

Darin liegt auch die Antwort, dass wenn man Gülle dauernd 
anwenden wollte, das Resultat nicht so günstig wäre, als wenn 
man hievon nur eine kleine Quantität verwendet und dann Asche 
und auch Kalk, sowie Knochenmehl zusetzt. Der Aetzkalk wirkt 
auflösend auf. organische Bestandteile, die wir in den Knochen 
als Leim finden und welche für die Ernährung der Pflanzen 
ausserordentlich günstig sind. 

Desshalb ist auch die Methode desDüngens mit zermahlenen 
Steinen (& B. gebrannten Erden) , die kalireich und kalkhaltig 
sind , sehr vorteilhaft und bat sich , wo sie nur angewendet 
wurde, überall bewährt. Ebenso wie das Verfahren, dem Boden 
für Kirschen Kalk beizumischen, nur als eine rationelle Methode 
bezeichnet werden kann. 

Herr Pastor Thieme aus Sachsen: Der beste Dünger für 
Baume ist ein guter Compost; darunter verstehe ich solchen, 
der wesentlich Pflanzentheile enthält. Die Anwendung desselben 
steht nur insoferne dem vqn Hrn. Arnold genannten nach, dass 
man vielleicht schneller mit jenem wirkt. Doch der Compost 
wird für die Bäume nie Kachtheile haben. Ich glaube, es kann 
Niemand anderer Meinung sein; der Compost bleibt für Bäume 
unbestritten der beste Dünger. 

, Freiherr von Xrautenberg: Ich weiss nicht, woher es 
stammt, habe ich es gelesen oder gesehen — kurz ich habe die; 
Erfahrung darüber; es wurde, hier von, Düngung mit Gülle ge- 
sprochen. — Die Anwendung, der Gülle hat den Uebelstand,. data 
sie an leicht verdunstet und nicht genügend unter die Wurzeln 
der Bäume zur Aufsaugung und weitern Verarbeitung kommt. 
Da gibt es ein leichtes, , uad wohlfeiles Mittel, zu bewirken, dass 

, Google 



die GBHe-Düngnng auch den unteren Theüen der' Oberfläche 
zukomme. 

Die sogenannten Wildsteiner Flaschen, worin Mineralwässer 
aufbewahrt werden, geben uns eines an. 

Wir schlagen den Boden der Flasche weg , machen eine 
Vertiefung in den Boden um den Baum und wenn man 3 solcher 
Flaschen verkehrt in den Boden hineinsteckt, und von oben, wo 
der Boden weggeschlagen wurde, die Gülle hineingiesst, so dringt 
sie tief ein und bleibt nicht auf der Oberfläche ■ und es sind alle 
Dungstoffe der Aufsaugung durch die Wurzeln des Baumes dar- 
geboten. Ich habe die Erfahrung darüber gemacht; der Erfolg 
war ein sehr günstiger, besonders bei Bäumen, die dem Absterben 
sehr nahe waren. 

Präs.: Sie finden dies Verfahren bei Herrn Fr. Gerold an- 
gewendet; er hat weite Drainrßhren in der Nähe der Bäume 
senkrecht in die Erde eingesenkt; es ist dies die Methode, die 
man auch in Belgien findet. 

Herr Prot. Bclke: Ich wollte nur erwähnen, dass es das 
Einfachste wäre, hierzu stets* Drainrohre zu verwenden; solche 
Flaschen sind nicht leicht zu bekommen und die Drainrohre sind 
vorteilhafter, da sie tiefer in den Boden gehen. 

Herr Arnold: Ich habe in Bezug auf die Einbringung 
■ unserer Gülle zu bemerken vergessen, dass nach unserer Methode 
der Arbeiter seine Hacke nimmt, ein Loch von 1— l*/ 3 ' Tiefe 
•aufhuckt, die Gülle hineingiesst und dann die Grube .zudeckt 
Dadurch ist der Verdunstung der Dungstoffe vorgebeugt ' 

Baron Trautenberg: Die Anwendung des Drainrohrs 
ist auch gut und eben so wohlfeil. Das Drainrohr aber ist ein 
Cylinder , hier geht aber das Saugloch in einen Kanal bei der 
Oeffnung zu. Dadurch verengt sich die Ausflussmundung und 
folglich strömt die Gülle nicht auf einmal in den Boden, sondern 
wird nach und' nach im Boden Verbreitet Es müsate also auf 
Versuche zwischen beiden ankotrimen, zwischen denJ ' von ' ihir 
vorgeschlagenen und der anderen Methode. 

Herr Prof. Belke: ; Ich mochte nur noch eines .erwähne»; 
was hier nicht zur Sprache gekommen. • ' 

Ich habe diese Methode von Herrn Dr. Luchs ''kennen gelernt 
and in kalkhaltigem Mergelboden 2— 3hial versucht ' ' 

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Es kommt nicht häufig vor, dass Birnbaum« ganss gelb 
geworden sind. Damals empfahl mir Dr. Lucas aulgelöstes Eisen- 
vitriol — nämlich .ein Oentner Wasser zu 5 Pfund Eisenvitriol. 
Ich wendete diesen Guss an und in 8 Tagen waren die Bäume 
wieder ganz grün. Ich empfehle Hinan, meine Harren, dies al» 
wirksames Mittel. 

Mao nehme einen Bottich, und schütte das Eisenvitriol hinejn» 
Nur empfehle ich Ihnen dann nachher das Fase sorgfältig aus- 
zuwaschen, wenn Sie es zu andern Zwecken verwenden wollest. 

Der Vorsitzende schüesst hiermit die Debatte, welche stinr 
viel Interessantes zu Tage gefordert hat und bemerkt, ehe zur 
Tagesordnung übergegangen wird , daes das Verzeichnias der 
Tbeilnehmer am Congreea beim Banket zur Verkeilung kommen 
werde und dass die Heeren, welche nicht an demselben Theil 
nehmen, dasselbe im Bureau der K. K. Gartenbaugesellschaft in 
Empfang nehmen können. Er zeigt ferner an , daas heute vom 
Sitzungsloeale aus die Excureion in die Baumschulen des Herrn 
Rosenthal in Wagen stattfinden werde, und bemerkt, dass gleich- 
zeitig die Oenologen eine Excursion in die Weinberge des Herrn 
Schi um berger in Voeelau machen werden. 

Herr Regierungsrat h Beck von Trier hat, wie schon früher 
erwähnt, eine interessante Schrift zur Vertheilung mitgebracht, 
„pie Förderung des Obstbaues und der Alleepflan- 
zungen im Regierungsbezirk Trier." 

Präs.: Ich spreche wohl in Aller Namen, wenn ich dem 
Herrn Regierungsratk Beck den Dank des Congresses ausdrücke 
für diese interessante Gabe. 

Wir haben heute eine sehr schwierige Frage zu verhandeln. 
Ich hin indees überzeugt, dass wir vorläufig nur Bausteine zu 
dieser Frage werden liefern können. 

Beim deutschen Pomologenverein haben wir auch in der 
1.' Versammlung in Naumburg damit angefangen, eine kleine Zahl 
von Obstsorten festzustellen, die in Bezug auf gutes Gedeihen, 
Tragfähigkeit, sowie auf Grösse und Schönheit der Frucht be- 
sonders zu bevorzugen seien. An diese wurden spater andern 
angereiht, nachdem die zuerst ausgewählten Sorten nochmals 
duichbeiathen und bestätigt worden waren. 

Hier haben wir es mit einem sehr weit ausgedehnten Obst- 

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baiibezirk zu thun, mit einem dureh' die klimatisctiep Verschieden- 
heiten Tirols, Ober- und Niederösterreichs , Böhmens, Mährens, 
Ungarns auch sehr verschiedenen Obstbau. "Es ist daher gewiss 
von grossem Interesse, wenn die 'Herren, welche so freund- 
lich waren, Referate zn Übernehmen, einzeln nun mit Nennung 
von Obstsorten hervortreten , sich aber dabei möglichst an die 
Frage halten; uns nämlich nur eine kleine Zahl" von Obstsorten 
zu empfehlen. Es ist allerdings ungleich schwieriger, nur die 
8 besten Aepfel- und ebensoviele Birnsoften, als 'SO zu nennen; 
h'flein wir wollen von dem Guten nur das Beste', das anerkannt 
Nutzbarste auswählen, wir wollen nur Sorten zum weiteren 
Anbaue fixiren, welche in Bezug auf ihre Ertragfähigkeit , ihr 
Gedeihen und ihre Nutzbarkeit über allen Zweifel erhaben sind 
und über welche ganz 'bestimmte und vielseitige Erfahrungen 
seit längeren Jahren vorliegen. Diesen' Standpunkt müssen wie 
testhalten. ! Es gibt in den österreichischen und ungarischen olist- 
b aufreihenden Ländern ebenso wie in den deutschen Staaten 
noch eine Menge geringe Obstsorten^ Diese geringeren 
Obstsorten, welche, zum Theil sehr lange schon eultivirt, mit 
allen Schwächen des Alters behaftete, zum Theil stets holzkranke 
Sorten 1 Sind 1 , zu Vermindern, muss unsere Aufgabe' sein: Dies ge- 
schieht am' sichersten dadurch, dass man die einträglicheren 
besseren Sorten feststellt, und- dann namentlich Baumschulinhaber 
veranlasst, geradediesein grosserer Zahl ittziehen. Darin liegt sicher 
eine höchst bedeutende Aufgabe des pomologischen Oongresses. 

Unsere Frage lautet: .'Welche Apfel- und Birnsorten, 
<je 3—5 Sorten Herbst- oder .Winterobst* — kh glaubte 
wir sollten „Sommerobst* weglassen, weil es doch nur einen jocalen 
Werthhat(— Zustimmung) — sind in' 10 Hanpt obstgegenden 
Oeaterreich-Ungarns, welche durch Abgeordnete ver- 
treten, sind, besonders als Tafel-, Markt- und Handels- 
obst gesucht und verdienen in Bezug auf Gesundheit 
und gutes' Gedeihen des "Baumes,' auf dessen Tragbär- 
keit, sowie in Bezug auf Grosse und Schönheit der 
Frucht für die genannten ZVeeke empfohlen zn werden?* 
Das Ist die Frage, an deren Beantwortung wir jetzt gehen wollen'.' 
Wir können aber nicht Bios eine' Sorte empfehlen, ohne auch' 
festzustellen, unter 1 welchen Lagen und Verhältnissen dieselbe gedeiht. 

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Jede; Sorte bat einen mehr oder weniger begrenzten Verbreitungsbe- 
zlrfc. Nehmen wir z. B. die Vortreffliche Muskatreinette. Sie wird 
in allen Gegenden von mittlerer Temperatur ihre Güte erhalten, 
wahrend sie in den warmen Gegenden, wie bei Bozen ein sehr fader 
Apfel wird; ebenso ist's mit dem Borsdorfer, welcher einer der schmack- 
haftesten Aepfel Dentschlands ist und auch in Böhmen sehr geschätzt 
wird, wahrend er in Bozen trotz. der Schönheit, die er dort erreicht, 
wonig bis Tafelfrueht geschätzt wird. ' 

Hofgärtner Noat aus Darmstadt (zur Tagesordnung): Ich möchte 
den' Vorschlag machen, dass wir zuerst die Frage über die Maschinen 
und Geratbschaften' in Berathung ziehen, damit dann, da die jetzt 
Torliegende Frage nur die Oesterreicher interessirt, die Niehtöster- 
reicher den Saal verlassen können. 

Präs. : Ich 1 bedaure sehr, dass dieser Vorschlag gemacht wurde. 
Ich bin auch kein Oesterreicher, freue . mich' aber ausserordentlich 
hier über manche österreichische Sorte belehrt zu werden; denn die 
Pönologie kann ja nicht 1 auf einen bestimmten Kreis beschränkt 
werden; die Öbstkuttur ist kosmopolitisch. Wir Nichtösterreicher 
wollen uns eben durch unsere österreichischen Freunde und Collegen 
belehren lassen, wir wollen die Schätze kennen lernen, welche sich 
lrier vorfinden, diewlr grossentheils'noch nicht kennen. Bis jetzt haben 
sich' die Österreichischen Staaten an den allgemeinen Bestrebungen um 
die Obstkultur noch viel zn. wenig 'betheiligt. Der Hauptgrund mochte 
wohl "darin 1 Begeh, dass' die pbm'ologischen Versammlungen immer 
entfernt von den Österreich-ungarischen Ländern waren. 

Man beschäftigte sich auch gewöhnlich nur mit dem Nächst- 
liegenden, daher kam es, dass, wenn wir in, Norddeutachland tagten, 
die dortigen Obstsorten geprüft wurden. 

' 'Die Wissenschaft kennt Keine' politischen Grenzen zwischen 
Deutschland und Oesterreich. . Wir wollen, wie gesagt, hier lernen, 
gerade so; wie unsere österreichischen Freunde, wenn sie zu uns 'nach 
Reutlingen;' nach Braunscfaweig , nach Berlin kanten, dort gelernt 
haben. (Zustimmung.) 

' Wir beginnen nun mit' der Bertthung unserer heutigen' ersten 
Frage. Wir werden die einzelnen Provinzen durchgehen, und be- 
ginnen mit Niederösterreich; für welches Herr Künstler das Re- 
ferat übernommen hat. (Da Herr Künstler abwesend ist, übernimmt 
4M ,: fieftttt AckwbansfehnWuwctor Schl-eiche-r). '■ ■•■■■•"■ ■■ 

Herr Schleicher: TJnt sich darüber klär zu werden,' welche 

. Google 



H 

Obstsorten in Niederösterreich die werthvollsten und verbreitetstefl 
sind, ist es wichtig, sich umzusehen, was Vorzügliches hauptsächlich 
der Wiener Markt bringt. Herr Künstler war als Marktcommissar 
besonders dazu berufen, diese Früchte zu verzeichnen. Es rinden 
sich auf dem Wiener Markte aus Niederösterreich wenigstens 30 
solcher Obstsorten und ich werde die 10 vorzüglichsten , welche auf 
dem Wiener Markte vorkommen, nennen. 

Von Aepfeln nenne ich: Die Winter-Goldparmäne, welche 
durch die Klosterneuburger und andere ObstbaumBehnlen weit ver- 
breitet ist, kommt als Marktfrucht, häufig vor, ferner die Englische 
Spitalreinette, dann die Grosse Oasseier Betnette, die 
Graue französische Beinette und der Gravensteiner. 

Unter den Birnen, wo ebenfalls Früh-, und Spätobst vorkommt, 
ist zu empfehlen : die Grawe Herbstbütterbirn, DielsBntter- 
biro, die Sommerapothekerbirn , die Kaiser'biru oder 
Weisse Herbstbütterbirn und Wildling van Motte.*) 

Hofgärtner Grill, Landshut: . Ich möchte mir erlauben, über 
den Wildling van Motte (gewöhnlich Besi de la Motte genannt), 
Einiges aus meiner Erfahrung initzutheilen. Dieser Baum tragt sehr 
reichliche .und schmackhafte Früchte und nimmt eine sehr schön» 
Form an, selbst den ungünstigen Verhaltnissen .gegenüber, unter 
welchen ich ihn baue und ich suche ihn in meiner Gegend als ein« 
der allerliebsten Birnen möglichst zu verbreiten. > 

2) Für Oberösterreich hatte Herr Hofgürtuer Bunkei das 
Referat übernommen. Er ist aber abgereist und es trat Herr Stifte- 
obergärtner Kienast von St. Florian an seine Stelle. 

Derselbe nennt folgende Aepfel- und Birnensorten: 

L Aepfel: 1) Caroline Auguste, 2) Schmidtbergers Beinette, 
3) Danziger Kantapfel, 4) Grosse Cajseler Beinette, 5) Winter Gold- 
P&rjnane. 

ItBirneu: 1) Kaiserbirn oder Weisse Herbstbütterbirn, 2) Grane- 
Herbstbütterbirn , 3) Bosc's Flaschonbirn , 4) Spate Hildasheimar 
Bergamotte, 5) Gute graue Herbstbergamotte, 

Präs.: Es wäre sehr interessant, wenn wir die Früchte hier 
hätten, da mir die 2 letzteren Sorten zweifelhaft erscheinen. Die 
Späte Hildesheimer Bergamotte ist als eigene Sorte wenig bekannt; 
man hält sie auch für identisch mit der Winterdechantsbirn. 

•j Ei erheben lieh Zweifftl, ob WlMltag r<w> *i»Öf»j <xla* TW Mot(f 
gepiffint i«i; dia Debatte erj«b aber, <U*i et die ladtwre aai. 



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65 

Herr Arnold ans Sachsen: Mt habe die Bemerkung zu machen, 
daes ich Oberösterreich bereist habe; ich habe die Obsthallen fre- 
qnentirt, um mir ein Bild zu machen. Ich habe in den meisten 
Hallen die Grane Dechantsbirn gefunden. Als ich frag, wie 
sie helsse , sagte man mir , es wäre die Gute graue Bergamotte. 
Sollte das nicht die hier genannte Sorte sein? 

3) Aus Steiermark wollte Direktor Göthe berichten, da er bei 
dar Weinbausektion anwesend ist', so wird vielleicht ein anderer 
Herr conferiren; Herr Direktor Schleicher bezeichnet folgende 
Sorten: 

a. Aepfel: Steierischer Haschansker, Garmeliter 
Reinette, Goldzeugapfel, Winter Goldparmäne, Grosse 
Gasseler Beinette. 

b Birnen: Virgouleuse, St Germain, Winterdech- 
sntsbirn, Weisse Herbstbntterbirn (Eaiserbirn), Fo- 
rellenbirn. 

Herr Prof. Belke: Die eine zuerst genannte Apfelsorte aus 
Steiermark kann ich empfehlen. Wenn wir gar kein Obst gehabt' 
haben, so hat der Steierische Haschansker alle Jahre getragen tmd die 
Stetrer bringen denselben bis in den März in ganzen Wagen nach Ungarn, 
obseben der Geschmack dem des Edelborsdorfers nicht gleich kommt. 
- Herr Erocsak: Diese Sorte ist bis Bronn in den Handel ge- 
kommen und zwar unter dem Namen Grazer Borsdorfer. 

Herr Fr. Belke: Es ist durchaus keine Reinette, sondern wohl 
mir ein Plattapfel, aber er ist ein haltbarer und vortrefflicher Apfel , 
und desshalb empfehle ich ihn. 

Herr Baron Ger tinger, Exe: Ich erlaube mir zu bemerken, 
(läse der verstorbene Eiegerl in Graz eine Zusammenstellung' von der 
VerbreHtmg würdiger Obstsorten geliefert hat, die sich' hier in der 
Gartenbaugesellschaft befindet 

Er war vollkommen oompetent und hat das Land nach allen 
Richtungen bereist 

Prlsident: Wir müssen nun eine andere Obstgegend nehmen 
nnd zwar 4) Mahren. Herr Eroczak wird nns da berichten. 

Herr Eroczak: Der Edel-Borsdorfer oder Haschansker 
ist sehr beliebt, namentlich als Handelsobst sehr gesucht; dann der 
Böhmische Jungfernapfel (im Handbuch Rotner Jangferoapfel), 
der bis in den Juni hinein dauert und den Brönner Markt überfüllt; 
ferner die Grosse Ca sseler-Reinette und die unter dem Kamen 



Goldreinette dort bekannte Winter- Gold-Parmftne; doch diese 
und schon genannt worden. 

Präsident: Dies ist gani in der Ordnung und ich bitte, 
nur dieselben Sorten immer wieder zu nennen. Wenn eine Sorte 
lOmal genannt ist, so werden wir sie lOnml als vorzüglich fest- 
stellen. 

Herr Kroczak: Als 5 Apfel wäre der Lederapfel oder die 
Graue französische Reinette zu nennen, oder ah gleichwertige 
die Englische Spitalreinette and von Birnen die Graue 
Herbstbutter üirn. die Kaiserbirne (Beurre' blane), Diels 
Butterbirn, Eorellenbirn, Yirgouleuse. 

Präsident: 5) fftr Böhmen. 

Baron Trauttenberg: Aus Böhmen empfehle ich folgende 
Aepfel: den Wintertaffetapfel, den Edel-Borsdorfer, dann 
den Rothen Herbst- Calvill. Der Weisse Winter-Calvill war 
früher einmal sehr gesucht, degenerirte aber derart, dass man ihn 
nur schlecht und dabej zn hohen Preisen bekommt. Ferner die Graue 
französische Reinette und der Rothe JungfernapfeL 

Prof. Koch: Berlin ist der Hauptmarkt für Böhmen and da 
finden Sie den Boradorfer und Jungfernapfel sehr häufig. 

Baron Trauttenberg: An Birnen sind die vorzüglichsten : 
die Sommerapothekerbirn, Liegeis Winterbntterbirn, 
dann Napoleonsbutterbirn und die Melonen- Birn (Diels 
Butterbirn), St. Germain. 

Präsident: Es ist mir die Frage vorgelegt worden, ob wir 
nicht auch das Wirthschaftsobst kennen lernen sollen. Allein wir 
wollen doch vorerst das Markt- und Handelsobst, welches rar die 
Tafel verwendet wird, feststellen. Wir wollen den österreichischen 
Vereinen es überlassen, in der Weise, wie wir es thun, fortzufahren, 
um vielleicht bei einer späteren Gelegenheit eine genauere Auswahl, 
auch von Wirthschaftsobst, treffen zu können. Wir können eben in 
einer Sitzung nicht alles erledigen und heute nur den Anfang machen, 
Desshalb wollen wir -das eigentliche Wirthschaftsobst bei Saite lassen, 
dagegen wohl aber Obstsorten beachten, welche, wie z. B die Grosse 
Casseler Reinette, sowohl als Wirthschaftsobst zum Obstwein, wie 
auch als Tafelobst verwendet werden. 

Es ist auffallend, dass bis jetzt unter den österreichischen Birnen 
die beste und verbreitaBgswördigste-Wi&terbirn, welche noch dazu den 
Namen .Kronprinz Ferdinand ronOesterreich* fahrt, nicht 

;oosic 



inrit-' aufgeführt wurde. Biegen sollten wir die Saint-GermaU 
nicht wieder hervortieheo, sie ist eine sehr alte Birne. Wir können 
ioth 'gegen die Naturgesetze nicht streiten. Sahit-Gerraain mag an 
einzelnen Orten noch gnt fortkommen, allein in den meisten Ländern 
Deutschlands und Oesterreichs bekommen wir davon unr mehr aufge- 
sprungene und schlechte Früchte. Es aollten eher Prflchte genannt 
werden, welche der Neuzeit angehören und in den letzten 50 Jahren 
etwa sich Verbreitung verschafft haben, wie gerade die Winter- 
Goldpannane. ' \ 

Ist aus Salzburg ein Herr anwesend, welcher referiren wollte? 
- Herr Ff. Gerold: Salzburg dürfte mit Oher-Öesterreich ziem- 
lich gleichkommen. 

Es reforirt nun Pomolog Mader (für Deirtschtirol): Ana unserer 
Boiwer Gegend muss ich den Weissen Rosmarin empfehlen. 
Dieser Apfcl wird'sehr theuer bezahlt. Der Baum ist zwar nicht 
mehr sehrgesund. die Trägbariteit nicht sehr bedeutend, das dürfte 
aber in den örtlichen Verhältnissen gelegen sein. 

IferBerden Böhmer, den Edelrothen, den Weissen Winter- 
««lviil und den Köstlichsten. 

■ ■ ; Von Birnen: Diel's B'utterbirn, Weisse Herbstbutter- 
bim, Virgouleuse, Winter-Dechaotsbirn und die Graue 
Herbstbutterbirri. 

Herr Inspector Frank (fftr Italienisch-Tiroi); Ich kann als vor- 
züglichste Apfelsorten nennen: den Weissen Rosmarin, Weissen 
WI liier- Calvill, Köstlichster, die Winter-Goldparmäne 
und die Canadu-Retnette; von Birnen: die Virgouleuse, die 
Winterdechantsbirn, Esperens Bergamotte, SpinaCarpi 
and Weisse Herbstbutterbirne. 

Präsident: Wir kommen nun an 8., Kärnten. 
Herr Pfarrer Meyer aus Kärnten nennt folgende Sorten:' 1) Der 
Maschati zker oder Edel-Borsdorfer. 2) Die Goldparmäne. 
3) ; B>vneUe von Canada. i) Der Rothe Spitzapfel, eine 
Bpeciell Kärntnerische sehr zu empfehlendo Sorte, dem Rothen Jung- 
fern- Apfel sehr ähnlich. 5) Kaiser Alexander. (Rufe^' Alexaudßr 
ist schlecht.) Er ist sehr fruchtbar nnd gut, selbst in den höchsten 
Gegenden ' 

Von -Birnen: Weisse Herbstbutterbirn, Graue Herbst-' 
but t er birn, Kronprinz Ferdinand von Oest erreich, Diels 
Futter bim, BoscB'FVaschenbirn. 

Coogle 



Präsident: Habe« wir amser Ungarn noch andere BaMoURhf 
Obstgegenden, die hier vertreten sind, wo wir Sorten auswählen 
können? Hufe; Siebenbürgen I GaHzien! Siebenbürgen werden 'wir 
Bptter bei Ungarn nehmen- Ist irgend ein Herr aas Oesteirsichiach- 
Schlesien da? (Nein!) Also GalUienl 

Herr Joseph Mayer aus Lemberg nennt: die Winter- 
Göl'dparinäne, die Ananas Beine tte,B red greinet te, Mus- 
catreinette, Edßlborsdorfer, von Birnen: Hardenponfcs Win- 
ter-Bntterbirn, Forellenbirn, Diels Bntterbirn, Boacs 
FlascheiiMrn, Köstliche von Chamo«, 

Präsident: Nun kommen wir 10. zu Ungarn and Sieben- 
bürgen. 

Herr Prof. Bei ke: Ich möchte Ihnen empfehlen: Von Aepfeln :: 
Serezika, Sikulai, Pogatsch, Huayady, Winter Gold- 
parmäne; Birnen: Sommerapothekerbirn, Weisse Horhst- 
butterbirn, Diels Bntterbirn, Win terdeehantsbir n.Hsr- 
denponts Winterbutterbirn. 

Präsident: Herr Liikacsj wollte auch ans Pest referiren. 

Herr Lukacsy: Es ist eine grosse Aufgabe, von ungarischem. 
Obst die empfehlenswerthesten Gattungen vorzubringen. Unser Un- 
garn hat den Typus von ganz Europa, vom Nordlichen bis zur Tief- 
ebene; in jeder Gegend kommen andere Obstsorten vor. Ich nenner 
die .Goldparmäne, den Maschanzker, Sikulai, Bother 
Stettiner und die Spate gelbe Reinette; an Birnen: die- 
Sommerapothekerbirne, Hardenponta W.interbutter- 
birn, Weisse Herb st bntterbirn, Forellenbirn, Napoleons- 
Bntterbirn, 

Herr v. Graven: In Oberungam ist der Pazmän sehr ver- 
breitet, welcher viel nach Bussland verfuhrt wird und sehr theuer 
bezahlt wird. Es wäre schade, wenn die Pomologie von ihm keine 
Notiz nehmen wurde. Eine weitere werthvolle und sehr geschätzt» 
Sorte ist der Bothe Gyogyer, eine Art von Bosenapfel, dann 
der Soviry, in der Tokayer Gegend von besonderer Gate. 

Herr Ladisl. Tisza (für den Siebenbürger Theil Ungarns)r 
Nachdem ich vielleicht allein für den Siebenbürger Theil Ungarns- 
sprechen muss, so erlaube ich mir zn bemerken, warum ich gerade 
diese und keine anderen Früchte als die vorzüglichsten nenne. 

Siebenbfirgen ist ein Wein- und Waiieoland und von diesem. 
Standpunkte müssen wir die Sorten nehmen, welche ich nennen 



werde. Weitere Ursache ist die Form der Frage, welche zu fiel 
in einem haben will. Es ist schwer die ausgezeichnetsten Tafel- 
früchte zu nennen, welche zugleich Handelsfrüchte sein sollen; denn 
diese macht uns zur Pflicht auch Früchte zu bezeichnen, welch« 
auf eine kurze Distanz per Aie transportirt werden. Wenn ich 
diese Umstände nicht berücksichtigen würde, würde ich vielleicht 
andere Früchte vorschlagen, wenn ich nur Handelsfrfichte anführen 
wollte, würde ich wieder andere vorschlagen, welche für die Tafel 
vielleicht nicht vorzüglich sind. Das war ich schuldig zu sagen 
and wollte damit ausdrücken, dass bei Nennung 5 einzelner Frueht- 
sorten unmöglich das zusammen gefordert werden kann, was das 
Programm vorschreibt. 

Ich nenne an Apfelsorten: die Wintergoldparmäne, dann 
Ananasreinette, die ganz vorzüglich gedeiht, dann die Grosse 
Casseler Reinette, Batullen und Poynik; an Birnen: Wil- 
liam, Glairgeau, Napoleon, Winterdechantsbirne und 
Hardenpont's Winterbutterbirne. 

Professor Belke: Poynik und Batullen sind 2 vortrefflich« 
und sehr haltbare, allgemein einpfebienawerthe Sorten. Ein« 
andere siebenbürgische Sorte ist der Paris Apfel und eine sehr 
gute Marktfrucht ist der von Herrn v. Graven schon genannte 
Rot he Gyogyer. Man kann ihn in Sacke werfen und durch- 
einanderschutteln, es schadet ihn gar nichts, man kann ihn auch - 
eingraben, wie Kartoffeln, und wenn man. ihn mit den Kartoffeln" 
wieder ausgrabt, so ist er noch iaune-r gut» 

Herr Tisaa: leb möchte Über den Gyogyer mir noch eine 
Bemerkung erlauben. Was Professor Belke über denselben gesagt 
bat, gilt nur von der Frucht junger Gyogyerbaume. Er fängt 
langsam an zu tragen, wie er ausgewachsen ist, nimmt er eine 
ungeheure Grösse an und wird sehr einträglich. 

Präsident: Mein« Herren ! Nun haben wir von 12 Gegen- 
den die besten 5 Aepfel- und 5 Birnensorten. Ich denke, meine 
Herren, dass Sie mich recht verstanden und keine Sorte ange=- 
fuhrt haben, welche nicht bereite vielfach als werthvoll erprorÄ 
wurde und von welcher es fest Weht, dass sie sich als Tafel*, Markt- 
und HsuideUtf recht tum Aubao empfehle. (Wird bejaht) Herr 
von Tisaa hat gesagt, es sei au vidi verlangt, weaa fflao atte 
«fcwe Eigenschaften , wertuvoU rar Tafel und Handel und «a- 



70 

«und und dauerhaft im Wuchs auf eine Sorte vereinige. . Wir 
wollen jedoch nur solche Früchte wissen, bei denen sich dieae 
Eigenschaften vereinigen. 

Diese Sorten müssen jetzt zusammengestellt weiden, was 
unser Seoretär, Professor Belke zu besorgen die Gute haben wird. 

Sie haben im Allgemeinen gehört, dass die Goldparmäne* 
Ca sseler Reinette, Hardenponts WiBterbutterbirn, Weisse Herbst- 
bulterbim u. a. w. besonders vielfach empfohlen sind, und ich 
kann, so weit meine Erfahrung reicht, nur bestätigen, d&ss Sie 
annähernd fast sammtlich dieselben Sorten für die österreichi- 
schen Staaten empfehlenswert!! genannt haben, die wir für 
Deutschland als die empfehlenswert!] est en festgestellt haben. Dazu 
sind noch etwa 10 Sorten gekommen, welche uns noch ziemlich 
fremd sind und deren Verbreitung sicher auch in Deutschland 
von Werth ist. Damit haben wir einen Grundstein gelegt für 
die weitere Entwicklung der Obstkunde in Oesterreich-TJngarn. 

Die Frage: „Welche dieser Sorten empfehlen sich zum all- 
gemeinen Anbau in warmen Obstgegenden, in gewöhnlichen 
guten und dann in rauheren und höheren Obstlagen, u soll in 
kum'ü Notizen in der hier folgenden Zusammenstellung bei jeder 
Sorte mit beantwortet werden. 

Uebrigens wird es Aufgabe der Vereine für Obstbau, Garten» 
eultur und Landwirtschaft sein, das hier gesammelte Material 
weiter zu prüfen und zu vervollständigen. • 

Die bis jetzt aufgeführten Sorten, welche in 12 Obstgegenden 
Oesterreich-Ungarns als die für Tafel und Handel besonders, 
werthvollen bezeichnet wurden, sind in alphabetischer Ordnung 
die folgenden, wobei bemerkt ist, an wie vielen und von welchen 
Seiten jede dieser Sorten empfohlen wurde. Bei solchen Sorten, 
welche nur in warmen und geschützten Lagen mit Erfolg zu 
ziehen sind, ist die,s bemerkt; alle die andern Sorten gedeihen 
in gewöhnlichen und guten Obstlagen, sofern nur der Boden dje- 
für die Ernährung und Ausbildung der Früchte erforderlichen: 
ßtoffe in genügender Menge den Wurzeln darbietet und wenn 
ihre Cultnr eine sorgfältige und rationelle ist. 

i Die Abkürzungen beziehen sich auf die verschiedenen Länder 
und Gegenden und bedeutet 0. Oestr. OberuBtretch, N. OeaU. 
Kjedaröstrekh, St nk. Steiermark, Mähr. Mahren, Böhm- Jtäfc- 

-.,, Google 



7i 

men, Sud Tir. Süd Tirol, It. Tir. Italienisch Twol, Kamt 
Kärnien, G a 1 i x. Galizien, U D g. Ungarn, 8 i e l> e n b. Siebenbürgen. 
Die Abkürzungen anderer Art sind sehr leicht verständlich. 

Aepftt: 
Ba tollen, (Siebenbürgen). 

Winter bis Hai; mittelgro'isor, sehr schöner nnd wohlschmeckender Plattapfel 
fOr all« mittleren Obsttagen. 
BAhmer, (Sidtiroi). 
November— Februar, März; einer der schönt ton und Kartesten Rosenftpfel, fflr 
womte Lagen und guten Boden, 
ßorsdorler. Edel-, (Mähr., Böhm, Kamt,, Galiz. Üng,). 
fiovbr. — Febr., bekannter edler Tafelapfel, gewöhnlich Maachanaker genannt; 
für gewöhnliche Obatlagen, auch für höhere, aber nur in guten Boden. 
Calvin, Rother Herbst-, (Böhmen). 
Oetobr. — Novbp ; grosser dankelrother, innen rolhfleigehiger Marktapfel, fflr 
gewöhnliche Lagen und Böden, 
Calvill, Weisser Winter-, (Sud Tirol, It. Tirol). 
■Winter— Mai; einer unserer edelsten Tefellpfel, aber nur fflr gute und wanne 
Lagen and in aebr guten tiefgründigen Boden. 
Caroline Auguste, (Uber-Oesterreicb). 
September; mittelgroaser, aebr acbOner und feiner Rosonapfel, fflr gewöhnliche 
Obetlegen. 
Ca rpentin, (Mahren). 
Winter; kleiner langstieliger, rothgeatreifter Loderapfel von weinigen Ge- 
acumaok fflr gewöhnliche Lagen. 
Kdelrother, (Süd Tirol). 
Winter— Mai; a. aebfiner mittel groeaer Taubenapfel, delieet;for ■ warme Lagen. 

Goldzeugapfel, (Steiei mark), 
Winter— Frühjahr; groeaer gelbgrflner, fein roetapnrigar aehr edler Apfel, fflr 
gewöhnliche Lagen aber gaten Boden. 
Gm venst einer, (Nieder- Oesterreich). 
September— November; delieater, eehr feiner und eohöoer Tafelapfel, fflr etwa» 
geaebfltate Lagen nnd guten fruchtbaren Boden. 

Gjogyer, Rot her, (Siebenbürgen). 

Winter— Mai; aebfln geatreiftee, faat mittel groeaer Roeenap tri, fflr gewShnliebe 
oder aueh fflr wärmere Lagen und fruchtbaren Boden. 
Hiiuyady Apfel, (Ungarn). 
Winter; aebr empfohlen für Tafel and Markt, fflr beaaete Obatlagen nnd guten 
Boden. 
J ungfarnapfet, Rother, (Mähren, Karaten). 
«erbet, Winter; adeine* aoakelrotber augeapstater TafeianM, fflr ap*Medit«M 
nnd raanere Obatlagaa. 



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72 

Kaiser Alexander, (Karoten). ' 

Ootober, NoTernber; sehr grosser schöner Tafel- und JUrktapfelj freie aber 
nicht windige Legen, guter Boden. 
Kantapfel, Danziger, (Ober- Oester reich). 
Herbst, Winter; grosser dunkelrother, »ohone* Kosenapfel, furgewönnliehe und 
hohe Legen und guten Boden. 
Köstlichster, (Sftd Tirol, Italienisch Tirol). 
Herbat, Winter; sehr rartar und sohOner, überaus deüoater Boeenapfel für lehr 
warme Lagen und guten Boden, 
Maschansker, Steirischer, (Steiermark). 
Winter— Frühjahr; kleiner grüngelber Marktapfel von ungemeiner Tragbarkeit, 
flu* gewöhnliche Obsttagen. 
Parisapfel, (Siebenbürgen). 
Winter; »ehr soböuer mittelgrosser Spit* ap fei, für gewöhnl.a. wann ere beilegen. 
Parmäne, Winter Gold-, (N. Oestr., 0. Oeatr., Stmk., 
Mähr., It. Tir., Kirnt, Galiz., Ung,, Siebenb.). 

Herbat, Winter; praohtToll gefärbter, «ehr guter Tafel- und Huktapfel, für 
jede Lage, doch nnr in kräftigem Boden. 
Pogatsch, Rother, (Ungarn). - 
Winter; grauer breitgewölbter, roth gestreifter Tafel-, und Marktapfel, flr ge- 
wOhnliobe Lagen aber in kräftigen Boden. 
Poynik, (Siebenburgen). 

Winter— Hai; grosse, grüne, sehr gute Rambonrreinetto, für gewöhnliche Lagen 
und guten Boden. 
Pazman Apfel, (Ungarn). 

Reinette, Ananas-, (Galizien, Siebenbürgen). 
Winter; sehr schöner mittelgrOMer, goldgelber, edier Tafelapfel, für gewöhn- 
liche Legen und mittelguten, d. h. niokt m fetten, dooh warnen Boden. 
Reinette von Breda, (Galizien). 
Winter; echone mittelgroue, lehr gute einfarbige Heinette, für gute Lagen und 
etwAe kräftigen Boden. 
Reinette von Ganada, (Italienisch Tirol, Kärnten). 
Winter — Hai; sehr grosse gute Eambonrreinette, für gawShnliehe und gute 
Lagen und fruchtbaren Boden. 
Reinette, Carineliter, (Steiermark). 
Winter; schöne, mittelgroase, geneckte, dauketrothe fieberte, für gewOhnlinne 
und warme Lagen und guten Boden. 
Reinette, Englische Spital-, (Nieder- Oesterreich). 
Winter; kleiner, sehr edler Lederapfel, ftr gewöhnliche nnd höhere Obsttagen 
und mittelguten Boden. 
Reinette, Graue französische (N.Oostr-, Böhm., Mähr.) 
«Bus«; grosser, «ehr •41** Lenaranfal flr TsftsL ssl Hendel, Ar gwtteiUk» 
nnd gute Obstlagen und guten Boden. 



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73 

Reinette, Grosse Casaeler, (Nieder-Oesterreich, Ober- 
Oesterreich, Steiermark, Mähren, Böhmen, Siebenbürgen). 
Winter, Mit einJakr; groaae rund« rothgeeireifte OoldraioetU, Mbr gute Fruekt 
für gewöhnliche und höhere Lagen, dauerhaft in dar BlaUbe. 
Reinette, Muscat-, (Galizien). ' 

Barbat, Winter; mittelgrosae »ehr echöne, rothgestreifte Reinette, für hohe and 
gewöhnliche Lagen und Boden, 
Reinette, Scbmidtber gers-, (Ober-Oesterreich). 
Winter; tnittelgroieer aehr schon rothgeitreifter guter Apfel, für gute und ge- 
wöhnliche Obatlagen und guten Boden. 
Roa marin, Weisser-, (Süd Tirol, Italienisch Tirol). 
Winter— Hai; wund er» oh Öd er, earter, sehr edler Tafelapfel, nur für aehr warme 
Lagen und aehr gute Böden. 
Sikulai, (.Ungarn). 
Winter; grosser aehr schöner und guter, sohön gefärbter Apfel, für gute Obat- 
lagen und kräftigen Boden, 

Stettiner, Rother-, (Ungarn). 
Winter; grosaer dunkelrother aehr schmackhafter Marktapfel, für gute Obat- 
lagen und tiefgründige gute Böden, aonat iat er unfruchtbar, 
Szerczika, (Ungnrn). 
Winter— Hui; mittelgroeeer aehr schön gerotteter, dauerhafter Apfel, für ge- 
wöhnliche Lagen und Böden. 
Taffetapfel, Winter-, (Böhmen). 
Herbit, Winter; kleiner, weist glltutender guter Plattapfel, für gewöhnliche 
Lagen und gute Boden, 



Apothekerbirn, Sommer-, (N. Oestr., Böhm., Ung.). 

September; »ehr grosse schöne und wohlschmeckende HerbatbtrB, flr gewOhn- 
liehe Obatlagen, aber nur in tiefgründigen etwa* fesehten Boden. 
Bergamotte, Esperens, (Italienisch Tirol). 
Januar— Hin; mittelgrosse, grüne, rundliche, aehr gute Tafelbirne, für gnte 
Obatlagen und guten Machen Boden, 
Bulterbirn, Diels, (N. Oestr., Mahr., Böhm, Sad.Tir., 
Kirnt, Galiz., Ung.). 

SoTwrtb«- Deoember; groaae dickbäuchige, galbgrüna. aehr edle Wtaterbiru, 
für mittlere Lagen und fruchtbare nicht iu trockne Böden. 
Bulterbirn, Graue Herbst-, (.= Isarobert) (Nieder- 
Oesterreich, Ober-Oesterreich, Süd Tirol, Kirnten). 
■erbat; Btttelgroaee aehr gute TaMbim, «r Mittlere Ot w i l n e rn wdf»at>, 
etwas fauehten Boden. 

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74 

Butterbim, Hardenponts Winter-, (Stmk., Kämt., 
Galiz., Ung, Siebcnb.). 

Saramber— Fibnw; grosse gelbgrflne »ortrerTliebe Tafolbira, Ar gut« and ge- 
wöhnliche Obsttagen, aber in gute, Wonne und etwa» feuchte Böden. 
Butterbim, Liegeis Winter-, (Böhm). 
Noremb er- Januar; rund-eifOrmige, grüngelbe, »ehr gute, mnikirte Tafelbira, 
für mittelgute Lagen und gute BOden. 
Butterbim, N"poleon's, (Böhmen, Siebenbürgen!, 
Ootober, November; längliche, gros», grüngelbe, «ehr edle Tafelbira, Ar 
mittelgute Lagen and tiefgründige Böden. 

Butterbim, Weisse Herbst-, s= Kaiserbirn (N. 
Oestr., 0. Oestr., Stmk-, Mfthr., Süd Tir., It. Tir., Kämt, Ung.). 
Oetober, November; mittelgrone, »ehr gesuchte und allgemein beliebte Herbit- 
bini, liebt mittlere Lagen und gute etwas feuchte Böden. 
Clairgeau, (Siebenbürgen). 
November; »ehr grosse und delicate Stuaerat fruchtbare, adle Herbatbirne, für 
gute Lagen und fruobtbare, warme BOden. 
Dechantsbirne, Winter-, (Steiermark, Süd Tirol, Ita- 
lienisch Tirol, Ungarn, Siebenbürgen). 

Deeember — M&rz; grosse grüne rundliche Wlntertafeibirn, für mittlere und 
gnte Obstlagen und fruchtbare und warme Buden 
Flaschenbirn, Bosc's, (N. Oestr., Mähr., Kämt., Böhm., 
G&lizien). 

November, Deeember ; grosse längliche, gelbrostige, delikate Tafelbirn, für gute 
Obsttagen und fruchtbare tiefe BOden. 
Forejlenbirn, (Stmk., Mähr., Ung., Galiz.). 
November, Deeember; mittelgrone sehr schöne delioate Tafel- und Markt bim, 
für gewöhnliche Obsttagen und gute Boden. 
Köstliche von Charneu, (Galizien). 
Oetober; grotM gelbgrflne schöne vortreffliche Tafolbirn, für mittlere Obtt- 
lagen und etwas feuchte BOden. 
Spina Carpi = (ftoyale d'hiver Dec), (It. Tir.). 
Tinter; growe grüngelbe sebr gute Tafel fairn, für ■iemlich warme Lagen und 
guten feuchten Boden.' 
Virgouleuse, (Stmk., Mähr., Süd. Tir., It Tir.). 
November- Januar; mittelgroße, «tum pfeif Örmigo, gelbgrüce vortreffliche Tafel- 
bim, für warme Lagen und >ehr gnte Böden, 
Wildling ron Motte, (Nfeder-OeBterreich). 
September, Ootober; mittelgrotse rostfarbige, sehr gute Borgsmotte, für ge- 
wthnliohe Lagen, aber nur in fruchtbaren etwa* feuchten BOden. 
Williams Chris ten bim , (Siebenbürgen). 
.faptWb^v meist grosee lange gelbe, «**J1 g"f*rbts Tafclbir*, «r gm rt e»- 
liehe und mittlere Obetlageu und guten Boden. 



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75 

Präsident: Wir gehen nun m Punkt 4 über. Welche 
neuere Sorten von Aepfeln and Birnen sind zu Tafel- 
und Warktobst ausserdem zu empfehlen und zwar in 
welchen Lagen und Verhältnissen? Wir wollen da auch 
nur solche Sorten namhaft machen, welche nach den vorherr- 
schenden Ei fall ton gen ganz besonders empfehlenswert!) sind. 

Wollen Sie mir. erlauben , Ihnen 10— 12 Aepfel- und eben* 
60 viele. Birnsorten zu nennen, die nach meiner Ansicht ausser 
den Empfohlenen zu vermehrten! Anbau in der erwähnten Richtung 
besonders zu empfehlen sind. Es sind dies Sorten, die theil weise 
schon* in grosser Verbreitung vorkommen, sie sind nicht alle 
neu und über ihre Fruchtbarkeit, Güte, Handehjwerth, W-uche, 
Dauerhaftigkeit liegen schon vielfach Erfahrungen vor. An diese 
je 10 Sorten würden sich dann andere Vorschläge noch an- 
■chliessen,. doch mochte, ich Ihnen vorschlagen, nicht über die 
Zahl 20, sowohl bei Aepfeln, wie bei Birnen, hinauszugehen. 
(.Angenommen.) 

Auf den Wunsch verschiedener Mitglieder schiägt der Vor* 
sitzende nun folgende 10 Apfelsorten vor. Es sind .diese Sorten 
swar nicht lauter neuere, sondern auch schon länger verbreitete 
darunter, aber es sind nur erprobte und für den Zweck als Tafel 
und Markt oft sehr zu empfehlende Sorten. 1) Oberdiecks 
Reinette, 2) Graue Reinette von Canada, 3) Gold- 
reinette von Bleu heim, 4) Harberts Reinette, 5) Wag- 
ners Apfel, 6) Gelber Edelaptel (Golden noble), 7) Bur- 
en ar dts Reinette, 8) Champagner Reinette, 9)Sommer- 
parmane, 10) Reinette von Orleans. An diese von dem 
Congress ohne Einwand angenommene 10 Sorten reihten sich 
folgende Vorschläge: 

Herr Fr, Gerold: Ich habe mir verschiedene Notizen zu 
dieser Frage gemacht Die meisten Sorten, welche ich notirt 
habe, wurden indes» schon genannt, theiis bei den einzelnen 
Landern, als verbreit ungswirrdig, theiis vom Vorsitzende». So m- 
merapjfel wurde keiner genannt. In GrossstBdten ist es doch 
wünschenswerte, auch, für den Sommer Aepfel zu wissen und da 
kftbea wir llJ-denCharlamovsky, «in nach meiner Erfahrung 
«hr guter Apfel. Vor HevbjtXsfeln haben wir zwei sehr gute Sorte», 
nämlich 12) den Langion-s Sondersgleiehen .und 13) den 

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76 

Ciudius Herbstapf et Er ist, meiner Ansicht nach ein ausgezeich- 
neter, ziemlich früher Herbstapfel. Von Winterapfels wären zu neu* 
&en 14) der Königliche Kurzstiel, ferner 15) Wellington, 
welcher wegen seiner langen Dauerhaftigkeit und besonders für 
die Küche Ton hohem Werthe ist. Ferner wäre noch ein sehr 
schöner, sehr guter Apfel zu nennen, welcher bei mir ausser- 
ordentlich schöne Fruchte tragt, nämlich 16) der Gestreifte 
Beaufin. Ich habe eine Pyramide, welche erst 3 oder 4 Jahre 
steht, und heuer vielleicht 30 solcher Aepfel von enormer Grösse 
getragen hat. 

Präsident: Es sind 6 Apfelsorten genannt worden, welche 
in Bezug auf Tragbarkeit sich sehr bewährt haben. Der letztere 
ist kein eigentlicher Tafelapfel , ist aber eine Tafelzierde durch 
seine Färbung und Grösse. Als Markt- und Handelsobst wird er 
sehr hoch bezahlt. Ich möchte vorschlagen, diese 6 -zu den 10 
von mir genannten hinz uz u nehmen. (Angenommen!) Bis jetzt 
ist die Auswahl derart, dass wir vollkommen zufrieden sein 
können. 

Pastor Thieme schlagt den Fränkischen Süss apfel vor. 

Präsident: Unsere verehrten Mitglieder aus Sachsen- Alten- 
burg empfehlen uns immer ihren Liebling, den Fränkischen Süss- 
apfel oder Süssfranken und werden, wie diess auch in Nord- 
deutschland der Fall war, gewöhnlich damit zurückgewiesen, 
da diese Sorte nur einen localen Werth zu haben scheint und 
als Süssapfel ohnehin nur eine beschränkte Benutzung hat.' 

Pastor Thieme: Er ist der schönste Apfel und er wird 
bei uns immer häufiger. Was den Geschmack anbelangt,, halte 
ich selbst nicht sehr viel davon; ich muss ihn aber doch dringend 
_ i inempfehlen. 

Präsident: Wer für den Fränkischen Sflssapfel igt, möge 
-dies kund geben. (Derselbe wird abgelehnt.) 

Ein Mitglied aus Hamburg: Ich schlage die sehr fruchtbare 
schone und gute Banmanns rotbe Winter-Reinette vor. 
Diese Sorte wird unter dem Namen des poniologiscben Handbuchs 
•als No. 17) Baumanne Reinette angenommen. 

Inspector Frank: E« besteht eine ganz ueae englische xfel 
aenr amerikanische Berte, welche sieb anempfiehlt, 'die &-mo»k- 
bonse-Reinette, welche sich sehr lange halt. ■>■■' 

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77 

Präsident: Die Smokhouee-Reinctte ist noch zu wenig be- 
fesnat, ntn sie zu allgemeinen Asbsn empfehlen zu können. 
(Wird abgelehnt.) 

Professor Belke empfiehlt als Nr. 18) die Schwarzen- 
bachs Parmäne und Nr.l9)die Seharlachparmftne. (Beide 
werden angenommen.) 

Herr Kroczack schlägt den Braun Schweiger Milch- 
apfel vor. Wird als ein Sooimerapfel mit sehr zarter Schäle 
and lockerem Fleisch, der eich nicht zum Transport eignet, auch 
nur sehr kurze Zeit hält, abgelehnt. 

Nachdem noch die Herren Gerold und Arnold mehrere 
Apfelsorten vorgeschlagen, wird als Nr. 20) der R'ibston Pep- 
ping Oder die Englische Granatreiuette angenommen, 

Präsident': Ich glaube wir bleiben bei den 20 Sorten. 
Wenn Sie mir erlauben, so will ich als Anhang zu dem Proto- 
kolle eine kurze Charakteristik nebst Angaben über die specielle 
Cultur d. h. die Boden- und climutischen Verhältnisse, für jede 
dieser genannten Sorten geben. (Zustimmung.) Ich würde mich 
dabei nicht nur auf meine eigenen Erfahrungen stützen, sondern 
auch andere Pomologen hinzuziehen. 

Nun za den neu auszuwählenden Birnen I Ich werde Ihnen 
auch hier 10 Sorten nennen, an die Sie Ihre berichtigenden und 
ergänzenden Vorschläge anechliessen können. 

Ich empfehle Ihnen, als in der früheren Zusammenstellung 
flieht genannt« Sorten: 1) Rothe Dechantabirne, 2) Holz- 
taibige ßutterbirn, 3) Capiaumont, 4) Geliert's But- 
terbirne oder Hardy-Buiterb., 5) Marie- Louise, 8) Hoch- 
feine Batterbirn, 7) Gute Louise tob Arranchea, 8) 
Regentin oder Argenson, 9) Späte Hardenpont oder Butter- 
hirn ron Rance, 10) Sterkmanns Butterbiro. oder die la 
belle Alliance. 

Herr Gerold: Nach den Notizen, die ich mir gemacht habe, 
würde ich empfehlen. Die Grüne Sommer Magdalenas 
birne als die früheste Sommerbire, And«nke« an den Co-n- 
grese, Esperens Herrenbirn, Doppelte Philippsbim, 
Herzogin von Angouleme, Arnnbergs Oolmar nnd 
Blumenbachs Butterbirn, 

n, g ,uc,.ib/G00gIc 



78 

' Der Congreu nahm nach kurzer Debatte von diesen Sorten an : 
11) Andenken an den Congress, 12) Esperens Herren- 
birn, 13) Herzogin von Angouleme, 14) Arenbergs 
Colmar, 15) Blumenbachs Butterbirn. 

Herr L. Tissa: Ich würde aus eigener Erfahrung aueb 
einige Birnen vorschlagen, so die Princesse royal, die ich 
von.: Belgien bekommen habe und die sehr gut ist, dann Besi 
Vaadt. aus der Oroavarer Schule, ich kann sie als etwas Aus- 
gezeichnetes dem Congresse empfehlen; sie hat etwas röthliches 
Fleisch und ausgesprochenes- Rosa-Aroma. 

Es werden diese Sorten vom Congress als noch zu wenig 
bekannt und daher auch in ihrem Werth noch zu wenig durch 
practische Erfahrungen festgestellt, für jetzt nicht angenommen. 

Herr T i s z a : Dann die Grumkowe.r Butterbirn 
Diese wird angenommen als Mr. 16). 

Herr Prof. Belke: Unter den Winterbirnen, haben wirkeine 
r.u grosse Auswahl. Ich empfehle Ihnen als eine der besten, 
als Mr. 17) Josephine von Mecheln; dann von den neue- 
ren Birnen die schöne trtlbreifende Glapps favorite, welche 
als Baum sehr gut wächst; sie ist wohl noch weniger bekannt. 

Herr Prof. Koch: Wenn sie nicht allgemeiner bekannt ist 
und wir das nicht wissen, können wir sie noch nicht empfehlen. 

Präsident: Die erstere Sorte ist schon mehr bekannt und 
verdient durch Güte, Schönheit und Tragbai keit Empfehlung. 
(Wird angenommen.) " 

Baron Trauttenberg: Die Josephine von Meeheln 
wurde mir von Esperen 'empföhlen, sie ist nach seiner Gemahlin 
benannt Dies ist eine Birn, die- im Spätherbst reif wird und 
und von der er mir sägte, er habe jeden Tag ein Körbchen mit 
diesen Birnen aitli Tische. -* 

Dann empfehle ich Ihnen die Sheldon; sie hat sehr viel 
Aroma und schmeckt mir am besten. Wer diese Sorte beziehen 
will, den verweise ioh an den Revierj&ger und pomologischen 
Geeehäftsleiter der- pomologischen Anpflanzungen in Koeiuanoa, 
Herr Veit Votrub&kj von Votruba. Er kann Ihnen soviel Sie 
wünschen, abgeben. (Als noch zu unbekannt, abgelehnt) 

' Präsident: Zu den 2 letzten Birnen, -die noch festzustelleil 
sind, haben sich 5 Redner gemeldet. Mehr' als 20 Sorten, meine- 

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79 

Honen! wollen wir nicht empfehlen. Ich bitte die Herren nur 
die Namen zu nennen. 

Herr Kroczak aus Brunn: Die Hol'ra thsbira (cou- 
seiller de ]a cour). 

Herr Frank schlagt dis Neue Poiteau und die Winter 
Nelis vor. 

Herr Heykal aus Papa nennt die Neue .Fol via, i 

Der Congress nimmt als Nr. 18) die Hofrathsbir n und 
Nr. 19) die Neue Poiteau und Nr. 20) die auch vom deutschen 
Pomologenverein längst empfohlene Winter Nelis an. 

Präsident: Es sind noch mehrere Herren zum Worte 
■eingezeichnet. Allein unsere Zeit ist schon vorüber, und wenn 
nicht ein besonderer Antrag auf Fortsetzung der Debatte gestellt 
und vom Congreese angenovunen .wird, so sohUesae ich hiermit 
die Debatte. (Sebluss angenommen.) 

Wir haben lauter Sorten anempfahlen, welche sehr frucht- 
bar und gut. sind. .und sieb als Markt- und Talelobat besonders 
-empfehlen. 

Es wurde nunmehr wie bei den Aepfeln unsere Aufgabe 
«ein, die Verhältnisse festzustellen, unter welchen diese einzelnen 
ausgewählten Birnsorten sowohl in Bezug auf Klima als Boden 
besonders anzuempfehlen sind. Es können nicht alle Sorten im 
alien Gegenden und Verhältnissen gezogen werden. Wollen Sie 
mich mit dieser Ausarbeitung betrauen oder, eine besondere Cora- 
mission nennen? (Die Versammlung ersucht den Vorsitzenden, 
<UasB Arbeit zu übernehmen.) 

Gerold: Die Gartenbaugeeellechaft wird das Renltat, dieser 
Verbandlungen jedenfalls veröffentlichen; leb; glaube, es soll 
■mit der Veröffentlichung gewartet werden, bis diese Notizen des 
Herrn Dr. Lucas, welche als Anhang zum stenographischen Pro- 
tokolle abgedruckt werden sollen, eingesendet sein werden. 

Prof. Dr. Koch: Es thut mir sehr leid, daas wir auf die 
Beschlüsse der früheren -Congresae keine. Rücksicht genommen 
haben. Wenn wir auch nicht förmlich Nachfolger der sog. .deut- 
schen Pomologen Versammlungen sind, was ich in BraunBchweig 
vorgeschlagen habe , wo man aber au» formellen Gründen da- 
gegen war, so sind wir es jetzt in der Tbstidoch geworden. 
Wir haben schon sechs Congresae gehalten und. in den Protokollen 

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demselben steht sehr viel. Die Mehrzahl der- Sorten , welche Sie 
genannt haben, sind dn rinnen allerdings auch schon verzeichnet, 
so das» wir uns eigentlich viele Muhe erspart hätten, wenn wir 
uns. einfach darauf berufen hätten. Ich mache aufmerksam, dast 
hmfier noch sehr viele Sorten fehlen. Man hat nicht gleich alle 
die Sorten, welche auf den 6 früheren Congressen für ganz Deutsch- 
land empfohlen worden sind und welche in den Berichten darüber 
aufgenommen wurden, im Kopfe. Auf die darinnen verzeichneten 
Aepfel- und Bimsorten mache ich Sie besonders aufmerksam. Es 
gelten viele davon auch für Oesterreich. Wir wollten ja Öster- 
reich - Ungarn niemals bei unseren Berathungen auaschlieesen, 
sondern haben immer auch mit auf den österreichischen Obstbau 
Rücksicht genommen. 

Hegierungsrath Beck: Im Anschlüsse an das, was Hr. Prot'. 
Koch gesagt hat, erlaube ich mir zu bemerken', da» tn der 
Secrion für Weinbau auch das Bedurfnies nach einer gleichför- 
migen Benennung »ich geltend gemacht bat und daas die«« Sek- 
tion eine permanente Commission aufgestellt hat, welehe diese 
[frage im internationalen Wege regeln soll. Wir haben auch 
eine solche Benennung der Obstsorten beschlossen, ohne era» 
Resolution zu fassen. Ich bin mit Herrn Arnold und Prof. 
Pynaert zusammengetreten nnd die haben mir getagt, dasa 
besonders im südwestlichen Deutschland sieh dieser Mangel im 
Handel sehr vielfach gezeigt hat , indem aus Frankreich und 
Belgien aus viele Namen kommen, die dem Handel hinderlich sind. 

Mit Bezug darauf nun erlaube ich mir , da im nächsten 
-Innre die Politologen und Obstzuchter wieder und zwar in Trier 
tagen werden und die Möglichkeit vorliegen wird, mit franso- 
sfsefaen nnd belgischen PomolOgen in nähere Berührung zu troten > 
folgende Resolutionen zur Annahme zu empfehlen: 

Der Congrees wolle 

1) das Präsidium autorisiren, 

a. eine permanente internationale Commission zur Feststel- 
lung der Benennung unserer Obstsorten zu bilden, nnd 

b. diese Commission bald thunlichst in Thätigkeit zu setzen. 

2) Dem Präsidium empfehlen , bei Forderung dieser Ange- 
legenheit möglichst dafür zu sorgen: 

a. dass bei den Arbeiten dieser Oommission die bisherigen 

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81 

einschlagenden Arbeiten dt» deutschen Poinoje$envereiiw zu 
Grunde gelegt werden, und , ' 

b. dass sich diese Commission gelegentlich der in der erfiten 
Woche des Monates October 1874 in Trier stattfindenden nächsten 
Versammlung der . deutschen Pomologen .und Oenologen daselbst 
schon einige Tage vorher eelbslstandig versammle and tage, 

(Diese Resolution wird angenommen, das Weitere aber dem 
Deutschen Pomologen-Verein überlassen.) 

Herr Fr. Gerold: Was Prof. Koc* gesagt hat, ist richtig. 
Die hiesige Gartensaugesellschaft wir d cb sich rar Aufgabe machen, 
wenn der deutsche Pomologenverein zu dem Berichte Über diesen 
Congress ein Verzeichnis» der bei den- früheren Congreesen em- 
pfohlenen Soften als Anhang, mit Notizen versehen, einschickt, 
diesen Anhang dem Protokolle anzufügen.*) 

Präs.: Meine Herren! Herr Dr. Warder, Präsident des 
Pomologischen Vereins in Ohio, den wir die Ehre haben, in 
unserer Mitte zu sehen , bat mir ein Verzeichniss von 20 Obst- 
sorten übergeben, welche er uns von den in Amerika angebauten 
Sorten als die werthvollstcn und verbreifungswürdigsten Tafel- 
frücbte empfehlen würde. Es enthalt folgende Sortenauswahl: 



Aepfel. 



1) Red Astrachen. 

2) Benoni, 

3) Jefferies. 

4) Rambo. 

6) Western Beauty. 



6) Jonathan. 

7) Ladies Sweeting. 

8) White Pippin. 

9) Newtown Pippin. 
10) Baldwin. 



1) Tyson. 

2) Bartlett. 

3) Seckel. 

'4) Clappe fnvorite. 
5) Sheldon. 



6) Clairgeau. 

7) Lawrence. 

8) Diel. 

9) Duchesse d'Angouleme. 
10) Passe Colmar od. Wtr.Nelis. 



' •) Anmrloig. Baue .na DeaMawm PoraolsguTereta ewpfohlWMD 
Alpiei- und Biniortan , leweit eu TafttobM betrifft, bil «of S oder 8 «äl e 
i»oh biet aufgafthrt »imd, So M dn • VaMeiehrrisg not «Üie Wfedwhofariig des 
Griagteii nnd faum «Im ftglioh wegbMtan. Dr. L. 



Wir verdes diese theite mit unteren VonefaHgen überein- 
stimmende Liste, für welche wir Herrn Dr. Warder besten« 
danken, dem Bericht beifügen. 

Es reicht unsere Zeit nicht mehr ans, um in die Berathtmg 
der noch zu erledigenden 6. Frage unseres Programms einzu- 
gehen, eine Frage, auf welche ich mich besonders vorbereitet 
hatte. Ich habe eine Anzahl neuer Geräthe hier, welche ich 
Ihnen vorzeigen und erklären wollte: (Dieselben wurden nach 
dem Behluss der Sitzung vorgezeigt) 

Es ist nun noeh meine Pflicht, Ihnen, meine Herren, für 
die grosse Theilnahme und Aufmerksamkeit, die Sie unseren Ver- 
bandlungen geschenkt, zu danken und mit Ihnen vereint zu wün- 
schen, dass der Congress allseitig gute Früchte tragen möge 
und dass Sie als Erinnerung von Wien nicht nur das Bild der 
Schatze der Weltausstellung, sondern auch das Andenken an 
das, was wir hier zusammen berathen und festgestellt haben, 
mitnehmen. 

Herr Gerold: Ich erlaube mir im Namen der ganzen Ver- 
sammlung dem Herrn Präsidenten für seine umsichtige und treff- 
liche Leitung der Verbandlungen den wärmsten Dank auszu- 
sprechen. (Bravo, Bravo!) 

Herr Baron v. Suttner als Präsident der k. k. priv. Garten- 
baugesellschaft entschuldigt sich, dass er erst heute in der Lage 
sei , den pomologischen Congress in den Sälen der Gesellschaft 
Namens der Gartenbaugesellschaft willkommen heissen zu können, 
dankt dem Congress für den bewiesenen Eifer und die grosse 
Ausdauer und bittet die Hitglieder, in ihrer Heimath freundlich 
der k. k Gartenbaugesellschaft in Wien zu gedenken. 
(Schluss der Sitzung 12 Uhr.) 



i. Beschreibende Aufzählung der ausgewählten 20 Apfelsäften, 

n&oli dar Eeüeioeit geordnet. 

Charlamovski; Anfang— Mitte August; hält 3— 4 Wochen. 

Grosser, hUdm, angenehm ■fioorlieher BoseaapM; dar Baut «lohst mistig, 

ist sehr dauerhaft and tragt bald und ober»» reichlich; er gedeiht noch 

in dem rauheren Obttlagen, verlangt aber einen kräftigen Boden and Öfteren 

Verjüngen oder starken Schnitt, damit er lieh nicht tbertrlgt. 



Sommer-Parmäne (Bira-Reineite); Mitte September bis 
Ende October; hält 4—6 Wochen. 

Ziemlieh grosser, stampf, kegelförmiger, etwas düster gerOtbeter, regelmässig 
gebauter, sehr guter, mBrbfleisohiger Herbstapfel. Der Baum wichst 
mittelstark, wird sehr alt and trägt auch in rannen Legen in gutem Boden 
reichlich; er liebt tiefgründigen, mistig feuchten Boden, 

Ciadias Herbstapfel; Ende Sept.-Oci; halt 3—4 W. 
Mittel gross er, schöner, mitunter lieblich gerötheter, hoehgebeut kugelförmiger, 
sehr guter Eosonapfel mit weinigem Zuekergesofamaek. Der Baum nächst 
kräftig, tragt früh nnd sehr reichlich, wirdabernurmittelgross; er gedeiht 
in jeder gewöhnlichen Obstlage und ist auch in fiung auf den Boden 
nicht besonders eigen, liebt aber ein fruchtbares Erdreioh. 

Sehwarzenbachs Parmäne; Sept.— Üct.; hält 3— 4W. 
Grosser, schöner, preohtvoll gestreifter and sehr fruchtbarer Herbstapfel von 
sehr angenehmem Geschmack. Der Banm wichet schon pyramidal und 
gedeiht in mittelguten Obstlsgen sehr gut, besonders in einem etwas war- 
men, fruchtbaren Boden, 

Langtons Sondersgleichen, Ende September bis Mitte 

October; halt 3 Wochen. 

Grosser, lachend schöner nnd toI [kommen regelmässig gebauter, plattrunder 
Herbstapfel ron angenehm wein säuerlichem Geschmack. Der sehr frncht- 
bare nnd fast jährlich reichtragende Bsnm gedeiht selbst in höheren Obst- 
lagen und macht auch keine besonderen Ansprüche an den Boden, wenn 
er ihm nur genügende Nahrung darbietet. 

Scharlachrothe Parmäne; Anfang Oet. bis Anf. Kor, 

Hittelgrosier, kegelförmiger, prächtig gefärbter Herbstapfel too delikatem, 

fein gewuriten, BQisweinigen Qesobmaok. Der Baum wächst anfangs rasch, 

wird aber nur mittelgross nnd trägt überaus reich; er ist nicht empfindlich 

in Besng anf Klima nnd Boden. 

BurcherdtB Reinette; Mitte October bis Anfang Dezbr.; 

halt 2—3 Monat. 

Plattrunder, stark mittel grosser, sehr schon netsartig borest ater, fr flher Winter- 
apfel Ton edlem, aüasw ein igen Geaohmaok. Der Banm wächst massig 
stark, bildet schöne Pyramldalkronen nnd trägt bald und reichlieh; er ge- 
deiht in gewöhnlichen Obstlagen, liebt aber einen tiefgründigen nnd frucht- 
baren Boden. 
Golden Noble, Gelber Edelapfel; Anfang Nov.— Jan. 

Grosser, sehr schöner, flach kogelfO/m i ger , goldgelber, früher Winterapfel tou 
angenehmem, erfrischenden, sussweinlgsn Geschmack. Der Baum wächst 
sehr kräftig, trägt bald nnd reichlich, ist gor nicht empfindlich nnd kann 
in allen Obstlagen In entsprechen dein Boden mit Yorthsil gepflenat worden. 



84 

Goldreinette von Blenh«im',-Ein<Je November bis März. 

hält einige Monate. 

Sehr grosunr, plattrandor, wsmderaob.fin gestreifter Winterapfel von edlem 
Bei netten geicbmaok«, einer der besten Handehapfel. Der Baum wird gross, 
baut sieh elwasbreitkronig und ist sehr fruchtbar; er verlangt etwas ge- 
sohOtiten Stand »nd einen nrowt, tiefgründigen nnd fruchtbare» Soden. 

Wagener- Apfel (Wageners Preisapfel); Ende November 
bis Dezember; hält bis Mai. 

Grosser, sehr sohOn gefBlheter, flach gerippter Winrerrosenaprel von vorzüg- 
lichem, »fisiWeinigoo Geschmack. Der Banm wachst krittlig, breit-pjra- 
midal, gedeiht in gnterr Obsüagon bei ftnohtbarem Roden Obers!! vortrefflich 
und tragt beinah« jedes Jahr. 
Harberta Reinette (H*rberta reinettenartiger Rambrmr, 

Diel); Anbog December; halt bis März. 

Grosser, stampf augoapitster, schöner Winterapfel , von gewttnhaftenv, er- 
quickenden, weinigsüssen Qesohmacke. Der Baum wird gross and wächst 
»ehr stark, er ist nicht empfindlich auf Boden nnd Klima und gedeiht in 
einigennaasen fruchtbarem Boden aehr gut, auoh in höheren Obatlagen, 
doch verlangt er etwaa Schutz vor Stürmen. 

Otleans Reinette; December— Mara und April. 
MitteJgroMA , plattrunde, sehr schöne Goldreinette von vortrefflichem, reich- 
gew Butan, edlen Geschmacks. Der Baum wBohst massig, wird mittel- 
gross und ist sehr fruchtbar; er »erlangt, am schöne Fr.üohie zu geben, 
. einen gesohützten, doch nicht in wSrmen Stand und guten, warmen, frucht- 
baren nicht in trockenen Boden. 
Gestreifter Beaufin; December — März. 
Sehr grosser, prachUoflor Rnmbour, einer der achtinaten Aepfel , von gutem, 
doch nicht besonders edlen Gosohmacko. Der Baum wachst ziemlich 
kräftig und ist sehr tragbar, verlangt aber einen guten, warmen Standort, 
Schutz und einen tiefgründigen und fruchtbaren Buden. 
Ribston Popping (Englische GrnnatreinetteJ; Ende De- 
cember— April und länger. 

Grosse, sohSne und gam vortreffliche, reich gewollte Goldreinette. Der Banm 
wachst krSflig, bildet eine umfangreiche Krone nnd tragt sehr reichlich; 
er liebt einen etwas geschützten Staudort nnd einen warmen und frucht- 
baren Boden, Ist indess im Allgemeinen nicht empfindrieh. 

Graue Canada- Reinette; Ende December— Aprü, Mai. 
Grosser, plattrunder, ganz mit zimmtgrauem Rost bedeckter, schöner 'Winter- 
apfel, von sehr gutem nnd edlen, süaswelnigen Geschmacks nnd markigem 
Fleisch, Der Baum wichst kräftig, er liebt einen etwas gcMHlBtH, massig 
warmen Standort nnd gaten, kräftigen, nicht in trockenen Boden, dann ist 
er a%er euch (ehr tragbar. 



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Oberdiecks Reinette; Januar— Hai. 

Stark mittel gros »et, meistens platt runder, fein ranhtehalifer, gelbgruner, 
SohQaHr Winterapfel Ton Bear gut «in, BÜsswaisigM, edlen ReineUenge- 
sehmaoko. Der Baum wachet überaus schön, bildet Pyramidal krönen und 
tragt sehr reichlich; er ist gar nicht empfindlich auf Boden utd Standort, 
liabik aber einen fruchtbaren Boden und eine gute Obstluge. 
Königlicher Kurzstiel; Januar — Mal 

Mittel grosser, sehr wohlgebildeter, vollkommen plattrunder, sehr aobBner, reib ge- 
streifter, doch oft ziemlich berosteter Winterapfel; der Baum wtthtt massig, 
bildet eine geschlossene Kn gel kröne, blüht «ehr spat nnd trägt mtisteris sehr 
reich; obgleich derselbe gar nicht empfindlich ist, liebt er dock ei»»n 
etwas geschützten warmen Stand und warmen, fruchtbaren Boden, 
Baum au na Reinette; Januar, halt bis Juni. 

Grosser, »ehr schöner, rot U gefärbter, üiemlioh flachrunder Winterapfel von 
sehr gutem, weinigsussen Gcsohmaeku n, von grosser Haltbarkeit. Der Bann 
wächst kräftig, wird mittelgroas und trügt überaus reichlich; er ist sehr 
dauerhaft, verlangt aher doch eino gule Obstlage und einen fruchtbaren 
warmen Boden, wenn die Frucht recht rollkommen werden soll. 
Champagner-Reinette (Loskrieger); März— Juni, hält 1 Jahr. 

Mittel grosser, rein platter, gelbgrüner, oft sohön rothbaokiger, sehr härtbarer 
Winterapfel von erfrischendem, angenehm süsaweinigen Geschmack, Der 
Baum ist sehr dauerhaft, trägt reichlich, verlangt aber einen wannen nnd 
tiefgründigen Boden, indem er sonst am Krebs leidet, gedeiht aber noch 
noch in eiponlrten Legen. 
Wellington; Mai— Juni; hält 1 Jahr. 

Ziemlich grosser, wohl gebildeter, fiaehku glich er, gelbgitner, lelobt getStsAter, 
spSter Winterapfel von angenehmem , weineänerliohea nnd sehr erfrischen- 
den Geschmack. Der Banm wichst sehr lebhaft, trlgt bald nnd retnhlioh 
nnd ist auf Boden nnd Klima dhrshaus Licht empfindlich ; es godsü»» anch 
in exponirten Lagen. 

B. Aufzählung der ausgewählten 20 Bimsortett, 

naoli der Zeit der Keife geordnet, 

Andenken an den Congress; August— September, halt 
mehrere Wochen. 

Sehr grosse und schone, prächtig gefärbte Tafelfrucht von halbe ahm eis andern 

recht guten Fleisch. Der kräftig wachsende Baum verlangt einen guten, 

tiefgründigen etwas feuchten Beden und Schul i gegen Winde; er ist sonst 

dauerhaft und bedingt keine besonders warme Lage. 

Eep-erens Herrentum, (Oberdiecks Butterbirn, Berga- 

motte lucratif); September— Oktober, hält 3 Wochen. 

Mittelgrosse, rundliche, schön o mattgelbe etwas berostete Herb gl borg am otte 

■'■ von sehr edlem, aussen, delikaten Geschmack». Der mittelstark wach- 
sende Bannt gedeiht in jeder Form und ist anch in gowShnlieken Obsttagen 
sehr fnrchtbar; er liebt einen kräftigen Soden. -• '„ i„ 

C.oogle 



Hol'/farbigo Butterbirn (Beulte' Davy, Fondante de 
Bols); September— Oktober, hält 3—4 Wochen. 

Grosse, oft lehr graste, «ehr Tersohiodön gefBrbte, oft gans rostige, oft auf 
der Sonnenseite lebhaft gerottete, gans TortrefTliehe Herbstbirn, eine der 
bcliobtoeten Sorten. Die Früchte müssen gegen das Abfallen gesichert und 
die 'Stiele mit Fäden an die Zweige angebunden werden. Der Baum ge- 
deiht fast überall, sowohl nieder- wie houh stämmig , Tortreflüoh, liebt 
etwas Sohnts ror Stürmen ond will einen tiefgründigen etwas fe Höhten nnd 
fruchtbaren Boden. . 
Gellerts Butter birn, (Hardys Butterbirn); September bis 

Oktober, hält 3 Wochen. 

Grosse, sehr schön gebaute, längliche, mit feinem gelben Rost aberkleidete, 

Torifigliofce, edle Herbstbirn. Der Baum wichst lehr kräftig, gibt sehr 

sebOne Pyramiden, trägt aber auch sehr gut als Hoobstamm nnd gedeiht in 

Bittleren Obstl »gen, in p «Menden tiefgründigen n. nahrhaften Böden sehr gut. 

RotheDechantsbirn, (RothgraiieDechantsbirn, Gansella 

Bergamotte); Oktober — Anfang November, holt 4 Wochen. 

Mittelgrosie, sehr sobön geformte, plattrunde, gans mit Rost aberzogene, mit- 
unter auf der Sonnenseite braunrothe Bergamotte Ton t ort reff Hohem reich 
gewürsten Gesohmscke. Der Bann} ist sehr dauerhaft nnd trogbar .und 
gedeiht aneh in gewöhnlichen Obsttagen, in fruchtbaren und etwas feuchten 
Böden sehr gut. 
Capiaumont (Capiaumonta Herbst-Butterbirn); Okt., halt 

3 Wochen. 

Jüttetgrosse, läagliche, schone, gans mit einem goldfarbigen Roste bedeckte and 
•af der Sonnenseite oft goldartig gerötbete Birn, too Tor trefflichem, reich 
gewüntem Gesehmeak. Der Baum wächst mittelstark, ist früh und sehr 
tragbar und gedeiht auch in weniger guten, gewöhnlichen nnd höheren 
Obatlagen, sobald der Boden nnr fruchtbar und nicht zu trookea ist. 
Marie Louise; Oktober, hält 3 Wochen. 

Grosse, länglich eifBrmige oder banohig birnförmige, schöne, gelbgrüne gold- 
artig berostete, gern Tortreffliche Herbstbirn, eine der edelsten Tafel- 
frttohte. Der Baum ist gar nioht empfindlich, gedeiht auoh in gewöhn- 
liehen Obstlagen nnd rerlangt nur einen in der Tiefe etwas fenohten nnd 
fruchtbaren Boden. 
Hochfeine Butterbirn; Oktober, hält 3-4 Wochen. 

Glosse, schöne, feinBohalige , rundeiförmige, gelbgrüne Herbstbirn Ton ausge- 
zeichneter Güte. Der Banm wachst kräftig, verlangt eine gute, etwas 
wnrme ond geschützte Lage und guten, tiefgründigen Boden, er Ist früh 
und reiehrragend. 
Gate Louise von Avranches; Okt., hält 3— 4 Wochen. 

Grosse, länglieh birnförmige, überaus schöne, gelb schal ige, rothpunktirte nnd 
aaf der Sonnenseite oft stark geröthote Herbstbirn ton delikatem Geschmack 
nnd reicher SaftfflUe. Der Baum wachst sehr kräftig und ist früh und 



87 

reich tragend; er macht keine besonderen Ansprüche an das Klima, sondern 
gedeiht in gewöhnlichen Obstlagen in entsprechendem .tiefgründigen und 
nicht in trockenen, fruchtbaren Boden lehr gut. 
Herzogin von, Angouleme; Oktober— November, hält 
4—6 Wochen. 

Bohr grosse, unre gel massig gebildete, langliehe, grflnschange splte Herbat- 
birn, mit lehr gutem, gewirrten, markigen Fleisch. Der Baum wichet 
kräftig und iet eebr tragbar; er liebt Sehnt i Tor Stürmen nnd eine etwa* 
warme Lage; der Boden muai warm, looker, tiefgründig nnd nahrhaft 
■ein, wein die Fracht ihr» Vollkommenheit erreiohen soll. 
Arenbergs Colmar; Oktoker— November, hält 6—8 
Wochen. 

Grosse und auf Formen bannten oft lehr grosse, nn regelmässig geformte sehr 
gute, delikate und fein adstringirende Herbst- und frühe Winterhirn ; 
Schale gelb, rostig punktirt, manchmal schon gerothet. Der Banm wichst 
■ehr kräftig, hat sehr starkes Holz und eignet sich rar Blutenform nnd 
Pyramide sehr gut; als Ho ob stumm Terlangt er eine warme nnd gesobfltste 
Lage und bedingt einen guten, kräftigen, warmen Boden. 
Blumenbach sButterbirn (Soldat Labourenr); Oktober 
bis November, hält 6 Wochen. 

Mittelgrosse, längliche, weisegelbe, etwas herostete, sehr gut«, reich gewflrste 
Berbstbirn. Der Baum wichet kräftig nnd iet fruchtbar, er »erlangt «Im 
goto nnd mittelwarme Obstlage nnd klüftigen, nicht in trockenen Boden, 
nnd gedeiht aber all Hochstamm wie in jeder anderen Farm. 

Grumkower Bu tt erb im; Oktober— November, halt 
4—5 Wochen. 

Sehr grosse, grüne, beulige, nngemein saftreiche nnd delikate Herbethirn. 

Der Banm wftchst eebr Itark und tot äusserst tragbar, er liebt einen massig 

wannen, eher kahleren Standort, verlangt aber Schutz von Stürmen wegen 

der Grotte der Frucht und i« besonders in einem etwaa fruchtbaren, tnof- 

gründigen Boden tragbar. 

Hofrat habirn; Oktober — November, hält 4— 6 Wochen. 

Grosee schone, an den Grünen Lengbirnen xUlende, «ehr enftreiebe nnd do 

liketo Berbstbirn j der Banm wichet krlftig und tragt aekr reich, er ge- 

- (leiht in gewöhnlich en guten Obetlegen noch recht gnt, ist nicht empfindlich, 

liebt aber wie alle trotten Bimsorlen einen tiefgründigen, fruchtbaren nnd 

mistig feuchten Boden, 

Neue Poiteau; Oktober— November, hält 3—4 Wochen. 

Sehr grosse, schöne, lange, birn form ige, grüne, oft gdbgrtne, rairnntar btano 

berostete nnd etwas düster gerottete delikate, sehr eafireiefae Herbatbim. 

Der starkwach sende, pyramidal krorJge Baum tragt eil Hochstamm in etwas, 

gesohüttten nnd massig warmen Obst lagen sehr gut, er verlangt aber einen 

guten nnd fruchtbaren, etwas warnen Beden, 

Google 



R«g« ntin, (fieimrö d'ArpeiiBOB. Passe Colmar); M. Norember 
bis Dezember, hält 6 Wochen. 

Mittelgrosse, sehr schöne, innen etwas gerippte, gelbe, auf der Sonnenseite 
grösstentheils schön gerölhete, rostfleckige Butterbirn von äusserst delikatem 
Gaschmacke. Baum mitlelstai k wachsend, sehr fruchtbar, gedeiht in warmen 
Lejgen mit gutem Boden noch recht gut auf Hochstamm, beuer aberniedor- 
■tammig. JJiese Birn rerlangt durchaus einen tiefgründigen, wannen and 
etwa« feuchter, fruchtbaren Boden, wenn sie ihre volle Gflte erlangen so!]. 
Winter-Kelia, (Bonne de Malines); December, hält 5—6 
Wochen. 

Kleine', soWSn gebildete , kreiielfSnnige, grünlichgelbe Vinlcrbirn, von reich- 
gewflrstem, sehr edlen Gosohmaek. Der Baum ist gar nicht empfindlich 
and gedeiht seihst in gewöhnlichen Obstlagen, in gutem Boden als Hoch- 
stamm, liebt übrigen* eine mittel warme Lage und tiefgründigen warmen Boden. 
Späte Hardcnpon t;(Hon Chretien deRance); Jan.— März. 
Grosse, oft «ehr grosse, grUne, oft glockenförmig gestaltete, vortreffliche, sehr 
laftreiohe Winterbirn. Der Baum wichst kräftig und gedeiht selbst in 
Norildeutsokland an geschützten Stellen In etwas feuchtem Boden noch 
ata Hochstamm; er liebt aber doch etwas warme Lagen und warme Böden 
und ist aber sehr tragbar. 
Sterkmanns B utter bim, (Belle Alliance); Januar— März. 
Grosse, sehr sohOne und auf der Sonnenseite prachtvoll gerütbete, bauchig 
kugeMgraige Wiutorhün. DerBeum ist nicht empfindlich, liebt aber einen 
warmen und fauchten, fruchtbaren Boden und warmen Standort, wenn er 
seine reiche FrsohtftUle entwickeln soll. 
Josephine von Mecli ein, (Josephine de Malines); Januar 
bis M&ras. 

Mltlfilglnilnn, stumpf- kreiaelfBnnige, gelbliehe, fein benstete, selten etwas ge- 

Iflthete, wahrhaft köstliche Wiuterbirn. Der Baum ist in mittelwarmer 

Ivage und iL fruchtbarem, etwas feuchtem und warmem Boden sehr tragbar. 

Alle die hier aufgeführten 20 Bimsorten haben schmelzendes Fleisch Und 

geboren in den ersten Rang; bei richtiger Kultur und Pflege zählen sie zu 

des) «delateB Blruaorten und verdienen die hauflgate Anpflanzung. 

Dr Ed. iUM. 



Der Bericht Aber die Obst- und Traubenausstellung, die Zuerkennung von 
Medaillen, Diplomen, sowie über die stattgehabten Excursionen wird in den 
ersten Heften der Honabihefte für Obst- nnd Weinbau pro IST* erscheinen. 
Dia Verlegst) endluug wird von dem ganzen Bericht eine Anzahl Separat- 
abdrfieke machen lassen, welche durch dieselbe (Eugen Ulmer in Bavenaburg), 
»•wie durch das Pomologiscbe Institut in Reutlingen kftuflioh zu erhalten sind 

Dr. 14. iaou. 
■»**•- - , 

[H'^l:y GOOglC 



Ausstellung von Obst & Trauben u« 

ii ier Zeit m I. bis 15; October in WM 



Bei der iu den meisten Gegenden von Deutschland und den 
angrenzenden Ländern, auch in Oeaterreich und' Ungarn, Tirol u. s. w". 
sehr geringen Obsternte des Jahres 1873 durfte eine grosse 
und ausgedehnte Obstaüsstelluug nicht erWartet werden. 
Vielen Pomologen wird es gegangen sein, wie mir, es war die 
Obstausstellung nicht, was uns nach Wien hinzog, sondern die Ab- 
sicht, die enormen Schatze und nie dagewesenen Sehenswürdigkeiten 
der Weltausstellung kennen zu lernen und dem Pomologischeri 
Congress beizuwohnen. 

Allein wir Alle wurden in einer Weise überrascht, die wir' 
nicht geahndet hatten. Die ganzen sehr ausgedehnten Räume für 
diese . Gartenbauausstellungen waren mit Obst angefüllt und wir 
sahen da Früchte und Trauben in einer Mannigfaltigkeit und Schön- 
heit, wie sie wohl kaum jemals auf einer anderen Ausstellung gesehen 
wurden. Wenn ich mir hier erlaube , über die Ausstellung zu be- 
richten , so muss ich eine notwendige Bemerkung vorausschicken, 
welche doch bei allen Obstausstellungen recht beachtet werden sollte. 
' Man sollte nie eine blosse Schaustellung von Fruchten halten, 
sondern jede Obstansatellung auch fürdiePomologen nutzbringend 
machen. Dies kann selbstverständlich nur dann möglich werden, 
wenn den die Ausstellung besuchenden Pomologen gestattet ist, die 
Früchte näher anzusehen und auch — natürlich mit Bewilligung 
der betreffenden Aussteller — und zwar um zweifelhafte Sorten fest- 
zustellen, einzelne Früchte zu zerschneiden, um die innem Merkmale 
zu vergleichen und wo nöthig auch den Geschmack zu prüfen. Na- 
türlich ist damit verbunden , dass durch die diese Arbeit vorneh- 
menden Pomologen die den einzelnen Sorten beigegebenen Namen 
bestätigt oder soviel möglich- berichtigt werden. 



Um diese Zwenke aber erfüllen zu können, müssen, wie z. B. 
in Braun schweig es auch 1872 and bei den meisten Ausstellungen 
gehalten wurde, einige Stunden taglich nur die Aussteller und die 
prüfenden Pomologen Zutritt haben und erst etwa von 11 Uhr an 
das Publikum Zutritt erhalten. 

Dass dieses nun bei der Wiener Weltausstellung nicht wohl 
möglieh war, ist leicht begreiflich, allein damit war auch der pomo- 
logiscbe Werth der Ausstellung sehr geschmälert. Wiederholt wurde 
mir von den Aufseharn es verboten , die Früchte zn berühren, wenn 
ich etwa einen Aussteller oder einen andern Pomologen wollte auf 
eine besonders interessante Frucht oder einen zweifelhaften Namen 
aufmerksam machen. Dies der Grund, dass an eine Berichtigung 
der zahlreich sieh vorfindenden falschen Benennungen nicht zudenken 
war und dass auch der Bericht über die Ausstellung selbst nur 
oberflächlich und nicht auf die Sorten näher eingehend sein kann. 

Mit dem Berichte wollen wir zugleich die Auszeichnungen be- 
merken, welche die Jury festsetzte und welche von S. Kais. Hoheit 
dem Hrn. Erzherzog Rainer als Präsident der Kais. Commission 
und dem Frhrn. v. Schwarz-Senfborn als Generaldirector be- 
stätigt wurden und zwar mit B. D. das Ehrendiplom, mit F. M. die 
FortsehrittsmedaiUe, mit V. M. die Verdienstmedaille und mit A. D. 
das Anerkennungsdiplom bezeichnen. Die von der K. K. Gartenban- 
gesellschaft besonders noch ertheilten Auszeichnungen bestanden in 
der Vermeille Medaille, in der silbernen Medaille und in dem Diplom 
I. und H. Klasse. 



Die Jury für Obst, Gemüse und Geräthe bestand ans 
folgenden Herren: 

Baron Suttner, Präsident, Dr. Lucas und Prof. Koch, Vize- 
präsidenten, dann Director Gillekens von Vilvorde, Professor 
Pyaaert aus Gent, Docent Nyeland aus Copenhagen, Hengl sen. 
aus Wien, Kienast von St. Florian, Rosenthal aus Wien, 
Schirnhofer, Stiftshofmeister aus Wien, Hofgärtner Runkel von 
Kremsmünster, Professor Bei ke aus Keszthely, Professor Dr. Ander- 
son und Botan. Gärtner Peterson aus Upsala als Mitglieder. 

Die Jury für Trauben bestand ans folgenden Herren: 

Baron Suttner, Präsident, Baron Härdtl, Wien, Vicepräsi- 
dent, Baron Babo von Klosterneuburg, Hauptmann Ludwig, 

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91 

Wien, Dr. Hu 1U in Marburg, Kob. Schlumberger, Wien, Dr.Enz 
in Ofen, Dr. v. Halnay in Totfalu in Ungarn als Mitglieder. 

Die beiden Jury 's arbeiteten einzeln und traten nur zu den 
ScklussberathuDgen unter dem Vorsitz des Hrn, Dr. v. Arenstein, 
G eneralaecretär der Weltausstellungscommission , zusammen. Die 
Sitzungen fanden im Jurypavillon statt und nahmen den Herren 
Theilnebmern, wenigstens mir, sehr viel Zeit weg, ein Opfer, welches 
übrigens im Interesse des Ganzen gebracht werden musste. 



Folgende Sammlungen waren besonders bemerkenswert!!. 

i. Deutsches Reich. 

Collectivsammlung vom Gartenbauverein Danzig; 
115 Apfel- und circa 60 Birnsorten, eine schöne und interessante 
Sammlung; in ihr fanden sich unter anderen als neue oder sehr 
schöne Sorten: Beinette Bihorel, Basiners Seinette, Clay- 
gate Parmäne, Northern Greening, Souvenir du Co ngr es, 
Grüne fürstliche Tafelbirn, Grumkower Butterbirn, 
und sehr viele andere worthvolle Sorten in guter Cultur und meist 
guter Bezeichnung, V.-M. 

Gartenbaugesellschaft Flora in Cöln; circa 50 Sorten 
Aepfel und Birnen, meist bekannte gute Tafel' und Marktfrüchte, 
gut cultivirt und sehr schon ausgebildet. 

Hlldesheimer Gartenbauverein; Aussteller und Vertreter 
Inspector Palandt, circa 230 Sorten Aepfel und Birnen. Ein sehr 
schönes und reiches, viele gute und zum Theil noch seltenere Sorten 
enthaltendes Sortiment, V.-M. 

Königlicher Wegaufseher Kniep von Duderstadt; 
circa 300 Apfel- und Birnsorten , sämmtlich an den Landstrassen 
gezogenes Obst. Die Früchte waren sehr schön ausgebildet und von 
sehr gutem Ansehen, die Benennung meist gut. Auch war das 
werthvol]ste Handelsobst dabei und diese Sammlung überhaupt sehr 
oeachtenswerth , F.-M. 

Gartenbauverein in Kiel; interessante Sammlung von 
Aepfeln und Birnen von sehr vollkommener Ausbildung, A.-D. 

Max Touchon in Hohenau bei Mainz.; circa 300 Sorten 
Aepfel und Birnen, worunter viele neuere Sorten in ausgezeichneter 

.C.rfoglc 



92 

Cultur und guter Benennung, eine der hervorragendsten Sammlungen 
aus dem deutschen Eeiche, V.-M. 

Bftumschirfbesitzer Müllerklein in Carlstadt a. M.; eine 
zahlreiche- Collectioa Aepfel und Birnen. Dieselben kamen verspätet. 
und etwas defoet an und waren daher weniger ansehnlich- A.-D: 

Privatier SFax Bittier in Ravensbnrg; ein Fruenfcarran- 
gement in Form eines Kranzes: Die Gegend von Ravensburg* wnr 
eine der wenigen aus Württemberg, welche 1873 einen guteir öftst- 
ertrag hatte. 

Collectiv-Ausstellung des Königreich Sachsen; 
76 einzelne Sortimente aus verschieden un Lagen und Böden und 
zwar 1) aus guten Obstlagen bei Dresden, Bautzen u. s w., 
2) Früchte von Sandboden aus Niederlösnitz, 3) von der Zittauer 
Allee, 4) aus Leipzig, 5) aus den kälteren und höheren Lagen bei 
Freiberg und flauen, 3 — 500 Meter über M. , 6) sachsische Pro- 
tvinzialsorten. Eine sehr interessante, circa 260 Nro. enthaltende 
Sammlung. War auch die Benennung nicht immer correct, so fan- 
den sich doch gar viele sehr interessante und Sachsen eigentümliche- 
Sorten vor, wie Glashartig, Streifhartig, Forellenhartig , sowie die 
Sammlung auch sonst viel WerthTolles enthielt, wie Papeleus Ram- 
bour, Schwarzenbachs Parmäne, Gellini, Graf Xostiz, Schmidbergers 
Reinette, u. A.. V.-M. 

K. Pr. Landesbaumschule Potsdam; 87 A., 27 B. tintf 
Vaccinium macrophyllum, Crassbeere. Die Früchte zeugten von guter 
Cultur und es waren die besten Tafel- und Marktsorten darunter 
vertreten; die genannt« amerikanische Beerenpflanze wird dort schon, 
in grösserer Ausdehnung und mit Frfolg cultivirt. V.-M. 

Bremer Gartenbauverein; circa 200 Sorten, gesammelt 
und eingesendet durch Herrn Ort gi es in Bremen. Diese Sammlung 
enthielt sein: viele, neuere uud gute Sorten, doch waren die Früchte 
nur theilweise gut cultivirt, indess meist gut bezeichnet. Wir 
erwähnen als neue Sorten King pjeasa-nt, E vag il Peppin, 
Mammon th Peppin.,, Atme.tic.an. golden' Russe*,. Üeraag, 
von Devonshire, Montalivet, Lord Suffield u. A« uud, van. 
Birnen Jules dIAirolles„Butterbirn von. Spae, Butter.birn 
von Ghelin, Samoyeau, Henri Desp,ortes, ü. A«, V.-M.. 

Direction des kgL württ. land- und forstwirtschaft- 
lichen Instituts in Hohenheim; Aussteller Garteninspector 
Schule. Eine schöne und reiche, circa 200 Sorten umfassende 

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93 

Sammlung, theils Tafel-, thaila Wirthschaftsobst. Schöne Flüchte 
waren da von der Rothen Sternreinette, Willy'a Reinette , vielen 
guten Birnaorten, dagegen auch gewöhnliches Mostobst und minder 
werthvolle Sorten mit ausgestellt. X»ie Namecbezeichwing war oorrect 
und sorgfältig, V.-M. 

Kunstgärtner Galle in Ober-Glaucihau -toi Trabnitz; 80 
Apfel- , 40—50 Birnsorten. Schönes Sortiment und grosse Zahl der 
besten Tafel- und Wirthschaftssorten mithaltend. Die Nomenelatur 
läset Manches zu wünschen, die Cultw mr loaengwerth, A.-D. 

Hofgärtner Maurer in Jena; Pftaneen mit Frflckten w«V*e- 
cinium macrocarpnm; wurde sehen froher prfiinürt. 

Bafflusdralbesitzer AmblarÜ in Lory d-evant le Pont in 
Lothringen; 100 Sorten Weintrauben und 30 Obstsorten, welche am 
meisten in Lothringen cultivirt werden , A.-D. 

Bittergutsbesitzer P. Mack in Althof-Bagnit; 90 Apfel- 
nnd 30 Birnsorten, auf Hochstämmen erwachsen. Ein interessantes 
Sortiment aus der dortigen ziemlich rauhen Obstgegend, A.-D. 

Verein Tür Pomologie und Gartenbau in Meinircgen.; 
circa 100 Apfel- and ebensonale Birnsorten , nach dem älteren DleT- 
schen System geordnet. Es finden sich ausser den gewöhnlichem 
auch neuere und seltenere Sorten darunter, wie Mefferts Früh- 
apfel, Emmerichs Borsdorfer, Siegende Beinette, Mc- 
lanchtona Birn, Swajis Egg, n. A., A.-D. 

8. Cnterttkk. 

Fr. Gerold, kaisentieeer Jäath in Neuwaldegg bei Wien; 
70 Apfelsorten, 55 Birnsorten, 15 PÄJsioflaorteii, 10 Traubenaerten, 
ein höchst intereasBntee Sortiment in sehr .guter Cultar und corree- 
t«r Benennung. Wir fandei darnntar den schönen Xindley an fei, 
Lucas' Taubenapfel, Gestreifter Beaufin, Giert reifte 
CanadaieinetW, Andenken ab -Herzog Alfred, H*jaache 
GoIdreiuetU, P.fingstxeineti«, Jögers BeinettB u. A_ 
Belle Rouenaise, Doyenne" im cercle p-ratittue de Ronen, 
Kästners Batterbirn, Brittish Quee», Payeae Butter- 
hirn,, Marmion, Calebasse Beisbunel u. s w,; V.-M,, und 
die Yes«lieusti!»daiJ.le dar Gartenhaugesellschaft ; der Gärtner Jirsack 
erhielt ausserdem die MitarbeitermedaiUe. 

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94 

Ä. Mnmmelter, Gutsbesitzer in Bozen; eine zahlreiche Col- 
lection des besten Tiroler Handelsobstes in sehr schönen Exemplaren, 
A.-D. und Venneille-Medaille der Gartenbaugesellschaft. 

Landes-Wein- und Obstbauschule Klosterneuburg; 
eine sehr reiche Collection Weintrauben und viele der werthvollsten 
Geräthe für Weinbau und Weinbereitung (ausser Concurs , da Direc- 
tor v. Babo Preisrichter war). 

Societa agraria di Roveredo; eine sehr interessante und 
reiche Ausstellung von 145 Nro. Trauben, Birnen, Aepfel, Quitten, 
Azarolen, Mispeln, Mandeln, Orangen, Pfirsiche und Melonen und 
Trüffeln, Y.-M. nnd Verm.-Med. der Gaxtenbaugesellsehaft. 

Worell, A., Apotheker in Eibensohutz; Riesenspargelsetz- 
linge der dortigen Sorte, sehr schon und vollkommen; Samen vom 
Eibenschützer Spargel, silberne Medaille der Gartenbaugesellschaft. 
Aus den Gärten des Grafen A. v. Brenner-Enkewoirth in 
Grafenegg; eine sehr reiche und sohöne Collection von Gemüsen 
in circa 200 Nummern, unter denen etwa 60 Sorten Kartoffeln, V.-M. 
und silberne Medaille der Gartenbaugesellachaft und dem Obergartner 
Hirsch die Mitarbeitermedaille. 

Alois Hengl, jun., Handelsgärtner in Wien, ein kleineres 
Sortiment Markt- und Tafelobst, A.-D. und silberne Medaille der 
Gartenbaugesellschaft. 

Jos. Wieninger in Gumpoldskirchen; 30 Sorten Trauben, 
wovon 12 in Töpfen in ausgezeichneter Cultur, silberne Medaille der 
Gartenbaugesellschaft. 

Stift St. Florian bei Lina, Aussteller Herr Kienast, Stifts- 
obergartner; circa 100 Sorten Aepfel und Birnen, worunter mehrere 
neue dortige Stallinge, wie Chorherr Oberlaber, Prinz Carl, 
Erzhersog Anton, ausserdem aber viele sehr schätzbare Sorten 
in guter Cultur, A.-D. I. Cl. der Gartenbaugesellschaft. 

Collectiv-Ausstellnng der Mitglieder des kärnth- 
neriscben Gartenbauvereins in Klagenfurt; circa 120 
Sorten Obst. Besonders hervorzuheben war die Collection des Herrn 
Max Ritter von Moro, welche zum Theil neue und sehr werth- 
volle Sorten mit richtiger Benennung enthielt, A.-D. und A.-D. 
der K. K. Gartenbaugesellschaft. Wir fanden da auch die Tiroler 
Sorten, wie den Weissen Eosmarin, den Köstlichsten u. A. 
sehr schOn, ausserdem sehr schon Virgoulense, Passa Tutti, 
Passe Cohnar Francois, Benrre* Naehin n. A. 

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95 

Collectiv-AussteUung von Obst- und Traubensorten 
Steiermarks; Aussteller Direetor H. Göthe in Marburg. Eine 
der grössten Oolleetionen, 9.00 — 1000 Nro. von etwa 40 verschiedenen 
Einsendern. Es gab diese Ausstellung ein glänzendes Bild der Obst- 
production des Landes Steiermark. Direetor Göthe hatte, da ihm nicht 
Zeit blieb, die grosse Zahl Sorten alle genau durchzumustern, ein Nor- 
malsortiment von etwa 120 der in Steiermark am besten gedeihen- 
den und am meisten vorkommenden wertvolleren. Obstsorten mit 
richtigen Namen versehen, besonders zusammengestellt und über- 
haupt die ganze Ausstellung so instractiv und anschaulich als mög- 
lich gemacht, wesshalb ihm auch die Mitarbeitermedaille zuertheilt 
wurde. Besonders beachtenswert erschien eine Art Borsdörfer als 
SteierscherMaschausker, die ungemein verbreitet vorkommt und 
sehr geschätzt ist. Sonst waren die anerkannt besten Sorten, wie 
Wintergoldparmäne, Danziger Kantapfel, Carmeliter 
Eeinette, Ananas Reinette n. A., sowie die besten Butterbirnen 
grossentheils hier vertreten. Die Steierische Obst- und Weinbau- 
schüle in Marburg erhielt für diese reiche Coll'ectl'on das Ehren- 
1 diplom und ausserdem die' Fortschrittsmedaille und folgende 
Aussteller noch Medaillen der Gartenbau-Gesellschaft: Graf von 
Brandis, I3utsbesitzer Dominik Colnik, Gutsverwaltung Fin- 
den, J. D. Huber', J. Kornbuhl, Daniel R'amutha, Dr. Ö. 
Heiser, M. gemlitseh, Gartenbauverein in Graz, Üetisehegg, 
J.'Erjavetz, Wokäun, die Landes-Wein- und Öb'stbau- 
schule in Marburg. 

Collectiv-AussteUung des Landwirtschaftlichen 
und Gartenbau-Vereins zu Bozen; ausgestellt und ge- 
sammelt durch Anlagen - Ihspector Pfucha in Meran, pomo- 
logischen Wanderlehrer C. Mader und Herrn von' Fongälari 
in Boz«n, welchen drei Herren die Mitarbeiter-Medaille 
zuerkannt wurde, wahrend der Sammlung der dem Ehrendiplom 
gleichstehenden Hamburger Preis zuertheilt ' wurde. 41 ver- 
schiedene Producenten haben zu dieser wahrhaft grossartigen, dea 
einen Pavillon ganz einnehmenden, äusserst geschmackvollen und 
lehrreichen Ausstellung mit beigesteuert. Die Mannigfaltigkeit dieser 
Ausstellung war eine sehr grosse und das Bild einer reichen und 
vollendeten Obst- und Traubencultur ein sehr schönes und male* 
rijcbes, wie es kaum sonst wo gesehen worden sein wird. Was die 
Obstsorten betrifft, so waren die schönsten Rosmarin, Köst- 

. Google 



. 90 

liebster, Böhmer, Jl&achanskor u. s. w., Weisser und 
Jtojther Winter-Calvill, die herrlichsten Reinetten, pracht- 
volle .Exemplare der Virgouleuse, der Hardenpont, Diel, 
Winter-Dechantsbirne u. a. edle Tafelfrüchte da. Beinette 
von Orleans war so gross und so herrlich carminroth, dass 
sie kaum wieder zu erkennen war. Das Obst war nach Familien 
geordnet aufgestellt. Für den Botaniker waren besonders die zahl- 
reichen Früchte aller dort im Freien eultivirten Zierbaume und 
Streicher, als Magnolien, selten« Ooniferen, Bignonien, die 
verschiedenen Varietäten vou Citrus, von Cydonia u. s. w. in- 
teressant. Das TraubenBortinient war sehr reich und enthielt 
über lüO Sorten, worunter sowohl die eigentlichen Tiroler Trauben, 
(ffje auch neuere dort versuchsweise gebaute Sorten, wie Lady 
Dowoers Seedling, Mnscat Hambro, Chasselas Mamrae- 
jpn, Duc de Magenta, Boyal Vjneyard u. A. 

3. Ungarn. 

Oberg&rfcper Hajkal in Papa; eine grössere Collection Obst 
und Trauben, worunter der dort gezogene schöne Sämling JJajfcals / 
£oldreipe.tte, V.-Jfc. 

Dr. J- Malnoj in loltj Totfolu hatte 126 Trauhensorten 
ausgestellt, die Sammlung konnte aber nicht coneurrjrep, da Herr 
Pr. M. Preisrichter war. Die Sammlung war .sehr pifcenessant und 
zeugte von sehr guter Cultur, sie enthielt viele sehr werth.vo)le und 
noch seltenere Sorten. 

Joh.MatheDstinKa8cha*i; ein Sortiment Weintranben, V.-M. 

St. Nirschy in Pressbprg; Obst und Trauben, K.-l). 

I>. Trsztyanski in Kesthely; Obst und Trauben, A.-D. 

K. ungarisches pomologjsches Etablissement Pu.sjita 
Föd^mos; verschiedene Sorten des «delsten Tafelobstes in höchst 
ausgebildeten Exemplaren, V.-M. 

Col leetiv-AuB.a teil ung vou exportftUigen ungarischen 6ar : tea- 
produc tert ; Aussteller - Alexander ' v. L u c n p l y , . landwirthschaftliicher 
Wanderlehrer, Dieselbe enthielt yop 36 Ausstellern eine Menge der 
yersohiedeostep Gegenstände upd zwar ausser Obst imd TWAm» 
Arzneipflanzen, Melonen, Paprika, eingemachte Gegenstände u & fr., 

Pressburger Weingärtner- Verein; 48 Trattbensorten, die 
in der dortigen Gegend in Weinbergen vorkommen, V.-M. 



vGopglc 



97 

Ofener Lande8-B.ebschule; Aussteller Dr. Enz* in Ofen, 
tbeils in Töpfen, theils in abgeschnittenen Trauben in circa 150 
Sorten, ein sehr reiches und werthvolles Sortiment (ausser Concurs). 

Prediger Jos. Kovacz zu Batorkesz; eine sehr schöne Collec- 
tion Trauben in Töpfen in .etwa 130 Nummern und zum Theil geordnet 
nach den Weingegenden , wo die einzelnen Sorten vorzüglich auge- 
baut werden, V.-M. 

J. Matthiosz inKaschau; ein kleines, aber sehr ausgewähl- 
tes Sortiment meist seltener und neuer werthvoller Traubensorte«, 
z. B. polden Champion, Chasselas Napoleon, Madel. 
Angevine, Prince Albert, Wilhelm Teil u, A., A.-D. 

Direction der k. land- und forstwirtschaftlichen 
.Lehranstalt in Kreuz (Croatien); etwa 20Ö Traubensorten, ein 
sehr schönes, reiches und höchst interessantes Sortiment, V.-M. 

Herr L. v. Bogyay, k. k. Kammerer in Badacsony. Herr 
Professor Belke in Keszthely hatte dieses prachtrolle und höchst 
interessante reiche, über 300 Sorten enthaltende Sortiment auf eine 
sehr instructive Weise aufgestellt. Die Traubenblatter waren vorher 
eingelegt und getrockaet und dann auf einen weissen Bogen auf- 
geklebt, in dessen Mitte jedesmal die Traube befestigt war. Dieses 
.Sortiment war das hervorragend wertvollste und reichste und ent- 
hielt unter anderen auch die bis jetzt als früheste anerkannte Mar- 
gittraube und den kostbaren Halaper Muscateller, einen 
Sämling des Herrn von Bogyay, F.-M. 

4. Uebrige Länder. 

Gebrüder Baltet aus Troyes in Frankreich; ein Sortiment 
Aepfel von circa 100 Sorten, welche indess nicht gut ausgebildet 
waren, A.-D. 

Ausstellung der Obst-Enengniase der verschie- 
denen Provinzen Schwedens; zusammengestellt im Auftrag 
der Regierung von Professor Dr. Anderson in Stockholm. Die 
schwedische Begierung -erhielt für diese Ausstellung das Ehj;en- 
"diplom. Ausserdem erhielt noch die GartenbaugeselJscbaft in 
üpsala die F.-M., J. Dickson jn Gotuepburg -die V.-M-, die 
Gartenbaugesellschaft in Stockholm V.-M, Seh wedispher 
Garteubauyereip in Stockholm V.-M., Gutsbesitzer Dragge 
in jLaiorp A.-P ; - JftwdelsiftrtDar Gojtschalk in Stockholm 
A.-D, Scfculvorsteher ityth in Nordwich A.-D- Gutsbesitzer 

, Google 



98 

Robson in Aypa A -D., Dr. Leyer in Gothland und Bezirks- 
gärtner Petterson in Schonen die Mitarbeitermedaille. 
Die schwedischen Sammlungen mochten wohl 1500 Nummern um- 
fassen und waren, da sie nach Provinzen geordnet waren und die 
Obstproduction des Landes bis zum 63 ° n. Br. darstellten, von 
grösstem Interesse für den Pomologen. Es war sehr zu beklagen, 
dass diese Sammlungen nicht gründlicher von einem der anwesenden 
Pomologen studirt werden konnten. Durch die besondere Güte des 
Herrn Professor Dr. Anderson erhielt ich einige wenige Sorten, die 
ich zeichnen liess und zwar waren darunter der Swensk Rosen- 
hager, Frösakerapfel, Hampus, Varnanasapfel, Färnos- 
apfel, Bjorwicbsapfel, Sparreh olmsap fei, AkerÖapfel, 
und vor Allem ein rein houhgelber Gravensteiner, ohne irgend 
eine Spur von Röthe, aber von einem Dufte, wie er sonst nie so 
stark und so gut vorkommt, er war aus Tynelös bei Stockholm 
und wurde Gelber Gravensteiner genannt. Unsern schlechten 
Kugelapfel, den die Franzosen Grosse Cai'sse getauft haben, 
fand ich auch . in der schwedischen Sammlung unter dem gewiss 
irrigen Namen Ericksbergs Sötapfel. Diese Sorte scheint dem- 
nach trotz ihres ganz geringen Werthes sehr weit verbreitet zu sein. 
Auch Dänemark hatte ein sehr bedeutendes Sortiment von Obst 
und auch Gemüsen u. s. w. ausgestellt und zwar der dänische 
Gärtnerverein Hortulania in Copenhagen 116 Apfelsorten, 
80 Birnsorten, 15 Pflaumen-, Pfirsich-, Trauben-, Nuss- und 175 
Sorten Gemüse und Kartoffeln. Der Verein erhielt die Fort- 
schrittsmedaille und Herr Petersen, Gärtner in Horsens, 
die Mitarbeitermedaille. Die Aufstellung hatte übrigens Perr Pro- 
fessor Nyeland in Copenhagen (Mitglied der Jury) geleitet. Diese 
Collection enthielt viele sehr werthvolle Sorten, zum Theil dänische, 
meist aber eingeführte Früchte. Unter den dänischen Birnsorten 
war die Graf Moltkes Birn, die Comtesse Clara Frys und 
Toornbergs Sommerbirn,' drei sehr zu empfehlende dänische 
Sorten, unter den dänischen Aepfeln der Winter-Gylling, Dä- 
nischer Rosenhäger, Dänischer Citronenapfel u. A. Die 
Früchte waren recht gut ausgebildet und zeigten immerhin einen 
hohen Stand der Obstcultur Dänemarks. 

Aus Belgien hatten die beiden Söcietäten Cercle d'arbori- 
culture zu Gent und Societe* Centrale d'arboriculture 
zu Brüssel ausgestellt. Die erstere Collection enthielt allein 



99 

380 Birosorten und 170 Apfelsorten. Dieselben waren abgetheilt 
in ornamentale Früchte, in Sorten für Hochstämme nnd solche für 
Spaliergärten, und dazu waren noch eine Anzahl Trauben, Pfirsiche, 
Pflanmen nnd interessante Werke über Obstbau und Pomologie 
und die bekannten - sehr praktischen gummjrten Etiquetts von 
Professor P y n a e r't ausgestellt. Die Brüsseler Collection 
war wohl ebenso zahlreich, sie enthielt aber noch ein Sortiment 
Gregoirescber Früchte und die ' grosse Collection nachgebil- 
deter Früchte;d« 'Gewftwbaft, : wakfc« allein 610 Birnsorten, 
zählt, dazu 100 Apfel, 30 Pfirsiche, 20 Pflaumen, Mandeln, Nüsse 
u. s. w. Diese beiden Sammlungen waren, was Cultur betrifft, das 
Vollkommenste in der Ausstellung. Die Bezeichnungen der Birnen 
waren ganz correct, die der Aepfel dagegen mitunter unsicher. Jede 
der beiden Gesellschaften erhielt die Fortschritts-Medaille. 
Heber diese Sammlung hätte sollen ein eigener Bericht gegeben 
werden, allein dies wäre in "Wien unmöglich gewesen. Die'Obst- 
nachbildnngen waren ganz besonders beachtenswerth. Professor 
Pynaert und Direktor Gülekens besorgten selbst die sehr über- 
sichtliehe und schöne Aulstellung der Früchte. 

"Aus Italien hatte Herr Fr. Valetta, In Turin (Via dora 
grossa Kr. 1) eine grosse und herrliche Collection nachgebildeter 
Früchte geliefert, wofür ihm die Fortschrittsmedaille zuer- 
kannt wurde. Diese ganze Collection umfasst bis jetzt 55 Sorten 
Apricosen, 8 Mandel-, 10 Azarolen-, 79 Kirschen- und Weichsein-, 
8 Quitten-, 8 Cornelkirschen-, 40 Feigensorten, 25 Erdbeeren-, 11 
Himbeeren-, 4 Granatäpfelsorten, 35 Johannisbeer- , 187 Pfirsich-, 
SOS Birnen-, 332 Apfel-, 9 v l Pflaumen-, 787 Traubensorten. Die 
Früchte waren in Form und Colorit unvergleichlich schön. 

Ans 'Bussland hatte der Handelsgärtner Gratscheff aus 
St. Petersburg ein sehr umfangreiches Sortiment der verschieden- 
sten Gemüse in ausgezeichneter Cultur aufgestellt, welchem die 
Fortschrittsmedaille zuerkannt wurde: Wohl kaum möchte 
ein vollkommeneres Gemüsesortiment aus jenen Gegenden je ausge- 
stellt gewesen sein. ' 



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Die Excursionen. 



1. Bach KLo»t«m»uburj;. 

Sonnabend Nachmittag den 4. October wurde von über 100 
.Tbeilnehmern des Kongresses und zwar von beiden Sectionen für 
Obstbau und für Weinbau gemeinschaftlich der im Programm vor- 
gesehene Ausflug nach Elostemeuburg unternommen. Die Fresse 
sagt darüber in Kro. 276: , Der Director der dortigen Landes-Obst- 
und Weinbauschule, Freiherr v. Babo, empfing die Gäste, unter 
welchen nicht allein alle Kronländer Oesterreich-Ungarns , sondern 
auch das deutsche Reich, Belgien, Italien, Bussland, die Türkei, 
Schweden und Dänemark vertreten waren, bereits auf dem Bahnhofe 
und eine Reihe von bereitstehenden Omnibuswagen fahrte dieselben 
zuerst in den Verauchsweingarten — bekanntlich eine unübertroffene 
Musteranstalt — die auf einem Flächenraum von 20 Joch sich un- 
mittelbar an den mehr als das Vierfache messenden eigentlichen 
Weinberg des Inatituta anreiht. Hierauf wurde in die Obstbanm- 
sohule gefahren, deren Zweck bekanntlieh die Veredlung von Wild- 
lingen zur Verbreitung der Obstbaumzucht unter der Landbevölkerung 
ist, und dann nach Elostemeuburg zurückgekehrt, die berühmten 
grossen Kellerräume des Stiftes besucht, in welchen den Anwesenden 
eine Probe des 1846er Weinjahrganges unmittelbar ans den Fässern 
vorgesetzt wurde. Auf die Oberwelt wieder zurückgekehrt, gab die 
Besichtigung der durch ihre vortreffliche Organisation und Leistungen 
nachhaltig wirkendes k. k. chemisch physiologischen Versuchsstation, 
sowie die sehr instruktiven Erläuterungen des Professors Dr. Rosslei, 
Leiters dieser Anstalt, den Anwesenden einen höchst interessanten 
geistigen Genuas, dem der materielle der verschiedenen Weinproben 
ans dem Versucbskeller der Anstalt folgte, nnd an welchen sich ein 
kleines Gouter im Garten des Stiftskellers anreihte, welches der 
Munificenz des Herrn Prälaten zu danken war, sowie derselbe auch 
persönlich nach dem Kellerbesuch mit den Notabilitäten unter den 

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101 

Besuchern aufs liebenswürdigste verkehrte. Die aut ihn und das' 
Wirken des Stiftes für Landescultur, auf das Wohl des Barons Bafto 
und auf das des Lehrkörpers ausgebrachten Toaste schlössen eine' 
heitere, wahrhaft genossreiche Eicursion, von welcher die Treu- 
nehmer mit einem Separatzug der Franz-Josef-Bahn um 8 Uhr nach 
Wien zurückkehrten." 

Diese grossartige Anstalt ist zur Zeit eine niederösteiTeichische 
Landesanstalt, soll aber, wie wir aus guter Quelle vernahmen, bald' 
vom Ackerbauministerium als Landesanstalt Übernommen werden. 
Seither wurden vorzüglich nur interne Zöglinge aas Niederösterreicb 
aufgenommen; die ahsolvirten Zöglinge gingen aber meistens nach 
dem Verlassen der Anstalt in andere Kroiilander. Nach der neueren 
Einrichtung als Beichsanstalt soll dieselbe eine höhere Wein- und 
Obstbauschule werden, um dem Bedürfniss für ganz Oesteiteich ge- 
nügen zu können und es sollen zu diesem Zweck 5 Professoren an- 
gestellt werden. 

Die Frequenz der Schule war bisher 25 interne und bis 40" 
eiterne Schüler; erstere hatten Kost und Wohnung für ihre Arbeits- 
leistungen frei, die externen nicht. In der neuen Organisation werden 
diese Unterschiede aufhören. 

Nachdem die niederösterreichische Wein- und Obstbauschule 
als solche aufgehoben ist, sollen in Niederösterreich 4 Winterknrse 
über Obstbau und Weinbau in den 4 Kreisen dieses Kronlandes 
errichtet werden und es wird für jeden Kreis ein Lehrer der Pomo- 
logie und Oenologie angestellt, dem ein Versnchs-Obst- und Wein- 
garten nebst Baum- und Bebschule zur Verfügung gestellt wird; 
während des Sommers hat der Vorstand und Lehrer jeder Kreis- 
schule als Wanderlehrer für Obst- und Weinbau innerhalb seines 
Kreises zu wirken. — Wird dieser vortreffliche Plan durchgeführt , so 
kann ungemein viel und Grosses erreicht werden. Es werden auch die 
tüchtigsten Schüler der i Kreis-Obst- und Weinbauschulen in die 
Centralanstalt eintreten und sich da wissenschaftlich weiter bilden 
können. 

Die Weingarten betreffend, so erfuhr ich von Direktor von 
Babo, dass ausser den Versuchsweinbergen bereits über 50 Joch 
neu angelegt und mit den edelsten Sorten bestockt seien. Von der 
Vortrefflichkeit der dort erzielten Weine konnten wir uns durch die 
" freundliche Güte des Herrn Probstes überzeugen und es erschien uns 
ganz glaubhaft, dass die Flasche dortigen Weins von guten filtern 



102 

Jahrgängen bis zu 5 fl. bei wissendem Absatz verkauft wird. Die 
am Rhein vorherrschenden Eebsorten haben sich nach Babos Mit- 
theilungen auch hier gegen die andern Sorten als die besten gezeigt. 
Dem Kleinen rheinischen Riessling sind grosse Flächeu mit dem 
besten Erfolg gewidmet. '' 

Ueber die Versuchsanlagen und die in einem kleinen Theil vor- 
kommende Phylloxera will ich nicht weiter berichten, da die „Wein- 
laube" schon öfter Mittheiluugen in dieser Richtung enthielt. Die 
Phylloxera tritt übrigens lange nicht so verheerend auf, wie in 
Frankreich und es wäre wohl ein Leichtes, durch Ausrotten dieses 
Stückes "Weingelände sie zu vertilgen , wenn nicht zum Zwecke der 
fortwährend angestellten Versuche zu ihrer Bekämpfung und Ver- 
tilgung dieses Stück Weinberg als Versuchsobject der Anstalt sehr 
erwünscht wäre. 

Das Sortiment ist sehr umfassend, die Sorten sind zum Theil 
' ■ noch unter den Namen, unter denen sie eingeführt wurden; die Be- 
richtigung derselben ist eine Aufgabe der nächsten Jalire. 

Die Rebschulen umfassen etwa 10 Joch; es werden jährlich 
etwa eine Million Wurzelreben erzeugt und dabei noch sehr viele 
Schnittreben verkauft. Die Rebschulen liegen auf der sog. Au, 
einer Donauinsel, also von den anderen Rebculturen ganz geschieden 
und es ist diese Fläche durch Reihen von Maulbeerbäumen in ver- 
schiedene Schläge oder Parcellen abgetheilt. Maulbeeren sind daselbst 
zum Zweck der Seidezucht 2000 Joch als Hochstämme acgepflanzt 
und sind ganz nach der italienischen und südtiroler Schnittmethode 
behandelt. Die Seidezucht wird jährlich betrieben, hat aber unter 
der noch fortdauernden Raupenkrankheit viel zu leiden. 

Nächst den Rebschulen in der Au ist dort auch eine botanische 
Abtheilung für Salixarten. Vierzig Sorten Weiden zum Flechten 
und Binden werden auf etwa 2 Joeh im Grossen angebaut; eine sehr 
interessante und einträgliche Cultur. 

Was nun die Baumschulen und Obstanlagen anbetrifft, so waren 
diese allerdings sehr ausgedehnt und es soll der Erlös aus denselben 
jährlich über 20,000 fl. betragen. Allein damit ist noch nicht ge- 
sagt, dass diese Anlagen musterhaft seien. Ein urteilsfähiger Be- 
richterstatter über die Gärten Wiens sagt in einer neueren blu- 
mistischen Zeitschrift darüber wörtlich folgendes: .Die Obstbaum- 
schulen in Klosterneuburg hatten weniger unsern Beifall, denn 
wir können uns mit der daselbst gebräuchlichen Methode nicht ein- 



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103 

verstanden erklären, nämlich dass die 5—6 Puss hoch aufgeschos- 
senen Stämme von kaum Fingerdicke von unten auf bis zur Erone 
aufgeputzt und dann in die Krone erst veredelt werden, und da die 
Stämme nicht angebunden, so halten sich nur wenige von selbst 
aufrecht, sondern die meisten nehmen eine schräge, selbst mehrfach 
gekrümmte Lage ein. Im Ganzen werden nur wenige Obstsorten 
gezogen, meist nur solche, die sich zur Bepfianzung von Strassen etc. 
im dortigen Clima eignen, diese dann aber in sehr grossen Quanti- 
täten, die trotz ihrer schwachen und krummen Stämme reissenden 
Abgang finden, natürlich auch zu sehr billigen Preisen." 

Auf meine Bedenken Aber diese Art der Erziehung, welche, ich 
darf wohl sagen, von allen anwesenden Baumzüchtern als nicht ganz 
geeignet, betrachtet wurde, äusserte Director v. Babo: Die hiesige 
Baumschule hat vorzüglich den Zweck, billige Bäume in guten 
Sorten auf dem Lande zu verbreiten, somit ist die Hochstamm- 
erziehung Hauptsache. Es werden jährlich circa 50,000 veredelte 
Hochstämme hier erzogen. Die hier eingeführte Doppelreredlimg 
wurde nothwendig , da den grasslichen Winden nur durch eine sehr 
kräftige Stammbildung entgegengewirkt werden konnte. Ein wesent- 
licher Yortheil dieser Doppelveredlung besteht in einer grossen 
Baumschule in dem dadurch eher möglichen gleichmäßigen Bäumen 
der Schläge, was sich hier nur durch die gleichmässige Anzucht einer 
und derselben Sorte zur Stammbildung erreichen lässt. Es werden 
die Wildlinge theils mit der Zwischensorte oculirt , theils (die 
Aepfel) im Zimmer durch Sattelschäften veredelt und letztere dann 
zum Anwachsen erst auf ein Pikirland gesetzt und erst nach dem 
Anwachsen in die Baumschule gebracht. Die Birnen werden als 
Sämlinge früh in die Baumschule gesetzt und da veredelt. 

Wir mochten nun Herrn Director v. Babo doch ersuchen, einen 
Versuch im Grossen mit unserer Erziehungsmethode zu machen; 
die Resultate dürften doch noch ganz andere sein. 

Zu der Schilderung der Baumschule, die ich oben mittheilte, 
habe ich zu bemerken , dass allerdings gar viele Bäume schwach 
und dünn aufgezogen waren, aber auch Schläge da waren mit sehr 
schonen und ziemlich kräftigen Stämmen, die ganz gerade gewachsen 
waren. Aber die nationalöconomische Bedeutung einer Baumschule 
ist doch offenbar die, durch Lieferung ganz gesunder und kräftiger 
junger Bäume in den für die Gegend passendsten und einträglichsten 

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104 

Sorten auf die Hebung und Forderung der Obsteultur in der ent- 
sprechendsten Weise zu wirken. 

Die Doppetveredlung nun hat stets ihre zwei Seiten. Meine 
Erfahrungen sprechen sehr gegen die allgemeine Anwendung der- 
selben. Ist schon die einmalige Veredlung, wenn Wildling und 
Edelreis in der Periode und Stärke ihres Triebes nicht ganz gut har- 
moniren, eine nicht so gar leicht zu nehmende Sache und treten 
da schon allerlei Krankheiten im Gefolge von durch diese Ver- 
einigung erzeugten Stockungen. in' der Saftbewegung ein, so rnuss 
diess in nocb weit höherem Grade bei der Doppelveredlung der Fall 
sein.- Auch ich habe vor einer Reihe von Jahren die mir zu lang- 
sam wachsend« Ananas Reinette und ähnliche Sorten auf Stamme 
" dar Winter-Goldparmäne veredelt, allein es zeigte sich an der 2ten 
Edelstelle bei etwa 30% der Veredlungen im Jahre nach der Ver- 
edlung der Krebs. Bei Birnen waren die Erfahrungen günstiger. 
Allein, frage ich, wozu diese doppelte Arbeit? Kann man durch 
einen rationellen Schnitt, d. h. durch die Anwendung der Diltrich- 
schen Erziehungsmethode, die eigentlich in der Anwendung der 
Pvramidenerziehung zur Heranbildung kräftiger Hochstämme besteht, 
dasselbe und noch ein weit besseres Resultat erzielen? Die Erfah- 
rungen einer grossen Anzahl von Baumschulen auch gerade in sehr 
windigen Lagen sprechen dafür und solche Bäume mit starkem, 
kegelförmig aufgezogenem Stamm wachsen später ganz anders und 
werden weit schöner, als die Bäume es meistens werden können; 
die wir in Klosterneuburg sahen. Ein Versuch im Grossen und 
zwar ganz nach dem in meiner kleinen Schrift „Kurze Anleitung' 
zur Obsteultur" gegebenen Anleitungen sollte hier jedenfalls- ge- 
macht werden und ich bin fest überzeugt, die Doppel Veredlung - ' 
würde allmählig verschwinden, auch statt der vielen schwachen und 
dünnatämmigen und daher oft krummen Bäume stramme gerade" 
und schone Hochstämme dastehen. Ob dann der Hochstamm wie 
jetzt 20 kr, oder ob er 40 kr. kostet, ist nationalökonomisch gleich- 
gültig, ja der letztere Preis ist sogar der billigere, insofern diese 
Bäume ein besseres Gedeihen zeigen als dünn aufgezogene, eine Er- 
fahrung , die jetzt allgemein als feststehend angenommen wird. 

Ausser der Baumschule waren noch ziemlich umfassend Mutter- 
bäume angepflanzt zur Gewinnung von Edelreisern, auch Zwerg- 
culturen, aber nicht gerade in der besten Entwicklung, augelegt. 

Die Baumschulculturen sind indess sehr ausgedehnt , so dass 

Google 



105' 

wobl keiner von Denen, die. die Eicnreion mitmachten, die ganze. 
BäaiBsctrale eingehend betrachtet haben wird. 

Wir waren übrigens Alle Herrn Direetor von Babo recht herzlich, 
dankbar för seine Führung und seine freundlieben und belehrenden 
Erklärungen, zumal' ihm bei einem starken. Katarrh mit HaiEleiden 
diese Führung gewiss keine klein« Mähe verursachte. 

Auch will ich nieht vergesser , dankend zu erwähnen , da» 
ein »ehr schöner und übersichtlicher Plan dea Klöstern euburger 
VersucfiBweingartens als Andenken und zur bessern Orientirung ver> 
theilt wurde, woraus ersichtlich, dass das Eebsortiment 600 Satten 
umfasst und 115 Sorten zur Weiubereitung versuchsweise im Grös- 
se* 1 «! gebaut wurden, wobei 50 verschiedene Erziehungsarten in An- 
wendung gebracht sind. 

2>- Excxuraticm in die Rqi— nthalachan Ba,ura«cliuleii 

Am 0. October nach' der SchlusssitzuHg des Congresses fand 
diese Eicursion in Wägen, von dem Locale der Gartenbaugeseltsebaft 
atis, statt. Es mochten etwa «0 Mitglieder des Congresses sich daran 
betheiligen. Nach einstündiger Fahrt kamen wir in Albern an. 

Die Eosenthai sehen Baumschulen zu Albern nächst Kaiser- 
Efcersdorf bei Wien umfassen eine Area von 40 üsterieichisckm 
Joch, wo ein Personale von 60 Mann Beschäftigung hat. Ein Qber- 
gftrtner leitet die Arbeiten und es sind die Geschäfte dann wieder 
unter 5 — 6 Geholfen vertheüt. "' 

20 Joch obiger Area werden zur Obstcultur benützt, unöV zwar. 
ffir 24 Gattungen in 2160 Sorten Obst- und Kruchtbäumen und 
Fruchtstrauchern, in Hochstamm-, Pyramiden-, Zwerg-, Spalier- und; 
Cordbnform, und 20 Joch zur Gultur von 169 Gattungen in 1517 
Arten und Spielarten Zierbäumen, baumartigen Sträuchern, Striu* 
c&ern und Halbstrauchera mit ihren Species, Spiel- und Unterepiftl- 
arten, und 23 Gattnagen in 486 Sorten Kosen in Hochstamm, Halb- 
hochstamm , tief veredelten baschRhmigen , dann niederstämmigen 
in Topfen u. s. w. 

Der Catalog des Etablissements enthielt stets die neuestau Ein- 
führungen und dürfte überhaupt einer der vollständigsten Baum- 
schuleataloge in Deutschland und Oest erreich sein. 

Eine umfassende Fläche wurde eben zur Anlage eines Mutter- 
gartens für das Hauptsortiment auf 2»/»' Tiefe rigolt, bei welcher 



106 

Arbeit wir die günstige Beschaffenheit und die Tiefgründigkeit des 
dortigen lehmigen Sand- und sandigen, Lehmbodens beaugenscheinigen 
konnten. 

Da diese Baumschulen erst seit 3 Jahren im Betrieb sind — 
die frühere grosse Baumschule befand sich hinter dem Wohnhaus 
des Herrn Bosenthal, Landstrasse, Hauptstrasse 137, wurde aber zu 
namhaftem Preis zu Bauplätzen verkauft — so sind die sehr aus- 
gedehnten Culturen theilwelse noch jung, Aeltere Baume aus der 
früheren Baumschule standen im Wuchs gegen die neueren Anzuchten 
sichtlich zurück. 

Die Obstsortimente sind sehr ausgedehnt; es Verden z. B, über 
1200 Bintsorten cultiwt und vermehrt, -eine fast zu grosse Zahl, 
namentlich gegenüber den 118 Apfelsorten des Sortiments. Doch 
aber überwiegen die Gehölzculturen, auf welche auch grössere Sorg- 
falt gewendet zu werden scheint, da diese wahrscheinlich, wie auch 
bei L. Späth in Berlin, einen höheren Beinertrag liefern und deren 
Absatz bei der grossen Anzahl von Neuanlagen bei den neuen Land- 
häusern ein sehr bedeutender ist. 

TJebrigens mnssten wir Alle anerkennen, dass die Baumschulen 
sehr gut in Ordnung waren, dass Unkraut fast, nirgends zu sehen 
war und alle Länder gut gehackt waren, was bei der enormen Aus- 
dehnung der ganzen Fläche keine Kleinigkeit ist und eine sorgfältige 
Cultur bethätigt. 

Wir notirten uns mehrere entweder gerade blähende oder sonst 
Interessante Gehölze. Vor allem ist Desmodinm penduliflorum 
durch Wuchs und Blüthenfülle ein sehr schöner und sehr zu empfeh- 
lender Zierstrauch, welcher auch dort vollkommen aushielt; Vitis 
Thunbergii, eine Bebe von sehr zierlicher Belaubung, Ampelopsis 
Veitchii und odoratissima, Clematis graveolens, Bhus 
Osbeckii, Abelia floribunda u. s, w. Schone junge Zuchten 
von Haselnüssen, namentlich auch der baumartigen Corylus Colurna, 
ein schöner Oerasus serrstifolia , eine neue Feige Ficus Chateau of 
Kennedy, eine schöne Abart der Osage, Maclura aurantiaca tricuspi- 
data, sehr schöne neue Epheuarten u. s. w. wurden uns besonders 
empfohlen und vorgezeigt. 

Leider war der Nachmittag nur zu bald vorüber und eine nur 
flüchtige Besichtigung des ausgedehnten Etablissements möglich. 

Bei Eintritt der Dämmerung wurden wieder die Wägen be- 
stiegen und nun ging es auf einer andern Strasse wieder zurück und 



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zwar in die Wohnung des Herrn Kosenthai, wo ans ein splendides 
Gouter erquickte und wir noch längere Zeit in der liebenswürdigsten 
Gesellschaft zubrachten. Mit den wärmsten Gefühlen der Anerken- 
nung und des Dankes schieden wir von Herrn und Frau Rosenthal. 

3. Nach Neruwaldeg bei Dornbach. 

Diese nur von Professor Dr. Koch, Professor Belke, Hofgärtner 
Bunkel und mir gemachte EicurBion führte uns in die reizenden 
Gärten und Obst-Anlagen des Herrn Kais. Rath Fr. Gerold. Wir 
wollen sie nur kurz berühren und bemerken, "dass die Anlagen in 
2 völlig getrennte Abtheilnngen zerfallen. Die Anlagen, in denen 
die Villa sich befindet, sind in der That sehr schön und dabei auch 
nutzbringend, indem auf den Rasen und in besonderen Gruppen 
schöne Obstbäume als Pyramiden und als Hochstämme sich befinden, 
welche wir zum Theil jetzt noch mit Früchten reich behängt fanden 
und wir mussten der sorgfältigen Pflege und dem guten Zustand 
der Anlage alle Anerkennung zollen. Diese Anlage lehnt sich dann 
an den Wald an oder geht eigentlich unbemerkt in den Wald über. 
Der andere Garten, durch die Landstrasse von dem Landschaftsgarten 
getrennt, enthielt nur sehr schöne Formenbäume aller Art, Spalier- 
wände, ein Weintreibhaus und ein Pflanzenbaus und auch hier sahen 
wir nicht nur sehr gut gezogene und erhaltene Formenbaume aller 
Art, sondern auch noch recht schöne Früchte Ton zum Theil sehr 
haltbaren und neueren Sorten. Das von Herrn Rath Gerold cultivirte 
Obstsortiment zählt mindestens 500 verschiedene Sorten. 




Von besonderem Interesse waren die Horizoittalcordons, L welche 
Herr Gerold in kreuzförmigen Linien (Fig. 1) gezogen hatte und inner- 
halb des freien Raumes in Mitte des Kreuzes jedesmal eine Pyramide 
oder einen andern Formenbaum bei a gesetzt hatte, was ganz alter- 



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liebst aussah und welche- Art der Pflanzung ich sonst noch nicht 
gesehen hatte. 

Ich wollte nicht Tersäumen, Pomologen auf diese interessante 
und an werthvolleß Sorten gar sehr reiche Obstanlage aufmerksam 
zu machen. 



Dienstag den 7. Octoher Abends fand in einem der Säle der 
k. k.GartenbaugesellscbBit zum Schluss ein Bankett statt, an wel- 
chem auch die Damen zahlreich Antheil nahmen. Eine ganze Reihe 
ernster und heiteres Toaste erschallten und als ich den drei ältesten 
eisgrauen Häuptern unter uns, Freiherrn von Trauttenberg aus 
Böhmen, Pfarrer Mayer aus Kärnthen und Pastor Thieme aus 
Sachsen ein .Hoch* ausbrachte, erreichte die Heiterkeit ihren höch- 
sten Grad. Herr Ministerialrath Bitter von Marenzeller, Refe- 
rent für den Gartenbau im Ackerbauminiaterium, präsidirte. Toaste 
wurden ausgebracht von Baron Suttuer, Bitter von Marenzeller, 
Regierungaratb. Feaz-1. Baron Dael von Köth, Dr. Warder, 
Fr. Gerold, Baron Trauttenberg, Professor Pynaert und 
Professor Belke, Ragiorungsrath Beck. 

Die Gesellschaft trennte sich unter dem Hui' des Begierungsrath 
Beck: .Auf Wiedersehen in Trier' in der gehobensten Stim- 
mung, wozu der von der k. k, Gartonbaugesellschaft reichlich ge- 
spendete Champagner auch etwas mit beigetragen haben mag. 



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